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Dieser Artikel: Ausgabe 04/2016 vom 24.01.2016
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Quartiermeister Gottes

Olaf Andreas Gulbransson prägte die evangelische Kirchenlandschaft in Bayern mit seinen Zeltbauten


17 evangelische Kirchen hat Olaf Andreas Gulbransson in Bayern gebaut und damit das Bild des modernen Sakralbaus Mitte des 20. Jahrhunderts wesentlich mitgeprägt. Am 23. Januar wäre der »Quartiermeister Gottes« hundert Jahre alt geworden.

Dreimal Gulbransson in Oberbayern: Die Christuskirche am Schliersee war 1954 das erste bayerische Gotteshaus in Zeltform des damals gerade einmal 37-jährigen Architekten.
Foto: privat
   Dreimal Gulbransson in Oberbayern: Die Christuskirche am Schliersee war 1954 das erste bayerische Gotteshaus in Zeltform des damals gerade einmal 37-jährigen Architekten. ; die Johanneskirche in Taufkirchen (l.) wird dieses Jahr 60 Jahre alt; die Auferstehungskirche in Neufahrn (u.) war die letzte, deren Einweihung der Architekt noch miterlebte.

        

Gulbranssons erstes Kirchlein in Bayern steht am Schliersee: 1954 wurde die Christuskirche nach dem Entwurf des gerade mal 37 Jahre alten Architekten gebaut. Ihre Zeltform auf achteckigem Grundriss sollte die Gottesdienstbesucher an das Gottesvolk des Alten Testaments, unterwegs durch die Wüste, erinnern - sie zeigte sich auch in Gulbranssons folgenden Sakralbauten immer wieder.

Für den Sohn des norwegischen Zeichners Olaf Gulbransson, der als Karikaturist der Satirezeitschrift Simplicissimus bekannt wurde und sich den Tegernsee als Heimat wählte, waren Kirchen in bestimmter Hinsicht funktionelle Bauten. Sie hatten »Schale und Gehäuse für den Gottesdienst zu sein, die Gemeinde in die rechte Ordnung zum Altar, zur Kanzel und zum Taufstein zu bringen, damit zur Predigt und zum Abendmahl«, so der Architekt in seiner Erläuterung zur Christuskirche. Sein modernes Kirchen-Verständnis teilte Gulbransson mit anderen Kirchbau-Größen seiner Zeit wie dem Münchner Architekten Franz Lichtblau, mit dem er einen regen Austausch pflegte.

Die Johanneskirche in Taufkirchen wird 2016 60 Jahre alt.
Foto: privat
   Die Johanneskirche in Taufkirchen wird 2016 60 Jahre alt.

        

Autounfall mit 45 Jahren

Schnell folgten nun weitere Kirchen: in den oberbayerischen Orten Rottach-Egern, Taufkirchen und Burgkirchen, aber auch im unterfränkischen Schwebheim und Schweinfurt. Die Auferstehungskirche in Neufahrn bei Freising war die letzte Kirche, deren Einweihung Gulbransson am Ostersonntag 1961 noch mit­erlebte. Wenige Wochen später, am 18. Juli 1961, verunglückte der 45-Jährige auf der Autobahn zwischen Pfaffenhofen und der Holledau tödlich. Seine Mitarbeiter stellten nach seinen bereits begonnenen Plänen noch 19 weitere Kirchen fertig, darunter die Erlöserkirche Grainau und die Friedenskirche Aschau.

Übrigens profitieren auch die Tagungsgäste der Evangelischen Akademie Tutzing von Gulbranssons Kunst: Die Rotunde, Veranstaltungsort zahlreicher Vorträge und Debatten, stammt ebenfalls von ihm.

 

  DAS GULBRANSSONMUSEUM Tegernsee lädt am 7. Februar um 11.30 Uhr zu einem Vortrag über Olaf Andreas Gulbransson ein. Referent ist der Wiener Kunsthistoriker Professor Robert Stalla.

Die Auferstehungskirche in Neufahrn war die letzte, deren Einweihung der Architekt noch miterlebte.
Foto: privat
   Die Auferstehungskirche in Neufahrn war die letzte, deren Einweihung der Architekt noch miterlebte.

        

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Susanne Schröder

 


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abgerufen 30.05.2016 - 08:47 Uhr

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