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Dieser Artikel: Ausgabe 49/2015 vom 06.12.2015
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Das neue Bethlehem

Im italienischen Greccio wurde vor 800 Jahren das Krippenspiel erfunden


Hier ist immer Weihnachten: In Greccio, einer Gemeinde in der Provinz Rieti in der italienischen Region Latium, wurde vor fast 800 Jahren das Krippenspiel erfunden. In einer Grotte ließ Franz von Assisi das weihnachtliche Geschehen in Bethlehem nachspielen.

Ein Fresko aus dem 14. Jahrhundert illustriert in Greccio die Geburt Jesu. Die rechte Hälfte zeigt Weihnachten im Stall zu Bethlehem, die linke, wie Franziskus vor dem Kind kniet und mit Würdenträgern feiert. Interessant: Das Jesuskind ist wie ein Toter gewickelt, und ein Sarkophag dient als Krippe - Symbol der menschlichen Sterblichkeit.
Foto: dpa pa/ Nicola Allegri
   Ein Fresko aus dem 14. Jahrhundert illustriert in Greccio die Geburt Jesu. Die rechte Hälfte zeigt Weihnachten im Stall zu Bethlehem, die linke, wie Franziskus vor dem Kind kniet und mit Würdenträgern feiert. Interessant: Das Jesuskind ist wie ein Toter gewickelt, und ein Sarkophag dient als Krippe - Symbol der menschlichen Sterblichkeit.

        

Egal, ob es draußen regnet, schneit oder hochsommerliche Temperaturen herrschen - vor der kleinen Grotte hoch über dem Tal des Velino-Flusses werden jeden Tag Weihnachtslieder gesungen und in Andachten oder Gottesdiensten das Weihnachtsevangelium gelesen. Pilgergruppen erinnern damit an die Geburt Jesu und lassen so die Atmosphäre, die hier im Jahr 1223 zu Weihnachten herrschte, lebendig werden. Denn schließlich hat der heilige Franz von Assisi hier die Tradition der Weihnachtskrippen begründet.

Es ist wohl Mitte Dezember im Jahr 1223, als Franz von Assisi herüber nach Greccio wandert, um hier die Mönche seines Ordens zu besuchen. Ein Kloster gibt es damals noch nicht, die Mönche leben in kleinen Felshöhlen. Franziskus hält sich gerne in dem kleinen Dorf inmitten der Sabiner Berge im Norden Roms auf. Schon längere Zeit beschäftigt ihn die Idee, das weihnachtliche Geschehen mit lebenden Tieren und einem neugeborenen Säugling und dessen Eltern nachzuspielen.

Thomas von Celano (1190-1260) schildert in seiner Lebensbeschreibung des heiligen Franz die Feier der Christgeburt im Kloster bei Greccio. Er erzählt, dass Franziskus einen Mann mit Namen Johannes zu sich rufen lässt und zu ihm spricht: »Wenn du wünschtest, dass wir bei Greccio das bevorstehende Fest des Herrn feiern, so gehe eilends hin und richte sorgfältig her, was ich dir sage. Ich möchte nämlich das Gedächtnis an jenes Kind begehen, das in Bethlehem geboren wurde, und ich möchte die bittere Not, die es schon als kleines Kind zu leiden hatte, wie es in eine Krippe gelegt, an der Ochs und Esel standen, und wie es auf Heu gebettet wurde, so greifbar als möglich mit leiblichen Augen schauen.« Johannes übernimmt den Auftrag und leitet alles in die Wege.

Am Heiligen Abend bringen die Bewohner Fackeln und Kerzen mit, auch aus anderen Niederlassungen kommen Mönche nach Greccio. Der Biograf berichtet weiter: »Nun wird eine Krippe zurechtgemacht, Heu herbeigebracht, Ochs und Esel herzugeführt. Zu Ehren kommt da die Einfalt, die Armut wird erhöht, die Demut gepriesen, und aus Greccio wird gleichsam ein neues Bethlehem. Hell wie der Tag wird die Nacht, und Menschen und Tieren wird sie wonnesam. Die Leute eilen herbei und werden bei dem neuen Geheimnis mit neuer Freude erfüllt. Der Wald erschallt von den Stimmen, und die Felsen hallen wider von dem Jubel. Die Brüder singen und bringen dem Herrn das schuldige Lob dar, und die ganze Nacht jauchzt auf in hellem Jubel.«

Es war eine gelungene Premiere: Weihnachten zum Riechen, Sehen, Fühlen und Hören. Seit jenem Christfest in der unwirtlichen Grotte gilt Franz von Assisi als der Erfinder des Krippenspiels, wie wir es heute kennen. Eine Legende erzählt übrigens, dass das Stroh, auf dem die Jesus-Figur gebettet war, an kranke Tiere verteilt wurde. Und alle Pferde, Esel oder Kühe, die davon fraßen, wurden gesund.

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Anette Konrad

 


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abgerufen 09.12.2016 - 20:15 Uhr

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