Home Artikel-ID: 2015_47_13_01
Diese Woche - die aktuelle Ausgabe
Themen
E-Paper: Sonntagsblatt digital
Jetzt im Sonntagsblatt-Shop bestellen!
Archiv
Die Redaktion
Abo-Service
Anzeigen-Service
Leserbriefe
Impressum



    
Heute: 28.09.2016
Aktuelle Ausgabe: 39 vom 25.09.2016
Dieser Artikel: Ausgabe 47/2015 vom 22.11.2015
Alle Artikel der » Ausgabe 47/2015 im Archiv aufrufen.
  Druckversion


Rücklagen für Sanierungen

Die Landessynode beschließt über einen Haushalt von 875 Millionen Euro


Geld ist nicht alles, kann aber eine Menge ermöglichen - auch in der Kirche. Zwar zeichnen sich mittelfristig große Herausforderungen ab; einstweilen sehen die kirchlichen Finanzplaner jedoch mit Gelassenheit auf den Haushalt, über den die Landessynode beschließen muss. Denn die bayerische Kirche entwickelt jetzt die Instrumente, die greifen sollen, wenn die derzeitig günstige Kirchensteuerentwicklung sich umkehren wird.

Aufstockung: Der Kirchensanierungsfonds umfasst nun ein Volumen von 106 Millionen Euro. Das Bild zeigt die inzwischen wieder eingeweihte evangelische Dekanatskirche St. Peter und Paul in Münchberg.
Foto: wl
   Aufstockung: Der Kirchensanierungsfonds umfasst nun ein Volumen von 106 Millionen Euro. Das Bild zeigt die inzwischen wieder eingeweihte evangelische Dekanatskirche St. Peter und Paul in Münchberg.

        

Das umfangreiche Zahlenwerk, das der kirchliche Finanzchef Erich Theodor Barzen der Synode als dem »Haushaltssouverän« präsentieren wird, zeigt schwarze Zahlen. Das Jahr 2014 schloss demnach mit einer schwarzen Null ab. Das satte Plus von 46 Millionen Euro bei der Kirchensteuer ermöglichte, die wachsenden Aufwendungen für die Altersversorgung der kirchlichen Mitarbeiter aufzufangen. Außerdem konnten 14 Millionen Euro in den Kirchensanierungsfonds gegeben werden, der nun ein Volumen von 106 Millionen umfasst. Dieser Topf hilft den Gemeinden bei aufwendigen Baumaßnahmen oder Sanierungen.

Der positive Trend bei den Steuern setzt sich im laufenden Haushaltsjahr 2015 fort. Mit 710 Millionen Euro an Steuerträgen rechnet Barzen heuer. Dem steht zwar ein Einbruch bei den Finanzerträgen gegenüber, im Saldo verbleibt jedoch ein Plus von rund 13 Millionen. Davon will die Landeskirche 10 Millionen über einen Nachtragshaushalt für die Flüchtlingsarbeit zusätzlich zur Verfügung stellen. Für 2016 sieht der Haushaltsplan eine Aufstockung in gleicher Höhe vor. Insgesamt wird die Landeskirche dann bis 2016 über 30 Millionen Euro für die Flüchtlinge aufwenden.

Mit den Geldern wird die Beratung für Asylbewerber und Migranten ausgebaut. Außerdem soll die Not der Flüchtlinge vor Ort, beispielsweise in den Lagern im Irak, gelindert werden. Um dem drohenden Engpass an günstigen Wohnungen für Flüchtlinge und andere sozial schwache Gruppen entgegenzuwirken, engagiert sich die Landeskirche im Sozialorientierten Wohnungsbau 2015 und 2016 mit rund 15 Millionen Euro.

Erfreuliche Zahlen weist schließlich auch der Haushalt für 2016 auf. Im nächsten Jahr rechnen die kirchlichen Finanzplaner mit 732 Millionen Euro an Kirchensteuern. Insgesamt sind auf der Einnahmen-Seite 891 Millionen Euro veranschlagt. Dem stehen in der Planung 875 Millionen an Ausgaben gegenüber.

Der Löwenanteil der Aufwendungen geht wie auch in den vergangenen Jahren mit 467 Millionen in den Personalbereich. An Zuweisungen sind im nächsten Jahr 146 Millionen Euro eingeplant, welche im Wesentlichen an die Gemeinden fließen. Nicht eingerechnet sind die Gehälter der Gemeindepfarrer, die dem landeskirchlichen Personalbereich zugeordnet sind. Der positive Saldo für 2016 ist nur möglich, weil das Volumen der Projekte (außer Flüchtlingsunterstützung) deutlich heruntergefahren wird. Nennenswert bleibt jedoch die bauliche Gestaltung des Lorenzer Platzes im Herzen Nürnbergs für geplante 13 Millionen Euro.

