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Dieser Artikel: Ausgabe 47/2015 vom 22.11.2015
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Der Link ins Jenseits

QR-Codes auf Grabsteinen erweitern den Ort des Gedenkens


Plaketten auf Grabsteinen, die via Smartphone auf Gedenkseiten im Internet verlinken: Solche sogenannten QR-Codes auf dem Friedhof sind zwar noch eine Seltenheit, dennoch spiegeln die Plaketten die Digitalisierung der Trauerkultur wider.

Eine digitale Erweiterung für den Grabstein: QR-Codes für das Smartphone mit Bildern und Informationen zum Leben des Verstorbenen.
Foto: Bernd Weißbrod / dpa
   Eine digitale Erweiterung für den Grabstein: QR-Codes für das Smartphone mit Bildern und Informationen zum Leben des Verstorbenen.

        

Die einfachste Version des Trauer-QR-Codes gibt es für 59 Euro auf eBay. Darin enthalten: ein QR-Schildchen, das man am Grabstein vom Steinmetz anbringen lassen kann. Eingescannt auf dem Smartphone führt dieses zu einer Startseite im Internet. Gestaltet ist die Gedenkseite mit einem Foto des Verstorbenen, Geburts- und Sterbedatum sowie einer Kondolenzspalte unterhalb des Fotos. Zusätzlich können die Hinterbliebenen bis zu 21 Fotos in der extra Fotogalerie heraufladen. Drei Jahre lang ist der Code mit der Gedenkseite aktiv.

»Das von früher in vielen Regionen bekannte Foto auf dem Grabstein wird mithilfe unseres Systems ersetzt und ermöglicht den Trauernden am Grabstein, mit der Trauer einen völlig neuen Weg zu bestreiten«, beschreibt der nordrhein-westfälische Anbieter der Trauer-Schildchen sein Angebot.

Der QR-Code zur Musterseite, wie sie am Grabstein aufgerufen werden kann.
Foto: sob
   Der QR-Code zur Musterseite, wie sie am Grabstein aufgerufen werden kann.

So wie das Leben immer digitaler wird, gilt dies auch für den Fall der Trauer und des Gedenkens. Oliver Wirthmann, Geschäftsführer des Kuratoriums Deutsche Bestattungskultur, nennt das einen »Wandlungsschub«. QR-Codes auf Grabsteinen könnten auf die Lebensgeschichte des Verstorbenen im virtuellen Raum verweisen und erhalten zugleich einen konkreten Ort der Trauer an einem Grab. »Hier gehen neue Trends und gewachsene Formen der Trauer am Grab eine gute Verbindung ein«, erklärt der evangelische Theologe, »so wie unsere physische Realität auch zunehmend durch eine virtuelle Identität erweitert wird.«

Im Vergleich zu anderen Bestattungstrends - wie etwa Diamanten-, Weltraum- oder Baumbestattungen - sieht Wirthmann in dieser neuen Trauerform eine dauerhafte Chance, den konkreten Trauerort, nämlich das Grab, zu ergänzen - und nicht zu ersetzen.

Die Firma »E-Memoria« aus dem schwäbischen Leonberg bei Stuttgart zählt zu den ersten deutschen Anbietern von Trauer-QR-Codes. Vor vier Jahren startete der digitale Dienstleister mit seinem Angebot. »Wir sind noch in der Phase der Aufklärungsarbeit, dass diese Möglichkeit überhaupt besteht«, erklärt Inhaber Christian Pächter, der die Internetseite mit drei Mitstreitern nebenberuflich betreibt. In diesem Jahr hat der Unternehmer 30 QR-Codes mit entsprechenden Seiten verkauft. Dennoch fänden die QR-Codes immer mehr Anklang - auch unter Privatpersonen. Vor allem ältere Menschen würden die Möglichkeit der digitalen Grab-Erinnerung mit Begeisterung aufnehmen. »Anders als zu vermuten reagieren eher die Jüngeren mit Zurückhaltung«, berichtet Pächter.

Obwohl die Firma auch mit Bestattern zusammenarbeitet, welche die QR-Codes im Paket mit anbieten, hätten bisher jedoch nur Angehörige von bereits länger Verstorbenen das Angebot genutzt. »Oft wird dann überlegt, wie man zum Beispiel des zehnten Todestags gedenken kann - und da bietet der QR-Code auf dem Grabstein eine zusätzliche Möglichkeit der Erinnerung«, erläutert Pächter.

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Nadja A. Mayer

 


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abgerufen 26.09.2016 - 07:18 Uhr

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