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Dieser Artikel: Ausgabe 01/2016 vom 03.01.2016
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»Spielst du wieder Mutti?«

Sonntagsblatt-Sprechstunde


»Ich tue immer alles für meine Freunde und Bekannten - und nie tun die was für mich.«

Es ist zum Beispiel oft so, dass ich diejenige bin, die am Wochenende Vorschläge macht, wo wir uns treffen könnten. Wenn ich weiß, dass jemand krank ist, kümmere ich mich, obwohl ich einen ziemlich anstrengenden Job habe. Oder ich mache ein Blech Pizza mehr und frage im Haus, ob jemand was will. Und wenn jemand Geburtstag hat, backe ich Kuchen, weil ich das gut kann.

Meistens freuen sie sich, aber manchmal ist ihnen das, was ich für sie tue, auch zu viel. Neulich hat jemand gesagt: »Spielst du schon wieder Mutti?« Ich verstehe, was er meint - aber ich habe Angst, dass alle weg sind, wenn ich mal nicht die bin, die macht und tut.

Frau K.

 

Ich stelle mir vor, dass es schön ist und ziemlich praktisch, Sie im Freundeskreis zu haben. Wenn eine Freundin Grippe hat, fahren Sie nach der Arbeit schnell an der Apotheke vorbei und vermutlich bringen Sie auch gleich einen Topf Hühnersuppe mit.

Ich finde es auch klasse, dass Sie immer Ideen haben, was man am Wochenende machen könnte. Das erlaubt es Ihren Freunden, unbesorgt »Nein« zu sagen und sich darauf zu verlassen, dass Sie wieder anrufen werden.

Es wäre so schön, wenn die anderen auch mal was für Sie täten. Aber sie tun's einfach nicht. Sind es undankbare, unsensible kleine Biester? Ich glaube nicht. Sie haben Pech, dass die Rolle der Versorgerin im Freundeskreis schon besetzt ist. Sie machen das so gut, dass kaum jemand damit zu konkurrieren wagt.

Sie spielen alle zusammen ein Spiel, in dem Sie auf die Rolle der »Mutter«, der Versorgerin festgelegt sind und die anderen auf die Rolle der Kinder. So verstehe ich jedenfalls den Satz, den Sie zitieren. Er enthält aber auch einen Hinweis auf eine mögliche Lösung.

Er ist nämlich eine Einladung, die Rollen in diesem »Spiel« immer mal wieder anders zu besetzen. Wer sagt denn, dass Sie immer die Mutter sein müssen? Jeder von uns hat verschiedene Seiten, kann mal versorgend und mal sorgebedürftig sein.

Dieser Satz ist eine Aufforderung, sich miteinander über Spielregeln und Rollenverteilung auszutauschen. Dabei geht es nicht darum, dass Sie ab sofort keine Kuchen mehr backen, sondern sich klar zu machen, dass die Art, wie Sie Ihre Beziehungen gestalten, ein Spiel ist, in dem die Rollen nicht auf alle Zeit festgelegt sein müssen.

Wenn Sie das so verstehen, könnten Sie mal mit dem einen oder anderen aus dem Freundeskreis darüber reden, ob jemand anders dran ist mit Pizza backen. Klar, dann wird die Pizza anders schmecken, das Wochenende anders verlaufen, und vielleicht werden Sie immer wieder mal Angst haben, dass das Telefon nie mehr klingelt.

Die wichtigste Veränderung aber wird darin bestehen, zu zeigen, dass Sie bereit sind, auch andere Rollen zu übernehmen, also etwa auch mal gerne versorgt werden wollen - und dass Ihre Freunde eingeladen sind, sich selbst in anderen Rollen auszuprobieren. Dieser Rollenwechsel ist ein Wagnis - aber er kann alles verändern.

SONNTAGSBLATT - SPRECHSTUNDE

Barbara Hauck

Wenn Sie ein Problem haben und Rat brauchen, dann schreiben Sie an die »Sprechstunde«, Birkerstraße 22, 80636 München. Die Berater antworten auf dieser Seite oder mit Brief. Sie können auch unmittelbar an einen Berater schreiben: Pfarrerin Barbara Hauck, Breite Gasse 82/84, 90402 Nürnberg - oder Kirchenrat Waldemar Pisarski, Meringer Str. 38c, 86163 Augsburg.

Waldemar Pisarski

Wenn Sie eine längerfristige Korrespondenz wünschen, steht Ihnen die Evangelische Briefseelsorge, Postfach 600306, 81203 München, zur Seite. Alle Zuschriften werden vertraulich behandelt.

 

 

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Barbara Hauck

 


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abgerufen 27.07.2016 - 03:46 Uhr

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