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Dieser Artikel: Ausgabe 49/2015 vom 06.12.2015
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Einbruch des Göttlichen

Personen der Bibel (49): Gabriel - Furcht erregender Himmelsbote


In der Weihnachtszeit scheinen Engel allgegenwärtig. Als goldgelockte Wesen zieren sie Baum und Grußkarten. Auch in der biblischen Weihnachtsgeschichte tauchen immer wieder Engel auf. Gabriel ist einer von nur drei Himmelsboten, deren Namen die Bibel nennt.

Filippino Lippi, Erzengel Gabriel, 1491, Fresko in Santa Maria sopra Minerva, Rom.
Foto: PD
   Filippino Lippi, Erzengel Gabriel, 1491, Fresko in Santa Maria sopra Minerva, Rom.

        

Vorgestellt wird Gabriel zum ersten Mal im Danielbuch. Der Prophet Daniel deutete die Zukunft anhand von Visionen und Träumen. Eines Tages, als er gerade über die Bedeutung einer Vision nachdachte, erschien ihm jemand, »der aussah wie ein Mann. […] Gabriel, lege diesem das Gesicht aus, damit er's versteht« ( Daniel 8, 15 f.), hörte der Prophet eine Stimme sagen. Da trat der Engel zu ihm und deutete ihm, was er gesehen hatte.

Heute werden Engel meist als süße Putten oder zarte Lichtwesen dargestellt. Gabriels Auftreten jedoch scheint einen ganz anderen Eindruck hinterlassen zu haben. »Ich erschrak aber, als er kam«, erzählt Daniel, »und fiel auf mein Angesicht. […] Und als er mit mir redete, sank ich in Ohnmacht.« ( Daniel 8, 17 f.)

Auch der Priester Zacharias erstarrte vor Ehrfurcht als Gabriel ihm erschien. Zacharias brachte gerade ein Räucheropfer im Tempel dar, als plötzlich ein Engel neben dem Altar auftauchte. »Ich bin Gabriel, der vor Gott steht, und bin gesandt, mit dir zu reden und dir dies zu verkündigen« ( Lukas 1, 19), sagte der Gottesbote und kündete Zacharias an, dass er und seine Frau Elisabeth trotz ihres hohen Alters noch den lang ersehnten Sohn bekommen sollten. »Als Zacharias ihn sah, erschrak er, und es kam Furcht über ihn. Aber der Engel sprach zu ihm: Fürchte dich nicht.« ( Lukas 1, 12 f.) Tief erschüttert und sprachlos ging Zacharias nach Hause. Die Menschen, denen er begegnete, »merkten, dass er eine Erscheinung gehabt hatte« ( Lukas 1, 22), als er ihnen nur stumm zuwinken konnte.

Ganz ähnlich muss es Maria ergangen sein, als Gabriel ihr die Geburt Jesu ankündigte. Auch sie erschrak, als der Engel ins Zimmer trat, berichtet der Evangelist Lukas. »Fürchte dich nicht, Maria, du hast Gnade bei Gott gefunden« ( Lukas 1, 30), beruhigte Gabriel sie und verkündete: »Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Jesus geben« ( Lukas 1, 31). Erstaunt fragte Maria, wie das denn vor sich gehen solle, sie habe doch noch mit keinem Mann geschlafen. Da erklärte Gabriel: »Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum wird auch das Heilige, das geboren wird, Gottes Sohn genannt werden.« ( Lukas 1, 35 ff.) Maria konnte nur demütig annehmen, was Gabriel ihr verkündet hatte, als der Engel wieder verschwand.

All diese Geschichten zeigen: Gabriel ist alles andere als ein süßes Flügelwesen. Er erscheint nicht, um romantische Vorstellungen zu erfüllen. Mit seinem Erscheinen bricht etwas Göttliches in das Leben der Menschen, das sie nachhaltig beeindruckt.

GABRIEL

  NAME: hebr. Mann Gottes

  BERUF: Bote Gottes

  HERKUNFT: Himmel

  ZEIT: zeitlos

  WIRKUNGSGESCHICHTE: Gabriel gilt Katholiken als Schutzpatron der Postboten, Radiomoderatoren und Müllmänner. In der Kunst taucht er häufig auch in weiblicher Gestalt auf. Im Islam spielt Gabriel eine wichtige Rolle: Er soll Mohammed Gottes Botschaften übermittelt und ihm den Inhalt des Koran diktiert haben.

  WICHTIGE BIBELSTELLEN:  Daniel 8, 15-26;  9, 21-27;  Lukas 1, 11-20;  1, 26-30

  BUCHTIPP: Herbert Vorgrimler. Engel: Erfahrungen göttlicher Nähe, Herder 2008.

THEOLOGISCHES STICHWORT

ENGEL: Der Glaube an Wesen, die zwischen den Sphären des Göttlichen und Menschlichen vermitteln, ist fast allen Religionen gemeinsam. Auch in der Bibel kommen sie an vielen entscheidenden Stellen vor. Sie warnen die Menschen, helfen ihnen oder beschützen sie. Und vor allem künden sie von Gott. Ihren verschiedenen Aufgaben entsprechend gab es in alttestamentlicher Zeit noch ganz unterschiedliche Bezeichnungen für sie. Heute fasst man sie unter dem Wort »Engel« zusammen, das auf das griechische »angelos« zurückgeht und übersetzt »Bote« bedeutet. Damit wird die Hauptaufgabe der Engel deutlich: Sie sind Boten Gottes.

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Sonja Poppe

 


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abgerufen 29.05.2016 - 05:47 Uhr

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