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Dieser Artikel: Ausgabe 01/2016 vom 03.01.2016
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Immer wieder sonntags ...

Was uns der Tag des Herrn wert sein sollte

Kommentar von Stephan Bergmann

Auch im neuen Jahr wird es wieder 52 Sonntage geben. Und wieder werden sich viele Menschen an vielen Sonntagen fragen: Wo ist nur mein arbeitsfreier Tag geblieben? Arbeitsverdichtung und Leistungsdruck, Jobstress selbst daheim: die wachsende Ökonomisierung und Digitalisierung unserer Gesellschaft machen dem freien Sonntag zusehends den Garaus.

Dass die Gewerkschaften dagegen traditionell Sturm laufen, ist hinlänglich bekannt. Jetzt aber fordert eine parteiübergreifende Gruppe von Bundespolitikerinnen sogar den politikfreien Sonntag - ohne Sitzungen, dafür mit mehr Zeit für die Familie.

Sicher ein wichtiges Signal. Allerdings ist zu hoffen, dass sich diese Politikerinnen mit der gleichen Verve auch für andere Berufsgruppen und gegen sonntägliche Ladenöffnungen engagieren. Die Kirchen haben die Einhaltung des gesetzlich verankerten Sonntagsschutzes des Öfteren zu Recht angemahnt.

Nach christlichem Verständnis wurde ja der Sonntag von Gott als gemeinsamer Ruhetag geschaffen und muss somit geheiligt werden. Der Wechsel von Arbeit und Ruhe, Konsum und Verzicht gehört zu den tragenden Strukturen unserer Gesellschaft und sollte weder durch Sonntagsarbeit noch durch verkaufsoffene Sonntage ausgehöhlt werden.

Durch die Heiligung des Sonntags erfahren Christen darüber hinaus auch eine spirituelle Bereicherung ihres Glaubens. Der Tag des Herrn hat deshalb für die christliche Identität eine besondere Prägekraft. Diese nicht nur zu bewahren, sondern auch zu stärken, sollte angesichts der Umbrüche in unserer Gesellschaft zentrale Aufgabe der Kirchen sein.

Gleichzeitig müssen besonders wir Evangelische etwas für den Stellenwert unserer Feiertage tun. Deren Bedeutung ist ja selbst manchen Kirchenmitgliedern nicht immer ganz klar. Unsere Kirche sollte deshalb für Aufklärung sorgen.

Die Vergewisserung des Einzelnen über seine eigene christliche Identität in der Gesellschaft ist ohne eine bewusste Sonn- und Feiertagskultur kaum denkbar. Eine in dieser wie in anderen wichtigen Fragen verankerte Identität ist auch Voraussetzung für einen Dialog mit anderen Religionen - und gleichzeitig für die Achtung der Menschenwürde, für Toleranz und Nächstenliebe. Das entspricht sowohl dem Geist des Evangeliums als auch unseren deutschen Grundwerten.

Der Schutz des Sonntags gehört zu beidem und ist der Eckstein einer menschlichen, solidarischen Gesellschaft, die nicht nur dem Materialismus und der Selbst­optimierung huldigt. Wie bewusst Christen als gläubige Gemeinde und als Teil der Arbeits- und Konsumwelt den Sonntag leben, entscheidet nicht zuletzt auch ganz erheblich über das Bild der Kirche in der Öffentlichkeit.

Sonntagsblatt-Gastkommentator Stephan Bergmann

 

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abgerufen 26.07.2016 - 06:29 Uhr

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