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Dieser Artikel: Ausgabe 50/2015 vom 13.12.2015
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Personen der Bibel (50): Elisabeth und Zacharias - späte Eltern


Die Geburt eines Kindes ist etwas ganz Besonderes. Elisabeth und Zacharias mussten allerdings lange warten, bis sich ihr Kinderwunsch erfüllte. Erst als sie die Hoffnung schon aufgegeben hatten, schenkte Gott ihnen noch einen Sohn.

Der stumme Zacharias schreib den Namen seines Sohnes auf. Kirche Johannes des Täufers in Benquet, Frankreich.
Foto: Jibi44 / CY BY-SA 4.0
   Der stumme Zacharias schreib den Namen seines Sohnes auf. Kirche Johannes des Täufers in Benquet, Frankreich.

        

Der Priester Zacharias und seine Frau Elisabeth waren fromme Menschen. Aber sie hatten »kein Kind; denn Elisabeth war unfruchtbar, und beide waren hochbetagt«. ( Lukas 1,  7) Unter der Kinderlosigkeit muss Elisabeth sehr gelitten haben, denn sie bezeichnet diesen Zustand rückblickend als »Schmach«. ( Lukas 1, 25) Eines Tages allerdings geschah etwas Unglaubliches.

Als Zacharias im Tempel ein Räucheropfer darbrachte, sah er plötzlich einen Engel neben dem Altar stehen. Zacharias erschrak, doch der Engel beruhigte ihn: »Fürchte dich nicht, Zacharias, denn dein Gebet ist erhört, und deine Frau Elisabeth wird dir einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Johannes geben.« Er »wird schon vom Mutterleib an erfüllt werden mit dem Heiligen Geist. Und er wird vom Volk Israel viele zu dem Herrn, ihrem Gott bekehren.« ( Lukas 1, 11-16)

Konnte das wahr sein? Wie sollte Elisabeth denn in ihrem Alter noch schwanger werden? »Woran soll ich das erkennen?«, fragte Zacharias den Engel, »Ich bin alt, und meine Frau ist betagt.« ( Lukas 1, 18) Der Engel stellte sich ihm nun als Gottes Bote Gabriel vor und kündigte an, Zacharias werde zur Strafe für seine Zweifel »nicht reden können« ( Lukas 1, 20), bis geschehen sei, was er ihm angekündigt habe.

Vor dem Tempel warteten die Menschen auf den Priester. Zacharias aber konnte nicht mit ihnen reden und winkte ihnen nur stumm zu. Erschüttert ging er nach Hause. Bald geschah, was das Paar nicht mehr zu hoffen gewagt hatte: Elisabeth erwartete ein Kind.

Und nicht nur sie, auch ihre Verwandte Maria wurde kurz darauf auf wunderbare Weise schwanger. Als Maria mit dem Jesuskind im Bauch Elisabeth einmal besuchte, da »hüpfte das Kind in ihrem Leibe«, erzählt der Evangelist Lukas. ( 1, 41)

Dann kam Johannes zur Welt. Die Freude war groß. Acht Tage nach der Geburt wurde die Beschneidung des Sohnes gefeiert. Man fragte die Eltern nach einem Namen für das Kind. Johannes solle es heißen, antwortete Elisabeth. Die Gäste waren erstaunt, dass es nicht nach einem Familienmitglied benannt werden sollte, und fragten auch Zacharias. Der »forderte eine kleine Tafel und schrieb: Er heißt Johannes.« ( Lukas 1, 63)

Nun waren die Gäste sprachlos vor Verwunderung. Erst recht, als Zacharias plötzlich wieder reden konnte, denn »sein Mund wurde aufgetan […], und er redete und lobte Gott«. ( Lukas 1, 64)

Sicherlich haben Elisabeth und Zacharias liebevoll für ihren langersehnten Sohn gesorgt. Wie es den beiden weiter erging und ob sie noch miterlebten, wie Johannes zum Prediger und Täufer wurde, verrät die Bibel aber nicht.

ELISABETH & ZACHARIAS

  NAME: Elisabeth: von hebr. Eliseba »Gott ist Fülle«; Zacharias: griechische Form des hebr. Namens Sacharja »der Herr hat sich erinnert«

  BERUF: Zacharias war Priester

  HERKUNFT: beide entstammten alten Priesterfamilien

  ZEIT: um das Jahr Null herum

  WIRKUNGSGESCHICHTE: Das Protevangelium des Jakobus aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. berichtet, Zacharias sei von Soldaten Herodes' des Großen umgebracht worden. Als Herodes Kinder ermorden ließ, um das Heranwachsen eines neuen Königs der Juden zu verhindern, sei Elisabeth mit Johannes in die Wüste geflohen. Zacharias habe den Verfolgern nicht verraten, wo sich die beiden versteckten. Das kostete ihn selbst das Leben.

  WICHTIGE BIBELSTELLEN:  Lukas 1, 5-25;  1, 39-80

  ZITAT: »Fürchte dich nicht, Zacharias, denn dein Gebet ist erhört, und deine Frau Elisabeth wird dir einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Johannes geben.« ( Lukas 1, 13)

THEOLOGISCHES STICHWORT

ZWEIFEL: »Bei Gott ist kein Ding unmöglich« ( Lukas 1, 37), sagte der Engel Gabriel zu Maria, als er ihr die Geburt Jesu ankündigte. Die gleiche Erfahrung machten auch Elisabeth und Zacharias. Trotzdem zweifelte Zacharias zunächst an den Worten des Engels. Viele Texte der Bibel erzählen davon, wie eng der Zweifel oft mit dem Glauben verbunden ist. Selbst die gottesfürchtigsten Menschen sind nicht vor ihm gefeit. Glaube ist eben kein einfaches Für-wahr-Halten, sondern wächst in der Auseinandersetzung mit den eigenen Zweifeln.

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Sonja Poppe

 


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abgerufen 01.09.2016 - 05:35 Uhr

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