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Dieser Artikel: Ausgabe 02/2016 vom 10.01.2016
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Ein Klangdenkmal aus vergangener Zeit

Die historische Orgel in Ortenburg muss saniert werden


In protestantisch geprägten Gegenden findet man sie in fast jeder Dorfkirche: historische Orgeln. Eine jede für sich erzählt ihre eigene Geschichte. Jede ist etwas Besonderes. Im katholisch geprägten Niederbayern sind historische Orgeln allerdings Mangelware. Doch es gibt so ein Schmuckstück: in der evangelischen Enklave Ortenburg.

Der Passauer Dekanatskantor Ralf Albert Franz (links) und Markus Bunge, Orgelsachverständiger der evangelischen Landeskirche in Bayern, erkunden das Innere der historischen Ehrlich-Orgel in der St. Laurentiuskirche im Ortenburger Ortsteil Steinkirchen. Sie betonen: Die Restaurierung des Instruments ist dringend erforderlich.
Foto: Maier
   Der Passauer Dekanatskantor Ralf Albert Franz (links) und Markus Bunge, Orgelsachverständiger der evangelischen Landeskirche in Bayern, erkunden das Innere der historischen Ehrlich-Orgel in der St. Laurentiuskirche im Ortenburger Ortsteil Steinkirchen. Sie betonen: Die Restaurierung des Instruments ist dringend erforderlich.

        

Die »alte Dame«, so nennt der Passauer Dekanatskantor Ralf Albert Franz das Instrument mit einem Schmunzeln, steht in der evangelischen St. Laurentiuskirche im Ortenburger Ortsteil Steinkirchen. Sie wurde von der bekannten Orgelbaufamilie Ehrlich erbaut. »Unsere Ehrlich-Orgel aus dem Jahr 1842 ist komplett erhalten«, sagt Franz stolz. Damit sei die Orgel das einzige vollständig erhaltene Instrument dieser Orgelbaufamilie in der Region.

Trockener Sommer

Doch es gab im Laufe der vergangenen Jahre immer wieder kleinere Probleme mit der Orgel. Der trockene Sommer in 2015 hat ihr nun aber besonders stark zugesetzt. »Wir konnten teils nicht mal mehr Choräle spielen, weil die Windversorgung beinahe zusammengebrochen ist«, berichtet Franz. Gleich an mehreren Stellen verliere die Ehrlich-Orgel Wind. »Zum Beispiel sind die Leimfugen immer breiter geworden. Es hat überall rausgepfiffen«, so Franz weiter.

Die undichten Stellen wurden notdürftig repariert - eine Lösung zum Übergang, aber nicht auf Dauer. Die Orgel muss restauriert werden. »Dafür gibt es mehrere gewichtige Gründe«, betont Dekanatskantor Franz. »Zum einen ist die Orgel das Instrument in der St. Laurentiuskirche. Hier finden Gottesdienste statt, die Orgelbegleitung erfordern. Es gibt aber auch Orgelkonzerte, wie beispielsweise im Rahmen der ›Steinkirchner Herbstkonzerte‹, die alljährlich im Oktober rund um den Ortenburger Reformationstag durchgeführt werden«, so Franz.

Zum anderen sei die Orgel ein echtes »Klangdenkmal«. »Klangzeugnisse aus der Zeit der Frühromantik sind eher selten. Dank unserer historischen Orgel können wir heute Werke etwa von Felix Mendelssohn Bartholdy im Originalklang realisieren«, so der Dekanatskantor. Und auch aus Orgelbausicht sei die Orgel unbedingt erhaltenswert. »Sie ist ein Instrument, von dem man viel lernen kann - von den Mensuren der Pfeifen bis hin zur Traktur.«

»Wir müssen jetzt handeln, damit wir nicht etwas hergeben, das dann irgendwann endgültig weg ist«, so Franz. Der gleichen Meinung ist der Kirchenvorstand der evangelischen Kirchengemeinde Ortenburg. Dieser stehe geschlossen hinter der Absicht, die Orgel wieder auf Vordermann zu bringen, betont Christa Herrmann, die sich bereits seit rund 20 Jahren im Kirchenvorstand engagiert. Es gebe im Kirchenvorstand niemanden, der gegen die Restaurierung der Ehrlich-Orgel sei. »Bei dieser mechanischen Orgel handelt es sich einfach um ein ganz besonderes Stück, sie ist ein kleines Wunderwerk. Wir wollen sie unbedingt erhalten«, so Herrmann.

Kleine Gemeinde, hohe Lasten

Um einen besseren Überblick zu bekommen, wie der historischen Orgel geholfen werden kann, wurde Markus Bunge, Orgelsachverständiger der evangelischen Landeskirche in Bayern, zu Rate gezogen. Auch er empfiehlt dringend die Restaurierung der Orgel, um sie als »Klangdenkmal« für die Nachwelt zu erhalten.

»Man muss auf jeden Fall möglichst substanzerhaltend arbeiten«, betont Bunge. Vor allem die Windversorgung der Orgel müsse im Fokus der Restaurierung stehen. »Hier müssen wir grundsätzlich etwas ändern, da das Gebläse derzeit nicht ausreicht.« Die Windverluste müssten beseitigt und sämtliche Dichtungen an den Ventilen und der Balk-Anlage ausgetauscht werden. »Leider wurde vor rund 20 Jahren eine neue Koppelmechanik eingebaut, um den Wünschen der damaligen Zeit gerecht zu werden. Es wäre nun erforderlich, die Pedalmechanik zurückzubauen, sodass wir dem Instrument in seinem ursprünglichen Zustand aus dem Jahr 1842 wieder begegnen können«, wünscht sich Bunge.

Die Restaurierungsmaßnahmen an der historischen Ehrlich-Orgel werden laut ersten Schätzungen rund 45 000 Euro kosten. »Die evangelische Kirchengemeinde in Ortenburg ist relativ klein, hat aber zwei Kirchen zu betreiben. Da auch die Orgel in der Hauptkirche restauriert werden muss, sind wir bei der Restaurierung der historischen Ehrlich-Orgel in Steinkirchen auf Unterstützung angewiesen. Alleine kann das die Kirchengemeinde nicht schultern«, erklärt Dekanatskantor Franz. Zwar seien Zuschüsse und Unterstützung von verschiedenen Stiftungen zu erwarten, doch Spenden würden dringend benötigt.

 

  Spendenkonto: Wenn Sie helfen wollen, die historische Orgel zu retten, können Sie auf das Konto der evangelischen Kirchengemeinde Ortenburg spenden: Raiffeisenbank Ortenburg, IBAN: DE80 7406 1670 0000 0021 00, BIC: GENODEF1ORT. Internet:  www.ortenburg-evangelisch.de. Wikipedia:  Marktkirche Ortenburg,  St. Laurentius Steinkirchen

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Mareen Maier

 


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abgerufen 27.05.2016 - 14:11 Uhr

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