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Dieser Artikel: Ausgabe 05/2016 vom 31.01.2016
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Ungebremste Barbarei

IS-Terroristen zerstören christliches Kloster Sankt Elias im Irak


Terroristen des »Islamischen Staats« haben das älteste christliche Kloster im Irak völlig zerstört. Das Verbrechen ereignete sich bereits 2014, wurde aber erst jetzt bekannt. Kirchen und die Vereinten Nationen sind bestürzt.

Deprimierender Vergleich: Oben der Zustand des Klosters vor dem Jahr 2014, unten die heutige Situation.
Foto: Picture Alliance
   Deprimierender Vergleich: Oben der Zustand des Klosters vor dem Jahr 2014, unten die heutige Situation.

        

Die Vereinten Nationen, Kirchen und Politiker haben entsetzt auf die Zerstörung des historischen christlichen Klosters Sankt Elias im Irak durch die Terrororganisation »Islamischer Staat« reagiert. Die Tat reihe sich nahtlos in die Verbrechen gegen die Menschlichkeit ein, unter denen Iraks Christen seit Langem litten, erklärte die Generaldirektorin der UN-Kulturorganisation (Unesco), Irina Bokova, in Paris.

Das Ende des 6. Jahrhunderts erbaute Kloster Sankt Elias sei das älteste christliche Kloster im Irak und Zeugnis des reichen kulturellen und religiösen Erbes des Landes gewesen, erklärte Bokova. Die Terrororganisation hatte das Kloster in der Nähe von Mossul nach Angaben der Unesco bereits im Jahr 2014 dem Erdboden gleichgemacht, jetzt veröffentlichten US-Medien Satellitenfotos vom Tatort.

Über 1400 Jahre Geschichte

Der Internationale Direktor des Ökumenischen Rats der Kirchen, Peter Prove, sprach von einer weiteren »äußerst bestürzenden Nachricht über den Vernichtungsfeldzug der Terrorgruppe«. Der »Islamische Staat« eliminiere mit gnadenloser Brutalität nicht nur Menschen, sondern auch alle Zeichen anderer Religionen und Kulturen, sagte Prove dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die Miliz mache in ihrem Sinne »Tabula rasa«.

Der Kirchen-Beauftragte der Unions-Bundestagsfraktion, Franz Josef Jung (CDU), erklärte, die Zerstörung von Sankt Elias reiße »eine tiefe Wunde in das kulturelle Erbe des Irak als einer der ursprünglichen Orte des Christentums«. Die Vernichtung und Versklavung unschuldiger Opfer durch die Terroristen müsse genauso gestoppt werden wie die Zerstörung religiöser und kultureller Stätten.

Das Elias-Kloster wurde um das Jahr 595 von dem aramäischen Mönch Mar Elia gegründet. Nach einer Zerstörung im 18. Jahrhundert durch die Perser, bei der auch 150 Mönche ermordet wurden, lag das Kloster bis zum Beginn des letzten Jahrhunderts in Ruinen. Im Ersten Weltkrieg diente das Kloster als Zufluchtsort der Aramäer im Osmanischen Reich und wurde bei dieser Gelegenheit zum Teil wieder aufgebaut.

Die Extremisten des »Islamischen Staats« zerstören in ihrem Herrschaftsgebiet im Irak und in Syrien systematisch kulturelle und religiöse Stätten und Objekte, die nicht ihren radikalen Vorstellungen entsprechen. Berühmteses Beispiel ist die antike Stadt Palmyra.

Ebenso verfolgen und töten die Fanatiker Andersgläubige wie die Christen und Jesiden. Die Vereinten Nationen verurteilen die Taten regelmäßig und sprechen von Kriegsverbrechen.

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epd/sob

 


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abgerufen 28.05.2016 - 01:55 Uhr

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