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Dieser Artikel: Ausgabe 48/2015 vom 29.11.2015
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Rast machen bei der Bergtour »Familie«

Sonntagsblatt-Sprechstunde


Hauptverdienerin und einen Hausmann zu Hause - und dann bleibt doch jeden Abend eine Menge Haushalt an Sonntagsblatt-Leserin Frau Sch. hängen.

Ich bin die Hauptverdienerin in der Familie. Wir haben zwei kleine Kinder, und mein Mann ist zu Hause und kümmert sich als Hausmann. Er hasst diese Bezeichnung, aber wir haben beide entschieden, das so zu machen, weil ich in meinem Beruf deutlich mehr verdiene und bessere Aufstiegschancen habe. Ich arbeite oft lange, und wenn ich nach Hause komme, muss ich trotzdem überall aufräumen, und die Kinder sind auch noch nicht im Bett.

Ich weiß, dass mein Mann auch viel tut, trotzdem habe ich oft das Gefühl, dass alles an mir hängen bleibt. Es gibt niemanden, der uns entlastet. Unsere Eltern leben weit weg, und vor allem meine Mutter ist mit unserer Entscheidung sowieso nie einverstanden gewesen. Wir sind, glaube ich, beide am Limit, und es sieht zurzeit nicht so aus, als könnte sich daran was ändern ...

Frau Sch. (34)

 

Irgendwie ist es wie bei einer Bergbesteigung: Sie haben sich die Tour beide gut überlegt und sind losgegangen. Aber auf solchen Touren kommen auch Abschnitte, da beginnt man den Berg zu hassen, weil weder ein Plateau noch der Gipfel in Sicht sind.

Die wichtigste Ressource für diesen anstrengenden Weg ist das Verhältnis zwischen Ihnen beiden, aber Sie beide nehmen sich keine Zeit, Rast zu machen und sich an dieser Quelle zu stärken.

Ein Familientherapeut hat einmal gesagt: Nach einem langen Arbeitstag getrennt voneinander drehen sich Partner oft wie zwei Kreisel in völlig unterschiedlicher Geschwindigkeit. Um wieder in Gleichklang zu kommen, sind die ersten (!) zehn Minuten am Abend entscheidend.

Er schlägt mehrere Schritte vor, um diese ersten zehn Minuten zu gestalten: Es beginnt mit der gemeinsamen Entscheidung, sich hinzusetzen und sich ganz bewusst ein paar Minuten Zeit gemeinsam zu nehmen. Sie könnten eine Kleinigkeit zusammen essen, vor allem aber sollten Sie Ihren Kindern gegenüber deutlich machen, dass das jetzt eine Zeit nur für die Erwachsenen ist. Sie brauchen dabei gar nicht miteinander zu reden, wenn Sie nicht wollen. Es geht nur darum, ein paar Minuten miteinander in Ruhe zu sitzen und zu genießen, dass der andere auch da ist.

Konkurrieren Sie nicht miteinander, wer den anstrengenderen Tag gehabt hat. Auf einer Bergwanderung würden Sie das ja auch nicht tun. Sie würden einfach gemeinsam, vielleicht ein bisschen atemlos genießen, dass Sie gemeinsam wieder einen Streckenabschnitt geschafft haben, und sich gegenseitig zugestehen, dass Sie beide eine kurze Rast mehr als verdient haben. Es sind nur zehn Minuten - dann geht es weiter: aufräumen, Kinder ins Bett bringen, die letzte Strecke der gemeinsamen Tagesetappe bewältigen.

Natürlich wäre es schön, wenn jeder von Ihnen auch für sich die eine oder andere neue Kraftquelle erschließen könnte - aber es gibt Lebensphasen, da ist jeder zusätzliche Termin, und sei er auch noch so entlastend gemeint, eine zusätzliche Zumutung. Da geht dann vielleicht nichts anders als so eine kurze Rast, am Beginn des gemeinsamen Abends.

SONNTAGSBLATT - SPRECHSTUNDE

Barbara Hauck

Wenn Sie ein Problem haben und Rat brauchen, dann schreiben Sie an die »Sprechstunde«, Birkerstraße 22, 80636 München. Die Berater antworten auf dieser Seite oder mit Brief. Sie können auch unmittelbar an einen Berater schreiben: Pfarrerin Barbara Hauck, Breite Gasse 82/84, 90402 Nürnberg - oder Kirchenrat Waldemar Pisarski, Meringer Str. 38c, 86163 Augsburg.

Waldemar Pisarski

Wenn Sie eine längerfristige Korrespondenz wünschen, steht Ihnen die Evangelische Briefseelsorge, Postfach 600306, 81203 München, zur Seite. Alle Zuschriften werden vertraulich behandelt.

 

 

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Barbara Hauck

 


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abgerufen 01.07.2016 - 08:09 Uhr

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