Home Artikel-ID: 2016_04_21_01
Diese Woche - die aktuelle Ausgabe
Themen
E-Paper: Sonntagsblatt digital
Jetzt im Sonntagsblatt-Shop bestellen!
Archiv
Die Redaktion
Abo-Service
Anzeigen-Service
Leserreisen
Leserbriefe
Impressum



    
Heute: 02.07.2016
Aktuelle Ausgabe: 26 vom 26.06.2016
Dieser Artikel: Ausgabe 04/2016 vom 24.01.2016
Alle Artikel der » Ausgabe 04/2016 im Archiv aufrufen.
  Druckversion


Meckern übers Mittagessen

Sonntagsblatt-Sprechstunde


Was Kommunikation in einer Ehe mit den Signaltrompeten des Apostels Paulus zu tun hat.

Mein Mann und ich haben drei Kinder mit sechs, acht und neun Jahren. Sie können sich vorstellen, dass es in unserer Familie manchmal rundgeht.

Natürlich versuche ich, mit meinen Kräften Maß zu halten und Dinge zu vereinfachen. Beim Essen achte ich darauf, dass wir an den Wochenenden abwechslungsreich und gesund essen. Aber während der Woche gibt es auch schon einmal Fischstäbchen oder Ravioli aus der Dose.

Alle sind's zufrieden, aber bei meinem Mann macht sich hier immer wieder eine Unzufriedenheit breit. Seine Arbeitsstelle ist nicht allzu weit weg, sodass er gern zu Mittag nach Hause kommt. Und dann heißt es, dass ich mir bei der Essenszubereitung ein bisschen mehr Mühe geben könnte. Da muss dann das gute Sprichwort »Liebe geht durch den Magen« herhalten. Es klingt wie eine Waffe, und prompt bekomme ich Schuldgefühle.

Meine Bitte, dass wir in Ruhe darüber nachdenken, wie wir mit unserer Zeit und den vielen Aufgaben besser umgehen können, findet ein allgemeines »Ja, müssen wir«. Aber dann kommt es nicht dazu. Einmal ist die Müdigkeit wichtiger, ein andermal eine Fußballübertragung. Ich glaube nach wie vor, und mein Mann tut das auch, dass wir gut zusammenpassen, dass wir auch vieles gut hingekriegt haben. Aber momentan tun wir uns schwer miteinander.

Frau B.

 

In unseren Sprichworten sammeln sich Erfahrungen und Weisheit. Aber sie sind keine Dogmen. Dass die Liebe durch den Magen geht, na gut. Viel wichtig aber ist, wo sie denn bleibt, wenn sie dann durch den Magen hindurchgegangen ist.

Bitte überprüfen Sie einmal die ganze Inszenierung. Ich höre Sie sagen, dass Sie für das Mittagessen zuständig sind. Ihr Mann taucht als Gast auf, weil es von seiner Arbeitsstelle her so bequem ist, und mäkelt dann an Ihnen herum. Stimmt das so für Sie? Und wollen Sie es so geschehen lassen?

Sie reagieren mit einer Bitte, die er regelmäßig ins Leere laufen lässt. Wie wäre es, wenn Sie hier deutlicher würden, etwa: »Was du im Moment praktizierst und wie du es tust, das tut mir weh. Es vergällt mir alle Freude am Mittagstisch.« Ähnlich geht es mir mit Ihrem Gesprächswunsch. Auch hier wirken Sie auf mich sehr verhalten. Prompt stellt sich so ein »Ja, aber ...«-Spielchen ein. Wie wäre es, wenn Sie auch hier resoluter formulierten: »Wenn du dir keine Zeit nehmen willst, hier ist ein Bogen Papier. Schreib mir auf, was du an konkreten Vorschlägen hast, aber hör' mit dem Herummosern auf.«

Also nicht den Ärger gegen sich selbst richten und zu Schuldgefühlen werden lassen, sondern ihn Ihrem Partner geben. Im  1. Korintherbrief, heißt es: »Die Signaltrompete muss einen deutlichen Ton abgeben.« Sie wollen ein Signal setzen, aber der Ton dabei verliert sich fast.

Schön, dass Sie beide so viel Zutrauen zu Ihrer Beziehung haben und mit Genugtuung auf manches blicken können, was Sie geschafft haben. Sich hier nicht auszuruhen, sondern aufmerksam füreinander zu bleiben, ist wohl die große Herausforderung. Es geht rund in der Familie, sagen Sie. Ich wünsche Ihnen, dass es auch wieder rundläuft.

SONNTAGSBLATT - SPRECHSTUNDE

Barbara Hauck

Wenn Sie ein Problem haben und Rat brauchen, dann schreiben Sie an die »Sprechstunde«, Birkerstraße 22, 80636 München. Die Berater antworten auf dieser Seite oder mit Brief. Sie können auch unmittelbar an einen Berater schreiben: Pfarrerin Barbara Hauck, Breite Gasse 82/84, 90402 Nürnberg - oder Kirchenrat Waldemar Pisarski, Meringer Str. 38c, 86163 Augsburg.

Waldemar Pisarski

Wenn Sie eine längerfristige Korrespondenz wünschen, steht Ihnen die Evangelische Briefseelsorge, Postfach 600306, 81203 München, zur Seite. Alle Zuschriften werden vertraulich behandelt.

 

 

Eine » Übersicht aller Sonntagsblatt - Sprechstunden finden Sie » hier...

 

 

Kreative Gemeinde - die besten Projekte und Initiativen der bayerischen evangelischen Kirchengemeinden

 

»Musica Sacra« - herausragende Werke der Kirchenmusik

MUSICA SACRA

 

Waldemar Pisarski

 


Valid HTML 4.01 Transitional

/news/aktuell/2016_04_21_01.htm
abgerufen 02.07.2016 - 11:29 Uhr

© Sonntagsblatt 1998-2016, ImpressumWebmaster
Angebote für Webmaster / AGB

Anzeigen

»Die Zehn Gebote«: Jetzt das neue THEMA-Magazin bestellen!

»Die Personen der Bibel«: der beliebte Glaubenskurs aus dem Sonntagsblatt jetzt als Buch für nur 19,90 Euro. Gleich bestellen!

Werden Sie Hoffnungsträger - und spenden Sie ein Patenschafts-Abo für Menschen in Pflegeheimen, Krankenhäusern und Gefängnissen. Jetzt mitmachen!