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Dieser Artikel: Ausgabe 01/2016 vom 03.01.2016
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Sechzig Könige auf Achse

In Nürnberg-St. Leonhard und Schweinau sind die Sternsinger ökumenisch unterwegs


Rund 330 000 Sternsinger sind in diesen Tagen in Deutschland unterwegs, um Spenden für arme Kinder in Bolivien einzusammeln. Die ursprünglich katholische Tradition ist im Nürnberger Westen seit gut zehn Jahren ökumenisch.

Anprobe in der Sternsinger-Kleiderkammer: Sechzig kleine Könige sind zwischen Weihnachten und Dreikönig in Nürnberg-Schweinau und St. Leonhard unterwegs.
Foto: Pilz-Dertwinkel
   Anprobe in der Sternsinger-Kleiderkammer: Sechzig kleine Könige sind zwischen Weihnachten und Dreikönig in Nürnberg-Schweinau und St. Leonhard unterwegs.

        

Das Motto der diesjährigen Aktion lautet »Segen bringen, Segen sein. Respekt für dich, für mich, für andere - in Bolivien und weltweit«. In Schweinau und St. Leonhard sind rund 40 evangelische, katholische und orthodoxe Kinder ab acht Jahren auf Achse. Getragen wird die Sternsingeraktion vom Kindermissionswerk »Die Sternsinger« und vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend. Vor Ort beteiligen sich die Kirchengemeinden.

Die Kinder, die sich an einem Vorbereitungssamstag im Pfarrsaal von St. Wolfgang mit dem Schicksal bedürftiger Menschen in Bolivien und mit Armut grundsätzlich auseinandersetzen, wohnen in einem Multikulti-Stadtteil. Sie sind begeistert davon, mit dem gesammelten Geld Altersgenossen helfen zu können, die schlechter dran sind als sie selbst.

»Der Zweck geht über Religion hinaus«, beschreibt Katharina Dembowski von der Lebenshilfe die Motivation. Sie beteiligt sich seit Jahren mit behinderten Kindern an der Sternsingeraktion, die sie als modernes Projekt für Inklusion, als gelungene Einbindung der Lebenshilfe-Kinder in den Stadtteil lobt. Beziehungen seien gewachsen, erzählt sie, Leute in der Nachbarschaft warteten schon auf ihre Sternsinger.

Im Einführungsfilm nimmt Reporter Willi die Kinder mit nach Bolivien, Beispielland der Sternsingeraktion 2016. Er trifft Kinder und Jugendliche, die mit ihren Eltern vom Land in die Stadt gekommen sind in der Hoffnung auf ein besseres Leben.

Oft schämen sie sich für ihre indigene Herkunft; sie legen die traditionelle Kleidung ab, verbergen ihre Muttersprache, versuchen sich anzupassen. Es wird deutlich, wie wichtig gegenseitiger Respekt ist, weil Kinder und Jugendliche oft ausgegrenzt oder schlecht behandelt werden, nur weil sie anders sind.

Für mehr Respekt setzt sich auch das Projekt Palliri in Bolivien ein, zu dem neben einer Fußballschule ein Kindergarten sowie ein Kinder- und Jugendzentrum gehören. Die Hilfe der Sternsinger braucht Palliri ganz besonders, erfahren die künftigen Könige. Wann sind Menschen arm, überlegen sie anschließend im Stuhlkreis. Wenn es ihnen wie in Bolivien an materiellen Gütern fehlt, weil die Lebensbedingungen dort viel schlechter sind als hier; doch auch - so wird ihnen klar - wenn Menschen keine Angehörigen und Freunde haben. »Ohne Liebe ist man arm«, formuliert Dembowski. Die Sternsinger denken an ihre eigene Familie, an ihre Ausbildungs- und Freizeitmöglichkeiten, an das, was für sie selbstverständlich ist, - und dann an die Kinder, die nicht genug zu essen haben, keine Schule besuchen können oder vor Gewalt flüchten müssen.

Jeder sollte sein Leben nach seinen Wünschen gestalten können, so das Fazit. Jeder verdient es, respektvoll behandelt zu werden. Respekt füreinander ist auch wichtig, damit Menschen in Frieden zusammenleben können. Diese Haltung hat Jesus vorgelebt; er hat jeden Menschen mit seinen Bedürfnissen ernst genommen.

König sein bedeutet, sein Leben so leben zu können, wie man will, sagt jemand im Film. Die Kinder, die bald als Kaspar, Melchior und Balthasar singend um eine Spende bitten werden, freuen sich schon, dazu etwas beitragen zu können. »Die Kinder dort sollen ein gutes Leben haben«, sagt die neunjährige Pauline ernst, »es ist nicht ihre Schuld, dass sie arm sind.«

Wenn die Sternsinger vor der Türe stehen und ihr Lied singen, freuen sich die meisten Leute. Auch mit Muslimen habe man gute Erfahrungen gemacht, berichtet Betreuerin Claudia Trost, die Kinder erzählten dann die Weihnachtsgeschichte und warum sie Geld sammeln. Zwischendurch komme es auch vor, dass die Kinder nicht herzlich aufgenommen würden, aber das mache ihnen nichts aus.

Sechzig prächtige Königskleider hängen im Flur säuberlich auf der Stange; Friederike Scholz kümmert sich um die Anprobe. Sie gehört zu dem ehrenamtlichen Team, ohne das die Sternsingeraktion nicht zu stemmen wäre. Manche der Helfer und Helferinnen nehmen sogar Urlaub, um die Kinder zu begleiten, Essen zu kochen und Tee zum Aufwärmen bereitzustellen, um zu motivieren und zu loben.

Nach erfolgter Sternsingeraktion gibt es für die kleinen Könige ein abschließendes Highlight: den Empfang bei Oberbürgermeister Ulrich Maly.

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Ulrike Pilz-Dertwinkel

 


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abgerufen 28.06.2016 - 16:57 Uhr

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