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Dieser Artikel: Ausgabe 49/2015 vom 06.12.2015
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Neugier auf das Unbekannte

Friedensgebet der Weilheimer Jugend bringt am 3. Advent Christen, Juden und Muslime zusammen


Eine alte Idee setzt neue Impulse - und muss ungewohnte Wege gehen: Das »Friedenslicht aus Bethlehem« kommt dieses Jahr wegen der Flüchtlingssituation an den Grenzen erstmals nicht mit dem Zug, sondern mit dem Bus von Österreich nach Deutschland. Und in der Apostelkirche Weilheim bringt es schon zum zweiten Mal die Jugendlichen der evangelischen und der islamischen Gemeinde zusammen.

Seit fast 30 Jahren verteilen Pfadfinder das Friedenslicht aus der Geburtsgrotte Jesu in Bethlehem an »alle Menschen guten Willens« in der ganzen Welt.
Foto: RDP/RdP/Andreas Kläger
   Seit fast 30 Jahren verteilen Pfadfinder das Friedenslicht aus der Geburtsgrotte Jesu in Bethlehem an »alle Menschen guten Willens« in der ganzen Welt.

        

Pegida war gerade im Kommen, der Islamische Staat beherrschte schon die Nachrichten - bei der Vorbereitung für das Friedenslicht 2014 wuchs bei der Evangelischen Jugend Weilheim der Wunsch, etwas anders zu machen als die Jahre zuvor.

Dekanatsjugendreferentin Lea Hermann-Petrat nahm Kontakt auf zur Islamischen Gemeinde Penzberg, man traf sich hier wie dort, die Islamische Gemeinde Weilheim kam dazu, ebenso der jüdisch-boarische Stammtisch aus Garmisch-Partenkirchen - und am dritten Advent feierten Christen, Juden und Muslime gemeinsam ein Interreligiöses Friedensgebet in der evangelischen Apostelkirche Weilheim.

Mehr Kontakt zwischen Muslimen

»Unser Grundgedanke war der, nicht den gemeinsamen Nenner im Glauben zu finden, sondern in den gemeinsamen Werten«, erklärt Dekanatsjugendreferentin Lea Hermann-Petrat. 200 Jugendliche kamen zu dem Gottesdienst - und die Begegnungen wirken nach.

Mit dem diesjährigen Motto »Hoffnung schenken - Frieden finden« ermutigt die Aktion, Flüchtlinge in die Weitergabe des Lichts einzubeziehen.
Foto: RDP/RdP
   Mit dem diesjährigen Motto »Hoffnung schenken - Frieden finden« ermutigt die Aktion, Flüchtlinge in die Weitergabe des Lichts einzubeziehen.

        

Der Dekanatsjugendkonvent nahm sich beim letzten Treffen »Heimat« als Thema vor und bat Flüchtlinge aus Syrien und Afrika sowie Ehrenamtliche des Helferkreises »Asyl im Oberland« dazu. Der junge Penzberger Imam Fikret Fazlic lud Hermann-Petrat in die Moschee ein und besuchte selbst einen Gruppenleitergrundkurs in München, um etwas über evangelische Jugendarbeit zu lernen.

Und auch der innermuslimische Dialog wurde gestärkt: Die türkisch geprägte Islamische Gemeinde Weilheim öffnete sich und pflegt jetzt herzlichere Kontakte zur Penzberger Gemeinde mit ihren bosnischen Wurzeln.

Nun gibt es eine Neuauflage des Erfolgsmodells vom letzten Jahr - diesmal zum Thema »Angst«. »Alles was man nicht kennt, macht Angst«, sagt Hermann-Petrat. Also wolle der Jugendgottesdienst Begegnungen ermöglichen und Neugier entfachen.

Beim Friedensgebet 2014 der evangelischen Jugend Weilheim verteilte der Penzberger Imam Fikret Fazlic die Flamme an rund 200 Jugendliche.
Foto: Hermann-Petrat
   Beim Friedensgebet 2014 der evangelischen Jugend Weilheim verteilte der Penzberger Imam Fikret Fazlic die Flamme an rund 200 Jugendliche.

        

Hilfreich sei dabei, dass die Jugendlichen durch den Alltag in Schule und Sportvereinen viel weniger Schranken im Kopf hätten als manche Erwachsene. »Es gibt aber oft Unsicherheiten, die aus einem Mangel an Information kommen«, erklärt die Jugendarbeiterin. Der Andrang zum Weilheimer Friedenslicht könnte dieses Mal noch größer sein: Zwischen 100 und 500 Leuten erwartet Hermann-Petrat.

Das Friedenslicht selbst, das 1986 vom ORF gegründet wurde und seither von den Pfadfindern ausgetragen wird, steht in diesem Jahr übrigens vor ganz neuen Herausforderungen: Weil der Zugverkehr zwischen Österreich und Deutschland aufgrund der Flüchtlingssituation an den Grenzen immer wieder unterbrochen ist, kommt das Licht aus der Geburtsgrotte Jesu erstmals mit dem Bus nach Bayern.

Um sechs Uhr wird es am Münchner Hauptbahnhof erwartet. Für die Evangelische Jugend Weilheim macht sich Dekanatsjugendpfarrer Michael Stein zur himmlisch frühen Zeit auf den Weg in die Landeshauptstadt - beim Friedensgebet in der Apostelkirche nehmen es dann junge Christen und Muslimen mit in ihre Familien.

 

  Das Friedenslicht kommt am Sonntag, 13. Dezember, um sechs Uhr am Hauptbahnhof München an und wird an Gleis 11 verteilt. Der Jugendgottesdienst in der Apostelkirche Weilheim beginnt um 16.30 Uhr.

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Susanne Schröder

 


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abgerufen 26.08.2016 - 15:34 Uhr

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