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Sonntagsblatt 02/ vom

ZEITZEICHEN


Wem gehört die Welt? Ein Jugendlicher würde wahrscheinlich lauthals antworten: mir! Später, wenn das Verantwortungs- und Pflichtbewusstsein unaufhaltsam ins Leben einsickern, wandelt sich die Antwort womöglich zu einem: Uns gehört die Welt, der gesamten Menschheit gehört sie.

Dann ist auch die Überzeugung nicht mehr weit, dass Gottes Schöpfung keinem gehört. Sie ist einfach da, ganz unabhängig von uns. Wir tragen einzig die Verantwortung, so mit ihr umzugehen, dass Pflanzen, Tiere und nachfolgende Menschengenerationen auf ihr weiter eine lebenswerte Heimat vorfinden.

Doch wem gehört eigentlich das Universum? Nun ja, blöde Frage, denkt man im ersten Augenblick: Wem soll das Universum schon gehören?

Aber ein Blick auf die jüngere Geschichte zeigt, dass diese Frage 1967 von den Vereinten Nationen im »Vertrag über die Grundsätze zur Regelung der Tätigkeiten von Staaten bei der Erforschung und Nutzung des Weltraums einschließlich des Mondes und anderer Himmelskörper« zumindest aus irdischer Sicht geregelt wurde.

Darin wurde beschlossen, dass alle Aktivitäten im All erst einmal der gesamten Menschheit zugutekommen müssen und in den unendlichen Weiten des Weltraums keine nationalen Hoheitsansprüche gelten.

Vor Kurzem nun wurde in den USA ein Gesetz verabschiedet, nach dem drei US-Behörden in Zukunft zuständig sein sollen für die Vergabe von interstellaren Schürfrechten.

Bisher waren wir noch überzeugt davon, dass das Universum, wenn überhaupt, dann nur dem Schöpfer gehören kann. Mittlerweile sind wir verunsichert: Erst das US-Weltraum-Gesetz, dann noch der intergalaktische Kassenerfolg des neuen Star-Wars-Films. Das Universum gehört womöglich längst dem Disney-Konzern.

Und das muss keine gute Nachricht sein.

ct