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Dieser Artikel: Ausgabe 02/2016 vom 10.01.2016
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Der Schatz im Kirschgarten

Ein Schweizer Landwirt findet unter seinen Bäumen mehr als 4000 römische Münzen


Es begann inmitten von Kirschbäumen: Ein Landwirt findet auf seiner Plantage Münzen, zunächst nur wenige in leuchtendem Grün - und vergisst sie schnell wieder. Einige Monate später kommen weitere Münzen zum Vorschein.

Ausgegrabene Münzen.
Foto: dpa/pa
   Ausgegrabene Münzen.

        

Bald ist klar: Hier liegen noch mehr davon - und es sind keine modernen Geldstücke, sondern römische Münzen. Also informiert der Landwirt die Behörden, Archäologen rücken an. Sie holen viele weitere Münzen aus dem Boden, und zwar aus einem wenige Quadratmeter großen Stück Land. Auch deswegen ist klar: Die Münzen liegen dort nicht zufällig, sie wurden vergraben. Vor rund 1700 Jahren.

»Der Schatz umfasst rund 4000 Münzen und hat ein Gewicht von rund 15 Kilogramm. Das ist eine Größenordnung, wie wir sie von Münzschätzen nicht kennen«, sagt Kantonsarchäologe Georg Matter. Das ist kaum übertrieben: Dass einmal ein Schatz mit einer Menge von bis zu 2500 Geldstücken aus dem Boden geholt wird, das kommt hin und wieder vor. Aber mehr als 4000 Münzen - das ist nicht nur in der Schweiz ein Jahrzehntfund. Geborgen haben ihn die Archäologen im November im aargauischen Dorf Ueken nahe der deutschen Grenze. Untersucht wird er derzeit in der Kleinstadt Brugg.

Nicht nur die reine Menge an Geldstücken ist beeindruckend: Sie sind zudem besonders gut erhalten. Daher vermuten die Archäologen, dass die Münzen schon kurz nach ihrer Prägung aus dem Verkehr gezogen und vergraben wurden. Es handelt sich zudem um hochwertiges Bronze mit einem Silberanteil von rund fünf Prozent.

Wer diese Münzen besaß und weshalb er sie nicht ausgab, das kann man nicht mit Sicherheit sagen. »Vorstellbar wäre, dass die Münzen einem Handwerker, einem Gutsherrn oder einem Kaufmann gehört haben. Jemandem, der das über Jahre gespart und dies dann versteckt hat«, sagt Georg Matter. Dieser könne verstorben oder erkrankt sein, ehe er selbst sein Vermögen bergen konnte. »Es ist aber auch denkbar, dass er den Schatz gesucht und dann nicht mehr gefunden hat.«

Unsicher sind sich die Forscher auch darüber, welchen Wert das versteckte Geld im dritten Jahrhundert hatte. Damals habe eine hohe Inflation geherrscht - deswegen lasse sich weder sagen, wie groß das Vermögen beim Vergraben gewesen sei, noch ob es in der Erde gegen seinen Eigentümer gearbeitet habe.

Dagegen spricht der Silberanteil: Dieser legt nach Ansicht der Forscher eher nahe, dass die Geldstücke gezielt gesammelt wurden - weil Silber womöglich einen höheren Werterhalt garantierte. Klar ist jedenfalls, dass es sich um ein Vermögen in der Größenordnung von einem bis zwei durchschnittlichen Jahreseinkommen gehandelt haben muss.

Einfacher zu benennen ist der Wert des Schatzes aus heutiger Sicht - jedenfalls aus der Sicht eines Forschers: »Wir können durch die Auswertung Rückschlüsse ziehen. Etwa auf den Geldfluss in der Römerzeit«, sagt Kantonsarchäologe Georg Matter.

Keine Auskunft geben die Behörden über den materiellen Wert des Schatzes - warum auch? Da archäologische Bodenfunde in der Schweiz der Allgemeinheit gehören, ist der Schatz im Besitz des Kantons Aargau, ein Verkauf ist nicht geplant, aber eine Ausstellung: »Wir machen uns Gedanken, wie wir den Fund öffentlich präsentieren können. Wir werden eine Lösung finden«, sagt Kantonsarchäologe Georg Matter.

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Sebastian Stoll

 


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abgerufen 27.09.2016 - 22:37 Uhr

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