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Dieser Artikel: Ausgabe 03/2016 vom 17.01.2016
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Ausweg »Dating«?

Sonntagsblatt-Sprechstunde


Was verbirgt sich dahinter, wenn die 28-jährige Tochter sich nach einer gescheiterten langjährigen Beziehung nun immer wieder mit unterschiedlichen Männern trifft und hofft, dass daraus wieder eine dauernde Beziehung entsteht?

Ich habe ein gutes Verhältnis zu meiner 28-jährigen Tochter. Sie wohnt in derselben Stadt, wir telefonieren und sehen uns und ich bin froh, dass wir eigentlich über alles miteinander reden können, obwohl ich als ihre Mutter und in meinem Alter (63) ja doch manches anders sehe.

Meine Tochter hat sich vor einem Jahr von ihrem langjährigen Freund getrennt. Nun hat sie mir erzählt, dass sie sich immer wieder mit Männern trifft und hofft, dass daraus wieder eine dauernde Beziehung entsteht. »Dating« nennt sie das. Ich kannte diesen Begriff vorher nicht.

Meine Tochter ist eigentlich eine selbstbewusste und selbstständige Frau - aber wenn sie von diesen Treffen erzählt und von den Hoffnungen, die sie sich macht, frage ich mich, ob sie sich nicht zu viel verspricht und zu sehr verbiegt, nur um wieder jemanden kennenzulernen.

Ich finde, sie ist ganz in Ordnung, so wie sie ist, und ich wünsche mir, dass sie ihr Leben genießen kann, mit und ohne Partner. Wie kann ich sie am besten unterstützen?

Frau Sch.

 

Oskar Wilde hat mal gesagt: »Sich selber zu lieben kann der Anfang einer lebenslangen Liebesgeschichte sein.« Das kann man durchaus auch als gutes Rezept für den Anfang der Liebe zu einem Partner sehen - und es ist die Ermutigung, die Sie Ihrer Tochter in so einer Situation mitgeben können. Sie wissen das und haben es in Ihrem Brief ja auch schon ausgedrückt, wenn Sie sagen, dass sie »ganz in Ordnung ist, so wie sie ist«.

Das ist vielleicht das Wichtigste, was Sie ihr auch jetzt immer wieder vermitteln können - und dazu gehört auch, dass es okay ist, zu solchen Treffen zu gehen. Das machen ja vermutlich die Freundinnen und Kolleginnen Ihrer Tochter auch bzw. haben es gemacht - und es bietet eine Menge Gesprächsstoff. Sie braucht sich damit weder vor Ihnen noch vor anderen zu verstecken - aber sie braucht bei diesen Treffen ihr Selbstbewusstsein und ihre Selbstliebe auch nicht an der Garderobe abzugeben und nur noch daran zu denken, was dem potenziellen Partner gefallen könnte.

Eine Freundin hat mir neulich erzählt: »Am Anfang waren viele meiner Dating-Versuche eigentlich nur mit der Hoffnung verbunden, dass ich endlich jemanden treffe, der mich liebt, damit ich mich selbst liebenswert fühlen kann. Es ist aber vielleicht genau anders herum: Wenn ich es mir selbst wert bin, mit mir ins Kino zu gehen und für mich ein wunderbares Essen zu kochen, strahlt dieses Gefühl auch auf andere aus und ich muss nicht so sehr darauf hoffen, dass jemand genau das für mich tut, was ich mir heimlich wünsche. Ich habe angefangen, mehr darauf zu achten, wie es mir geht in solchen Treffen, was ich eigentlich will, und ich hab nicht mehr so sehr überlegt, wie der andere vielleicht möchte, dass ich bin.«

Die Unterstützung, die Sie Ihrer Tochter geben können, heißt also: Sei du selbst, bei dem Treffen, davor und danach - denn du bist völlig in Ordnung, genau so, wie du bist!« Ich habe übrigens meine Freundin gefragt, ob es jetzt geklappt hat. »Nein«, hat sie gelacht, »bisher noch nicht, aber seitdem verbringe ich immer wieder schöne Abende mit interessanten Männern. Und das ist doch auch schon was…«

SONNTAGSBLATT - SPRECHSTUNDE

Barbara Hauck

Wenn Sie ein Problem haben und Rat brauchen, dann schreiben Sie an die »Sprechstunde«, Birkerstraße 22, 80636 München. Die Berater antworten auf dieser Seite oder mit Brief. Sie können auch unmittelbar an einen Berater schreiben: Pfarrerin Barbara Hauck, Breite Gasse 82/84, 90402 Nürnberg - oder Kirchenrat Waldemar Pisarski, Meringer Str. 38c, 86163 Augsburg.

Waldemar Pisarski

Wenn Sie eine längerfristige Korrespondenz wünschen, steht Ihnen die Evangelische Briefseelsorge, Postfach 600306, 81203 München, zur Seite. Alle Zuschriften werden vertraulich behandelt.

 

 

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Barbara Hauck

 


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abgerufen 30.08.2016 - 12:47 Uhr

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