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Sonntagsblatt 50/ vom

#Kein Moslem mehr

Ex-Muslime rechnen über Twitter mit Islam ab


Ehemalige Muslime erklären derzeit in sozialen Netzwerken, warum sie dem Islam den Rücken gekehrt haben - und setzen sich damit für Religionsfreiheit ein.

Anynome Muslime und Ex-Muslime bekennen sich auf der Internetplattform Twitter zur Religionsfreiheit.
Foto: Screenshot: sob
   Anynome Muslime und Ex-Muslime bekennen sich auf der Internetplattform Twitter zur Religionsfreiheit.

        

Die Aktion unter dem Schlagwort »#ExMuslimBecause« (Kein Moslem mehr, weil ...) wurde Ende November von der Vereinigung ehemaliger Muslime in Großbritannien ins Leben gerufen. Sie möchte damit Andersdenkende und Regimekritiker aus der islamischen Welt ermutigen, öffentlich zu erklären, warum sie ihrer einstigen Religion abgeschworen haben. Tausende haben davon bereits Gebrauch gemacht.

»Diejenigen unter uns, die sich mit ihrem Namen und ihrem Foto zeigen, stehen für unzählige andere, die das entweder nicht können oder Angst davor haben, weil ihnen als Abtrünnigen vom Islam die Todesstrafe droht«, heißt es in einer Erklärung der Gruppe. »Indem wir an die Öffentlichkeit treten, brechen wir das Tabu, dass man den Islam nicht verlassen dürfe.«

Prominente Unterstützer

Bereits innerhalb weniger Stunden erklärten Hunderte Nutzer, warum sie genau das getan haben. »Kein Moslem mehr, weil es keinen Grund gibt, Mohammed zu glauben«, schrieb beispielsweise der Bestseller-Autor Nabeel Qureshi. Und weiter: »Christ, weil es sehr gute Gründe gibt, Jesus zu glauben.«

Anynome Muslime und Ex-Muslime bekennen sich auf der Internetplattform Twitter zur Religionsfreiheit.
Foto: Screenshot: sob

        

Er habe sowohl den Koran als auch das Leben Mohammeds ausführlich studiert: »Die Geschichte spricht gegen den Islam und seinen Wahrheitsanspruch.« Imram Said schrieb: »Kein Moslem mehr, weil es dort draußen eine erschreckend hohe Zahl von Menschen gibt, die meinen, es wäre vollkommen akzeptabel, andere wegen Gotteslästerung oder Abfall vom Islam zu bestrafen.«

Während die Kampagne von Kritikern als »hasserfüllt« und »islamophob« verurteilt wird, bekommt sie Rückendeckung von einem der bekanntesten Atheisten, dem Evolutionsbiologen und Autor des Bestsellers »Der Gotteswahn«, Richard Dawkins (Oxford). »Das ist ein ermutigender und erhebender Hashtag. Vielleicht gibt es dort Hoffnung«, twitterte er.

Wie die Gründerin der Vereinigung ehemaliger Muslime in Großbritannien, Maryam Namazie, dem Sender BBC sagte, hat sie nie damit gerechnet, dass die Aktion auf ein solch großes Echo stoßen würde: »Während wir unsere Toten von Paris (durch den Terroranschlag am 13. November - Anm. d. Red.) beklagen, dürfen wir nicht die zahllosen anderen vergessen, die von radikalen Islamisten ermordet werden - im Libanon, in Nigeria, Mali, dem Irak, Ägypten, Bangladesch, Pakistan oder Afghanistan.«

Auch jene, die in Ländern wie dem Iran oder Saudi-Arabien ganz legal durch Scharia-Gerichte zum Tode verurteilt würden, müssten in Erinnerung gerufen werden. Die aktuelle Flüchtlingskrise wurzele zu einem großen Teil in dieser grenzenlosen Brutalität.

Wenn es je einen richtigen Zeitpunkt gegeben habe, um den Islam und den Islamismus herauszufordern, »dann ist er jetzt«.

 

 

 

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