Home Artikel-ID: 2016_04_01_02
Diese Woche - die aktuelle Ausgabe
Themen
E-Paper: Sonntagsblatt digital
Jetzt im Sonntagsblatt-Shop bestellen!
Archiv
Die Redaktion
Abo-Service
Anzeigen-Service
Leserreisen
Leserbriefe
Impressum



    
Heute: 29.07.2016
Aktuelle Ausgabe: 29 vom 17.07.2016
Dieser Artikel: Ausgabe 04/2016 vom 24.01.2016
Alle Artikel der » Ausgabe 04/2016 im Archiv aufrufen.
  Druckversion


Jagd nach dem Glaswurm

Nur wenige Kirchen in Europa haben eine eigene Glaswerkstatt wie die Kathedrale von Canterbury


Die Schätze sind enorm und wollen behütet werden: Als eine von ganz wenigen Kirchen in Europa besitzt die Kathedrale von Canterbury eine eigene Glaswerkstatt.

In der Glaswerkstatt werden die mittelalterlichen Glasfenster gereinigt und gesichert.
Foto: Greif
   In der Glaswerkstatt werden die mittelalterlichen Glasfenster gereinigt und gesichert.

        

Die Kathedrale verfügt über rund 12 000 Quadratmeter Glasfenster, davon ein Drittel aus dem 12. und 13. Jahrhundert. Damals stellte man das Glas aus einer speziellen Mischung aus Sand, Kaliumkarbonat (Pottasche) und Kalk her, ohne von dessen Wasserlöslichkeit zu ahnen.

»Dieses Glas löst sich im Laufe der Zeit auf, es bilden sich Korrosionskrusten, die Farben verdunkeln«, konstatiert Leonie Seliger, die deutsche Werkstattchefin. Lange verstand man die chemischen Prozesse nicht, die sich dabei auf der Oberfläche des Glases abspielen: Noch im 19. Jh. behalf man sich mit dem Glauben an den »Glaswurm«, warum auch nicht, den Holzwurm gab es ja auch!

In der Glaskunstwerkstatt werden die Fenster behutsam einzeln ausgebaut, dokumentiert und gereinigt. Brüche in Glas und Blei werden gefestigt, die sich ablösende Bemalung unter dem Mikroskop konsolidiert. Dann werden farblose Kopien der Fensterteile, die als Schutzverglasung nach außen dienen, in die Rahmen eingebaut.

Die wertvollen Glasmalereien bekommen auf der Innenseite neue Rahmen. Farbwirkung nach innen bleibt die gleiche, aber die historischen Teile liegen künftig im Trockenen. Manchmal hat die Werkstatt auch kuriose Aufträge zu erfüllen - wie den Nachbau eines Kathedralenfensters für eine Kirche im US-amerikanischen Dallas.

europa reformata

europa reformata

  Luthers Thesenanschlag am 31. Oktober 1517 gilt als Startpunkt der Reformation und Urknall der Neuzeit. Die Reformation war eine europäische Angelegenheit.

  Unter dem Logo »europa reformata« stellen wir in loser Folge europäische Orte vor, die von evangelischem Denken und Handeln entscheidend mitgeprägt wurden.

CANTERBURY

Katholische Protestanten. Die Kathedrale von Canterbury (Südengland) ist Mutterkirche und Herz der Anglikaner. Von Thomas Greif. » lesen!

Jagd nach dem Glaswurm. Nur wenige Kirchen in Europa haben eine eigene Glaswerkstatt wie die Kathedrale von Canterbury. » lesen!

Was ist anglikanisch? Stimmen aus Canterbury. » lesen!

 

Kreative Gemeinde - die besten Projekte und Initiativen der bayerischen evangelischen Kirchengemeinden

 

thg

 


Valid HTML 4.01 Transitional

/news/aktuell/2016_04_01_02.htm
abgerufen 29.07.2016 - 07:51 Uhr

© Sonntagsblatt 1998-2016, ImpressumWebmaster
Angebote für Webmaster / AGB

#nächstenliebejetzt: die Aktion gegen Hass und Angst des Evangelischen Presseverbands für Bayern, dem Verlagshaus des Sonntagsblatts

»Die Personen der Bibel«: der beliebte Glaubenskurs aus dem Sonntagsblatt jetzt als Buch für nur 19,90 Euro. Gleich bestellen!

Werden Sie Hoffnungsträger - und spenden Sie ein Patenschafts-Abo für Menschen in Pflegeheimen, Krankenhäusern und Gefängnissen. Jetzt mitmachen!