Nicht ganz ohne Sorgenfalten blicken der Finanzchef und sein Team in die Zukunft. Die geburtenstarken Jahrgänge sind jetzt zwischen 50 und 60 Jahre alt, sind auf dem Höhepunkt ihrer beruflichen Karrieren angekommen und zahlen ein Höchstmaß an Steuern. Wenn sie in Ruhestand gehen, werden diese Gelder fehlen. Erschwerend kommt hinzu, dass die jährlich über 3000 Kircheneintritte die Austritte nicht auffangen können. Auf diese Situation stellt sich die Kirche mit einer weitblickenden Finanzplanung ein.

Ein wichtiges Instrument dafür ist auch die neue »Vorsteuerung«. Nach diesem Prinzip wird vorab das Ausgabenvolumen festgelegt, bevor die Anmeldungen zum Haushalt erfolgen können. Ein strukturelles Defizit in der Zukunft soll so vermieden werden. Begleitet wird die Vorsteuerung durch den Prozess »Profil und Konzentration«, in welchem über künftige Schwerpunktsetzungen nachgedacht wird.

BAYERISCHE SYNODE

Wo Evangelische immer echte Protestanten waren. Landessynode tagt ab 22. November in der ehemaligen Reichsstadt Schweinfurt. » lesen!

Rücklagen für Sanierungen. Die Landessynode beschließt über einen Haushalt von 875 Millionen Euro. » lesen!

»Es gibt keine Exklusivität im Glauben«. Für Finanzminister Söder ist seine Mitgliedschaft im evangelischen Kirchenparlament eine »große Ehre«. » lesen!

»Die Synode ist kein Ort zur Selbstprofilierung«. Der bayerische SPD-Fraktionschef Markus Rinderspacher über sein kirchliches Ehrenamt. » lesen!

»Es entstehen Gewissenskonflikte«. Peter Meyer, Vertreter der Freien Wähler in der Landessynode, schätzt das wertschätzende Miteinander. » lesen!

Die Schnittmenge ist die Bewahrung der Schöpfung. Verena Osgyan, die Grünen-Vertreterin in der Landessynode, kennt sich mit Digitalisierung und Frauenpolitik aus. » lesen!

 

DAS STICHWORT

  Die Landessynode, die zu ihrer Herbsttagung in Schweinfurt zusammenkommt, ist das Kirchenparlament der rund 2,4 Millionen bayerischen Protestanten. Gemeinsam mit dem Landesbischof und dem Landeskirchenrat bildet die Synode die Kirchenleitung und bestimmt maßgeblich den Kurs der Kirche. Die 108 Synodalen beschließen den Haushalt, verabschieden die Kirchengesetze, entscheiden in Personalfragen und wählen den Landesbischof. Das griechische Wort »Synode« bedeutet »gemeinsamer Weg« oder »Versammlung zur Beratung«.

  In der Zusammensatzung der Synode, die von den rund 13.000 bayerischen Kirchenvorstehern gewählt wird, zeigt sich konkret der evangelische Grundsatz eines »Priestertums aller Getauften«: Die Mehrzahl der 108 Synodalen sind Laien. Neben ihnen sitzen gewählte Vertreter aus der Pfarrerschaft, den theologischen Fakultäten, Jugenddelegierte und berufene Mitglieder, wie der bayerische Finanzminister Markus Söder (CSU) oder der SPD-Landtagsfraktionschef Markus Rinderspacher.

  Die Synode tritt zwei Mal im Jahr an verschiedenen bayerischen Orten zusammen. Dabei steht bei den Herbsttagungen wie jetzt in Schweinfurt der kirchliche Haushalt im Mittelpunkt, die Frühjahrstagungen sind hingegen einem inhaltlichen Schwerpunkt gewidmet.

 

Kreative Gemeinde - die besten Projekte und Initiativen der bayerischen evangelischen Kirchengemeinden

 

Der Sonntagsblatt-Shop und das Sonntagsblatt-Blog.
 

Achim Schmid

 


Valid HTML 4.01 Transitional

/news/aktuell/2015_47_13_01.htm
abgerufen 28.09.2016 - 07:08 Uhr

© Sonntagsblatt 1998-2016, ImpressumWebmaster
Angebote für Webmaster / AGB

»Evangelische Augenblicke« - der neue Glaubenskurs im Sonntagsblatt. Jetzt bestellen!

»Das Paradies«: Jetzt das neue THEMA-Magazin bestellen!

»Die Personen der Bibel«: der beliebte Glaubenskurs aus dem Sonntagsblatt jetzt als Buch für nur 19,90 Euro. Gleich bestellen!

Werden Sie Hoffnungsträger - und spenden Sie ein Patenschafts-Abo für Menschen in Pflegeheimen, Krankenhäusern und Gefängnissen. Jetzt mitmachen!