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Sonntagsblatt 49/ vom

ZEITZEICHEN


Franken sind die glücklicheren Bayern. Das ist ja mal eine interessante Neuigkeit. Nicht nur, dass viele Franken regelmäßig bestreiten, überhaupt Bayern zu sein. Jetzt sind sie also auch noch die besseren. Vor allem in den Bereichen Arbeit, Wohnen und Freizeit konnten die nördlichen Bayern laut neuem »Glücksatlas 2015« Glückspunkte einheimsen.

Irgendwas muss passiert sein in den vergangenen zwölf Monaten - denn in der Rangliste von 2014 dümpelte Franken noch auf dem neunten Platz dahin. Jetzt aber ist es ihnen geglückt, vier Plätze nach vorne zu glücken. Lieber Fünfter als Fürther - dieses Sprichwort ergibt nun keinen Sinn mehr.

Die südbayerischen Unglücksraben dagegen verloren zwei Ränge und landeten auf dem zehnten von 19 Plätzen. Das allein ist schlimm genug. Aber dazu die Schmach, von den Franken überholt worden zu sein! Ausgerechnet von diesen Schlenkerla-Nucklern mit ihrem viel zu vollen Christkindlesmarkt, die sich neuerdings sogar für ihre eigenen Wortschöpfungen auszeichnen!

Der Schmerz sitzt tief. Macht er gar so unglücklich, dass die Südbayern auf der Rangliste sofort noch weiter abstürzen und Mecklenburg-Vorpommern vom letzten Platz verdrängen?

Und die Franken? Beobachten das alpenländische Unglück der arroganten Artgenossen mit zufriedener Glückseligkeit.

Und schwups, schießt ihr eigener Glücksindex durch die Decke. Womöglich vorbei am langjährigen Erstplatzierten Schleswig-Holstein, hoch, höher - bis in den Himmel.

Und auf wen trifft der gut gelaunte, ausgeglichene, in sich selbst ruhende Yoga-Franke dort? Na freilich, auf Aloisius, den Münchner im Himmel, seineszeichens Inbegriff des Grantlers.

Wie sich diese Begegnung auf das Glück der Franken auswirkt? Der Atlas 2016 wird's zeigen.

bvo