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Dieser Artikel: Ausgabe 49/2015 vom 06.12.2015
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Getrennte Schlafzimmer?

Sonntagsblatt-Sprechstunde


Ist die Ehe »eine Hölle bei gemeinsamem Schlafzimmer«? Warum es in Sachen gemeinsames oder getrennte Schlafzimmer kein Patentrezept gibt.

Meine Verlobte und ich wollen im neuen Jahr heiraten und sind schon eifrig beim Pläne schmieden. Bei den meisten Punkten konnten wir uns gut und rasch einigen, sodass unsere Liste weitgehend abgearbeitet ist.

Noch offen ist die Frage: Wollen wir ein gemeinsames Schlafzimmer oder doch zwei getrennte Schlafmöglichkeiten. Wir sind an dieser Stelle nicht dogmatisch, haben aber doch unterschiedliche Vorerfahrungen.

Meine zukünftige Frau kennt nichts anderes als ein gemeinsames Schlafzimmer. So haben es ihre Eltern und ihre Großeltern gehalten, und so halten es alle ihre Geschwister. In meinem Elternhaus hingegen habe ich beides erlebt.

Zuerst und dann viele Jahre hindurch gab es ein gemeinsames Schlafzimmer. Als wir Kinder dann aus dem Haus waren und unsere Eltern auch älter wurden, richteten sie sich ganz neu ein, und dazu gehörten auch getrennte Schlafzimmer. Sie sind mit dieser Lösung, die bei uns Kindern immer auch für ein bisschen Häme sorgt, sehr einverstanden, üben aber keinerlei Druck auf uns aus.

Vielleicht gehört zum Gesamtbild auch noch, dass meine Frau bis vor Kurzem bei ihren Eltern gewohnt hat, während ich schon mit 18 Jahren ausgezogen bin und seitdem immer eine eigene Wohnung hatte. So neige ich gefühlsmäßig dazu, dass jeder seinen eigenen Schlafbereich hat, ohne dabei, wie schon erwähnt, festgelegt zu sein.

Herr F.

 

Hierzu gibt es sehr unterschiedliche Meinungen. Radikal eindeutig klingt es nur bei dem Dramatiker Henry de Montherlant: »Die Ehe ist eine Hölle bei gemeinsamem Schlafzimmer, bei getrenntem Schlafzimmer ist sie nur noch ein Fegefeuer, ohne Zusammenwohnen wäre sie vielleicht ein Paradies.«

Ansonsten: Die Befürworter getrennter Schlafzimmer nennen vor allem zwei Gründe. Einmal würde man ruhiger schlafen, wenn jeder sein eigenes Bett hat. Zum anderen würde durch ein gemeinsames Schlafzimmer doch allzuleicht die Erotik verloren gehen. Vereinfacht gesagt: Sowohl das Schnarchen des Mannes als auch die Körpergeräusche der Frau sprechen für getrenntes Nächtigen.

Die Befürworter eines gemeinsamen Schlafzimmers betonen vor allem, wie wichtig das Ritual des miteinander Liegens sei. Dazu gehört die ungezwungene Nähe, die spielerische Zuwendung, die man sich schenkt, all das Berühren, Streicheln, Kuscheln und Necken. Dazu gehört vor allem auch, dass man sich nicht aus den Augen verliert und immer wieder miteinander kommunizieren muss.

Wenn also die Fachleute unterschiedliche Meinungen haben, bleibt nur eines: Werden Sie selbst zu Experten. Einmal, indem Sie die unterschiedlichen Gesichtspunkte für sich prüfen. Vielleicht aber auch so, dass Sie es ausprobieren und sehen, wie es Ihnen geht. Bei gemeinsamem Schlafzimmer, wenn Sie getrennt schlafen, vielleicht sogar mit einem Kompromiss, so es denn die Wohnmöglichkeiten zulassen. Zum Beispiel: In der Regel getrennt, aber zweimal in der Woche zusammen oder auch umgekehrt.

Getrennte Schlafzimmer? Mit Goethe kann man nur sagen: »Grau, teurer Freund, ist alle Theorie und grün des Lebens goldner Baum.«

SONNTAGSBLATT - SPRECHSTUNDE

Barbara Hauck

Wenn Sie ein Problem haben und Rat brauchen, dann schreiben Sie an die »Sprechstunde«, Birkerstraße 22, 80636 München. Die Berater antworten auf dieser Seite oder mit Brief. Sie können auch unmittelbar an einen Berater schreiben: Pfarrerin Barbara Hauck, Breite Gasse 82/84, 90402 Nürnberg - oder Kirchenrat Waldemar Pisarski, Meringer Str. 38c, 86163 Augsburg.

Waldemar Pisarski

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Waldemar Pisarski

 


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abgerufen 09.12.2016 - 20:14 Uhr

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