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Dieser Artikel: Ausgabe 05/2016 vom 31.01.2016
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Bauen bei den Barfüßern

Augsburgs älteste evangelische Kirche wird saniert. Sie will das nutzen, um ihr Profil weiter zu stärken


Die Renovierung des Gewölbes soll ein halbes Jahr dauern. In dieser Zeit sind etliche Aktionen in der Gemeinde geplant.

Sie war einst die größte Kirche Augsburgs: Das Gewölbe der Barfüßerkirche ist sanierungsbedürftig.
Foto: Jalsovec
   Sie war einst die größte Kirche Augsburgs: Das Gewölbe der Barfüßerkirche ist sanierungsbedürftig.

        

Die Kirchenmaus Franz ist schon startklar. Einen schwarzen Talar hat sie bekommen. Demnächst wird noch ihr neuer, maßgeschneiderter weißer Kragen fertig. Dann kann das übergroße Stofftier mit seiner Aufgabe loslegen. Franz ist das Bau-Maskottchen der Augsburger Barfüßerkirche. Es soll die bevorstehende Sanierung der Kirche begleiten und die Gemeindemitglieder im Gemeindebrief immer wieder über Neuigkeiten informieren. »Franz ist so etwas wie unser Werbeträger für die Sanierung«, sagt Pfarrer Frank Zelinsky.

Ab Mitte Februar wird Augsburgs ältestes evangelisches Gotteshaus zur Baustelle. Um die Statik zu verbessern, wird das Gewölbe der Kirche saniert. Die Eisenträger, die nach dem Zweiten Weltkrieg an den Gewölberippen angebracht worden waren, müssten entfernt werden, erläutert der Pfarrer: »Sie rosten.« Vier Wochen lang wird daher ein etwa 15 Meter hohes Gerüst in der Kirche aufgebaut, von dem aus bis August die Arbeiten erledigt werden sollen.

Rund 450.000 Euro kostet die Renovierung. Fast die Hälfte trägt die Kirchengemeinde aus Rücklagen. Landeskirche und Dekanat schießen hohe Beträge zu. Ein kleinerer Teil - 10.000 Euro - kommt von der evangelischen Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler (KiBa).

Noch wichtiger als das Geld ist jedoch die Anerkennung, die die KiBa der Barfüßerkirche zollt: Unter rund 180 Mitbewerbern kürte die Stiftung die ursprünglich im 13. Jahrhundert errichtete ehemalige Franziskanerkirche zur »Kirche des Monats Januar«: »Das hat uns viel öffentliche Wahrnehmung gebracht«, meint Pfarrer Zelinsky.

Unterstützung bei dem Vorhaben bekommt Pfarrer Frank Zelinsky unter anderem von der Kirchenmaus Franz - dem Bau-Maskottchen.
Foto: Jalsovec
   Unterstützung bei dem Vorhaben bekommt Pfarrer Frank Zelinsky unter anderem von der Kirchenmaus Franz - dem Bau-Maskottchen.

        

Die Experten der Stiftung würdigten damit zweifelsohne den historischen Stellenwert der Kirche: 1524 wurde hier Augsburgs erste evangelische Predigt gehalten, 1536 wurde das Gotteshaus zur ersten evangelischen Pfarrkirche der Stadt. Auf der barocken Prunkorgel von Johann Andreas Stein spielte unter anderem schon Wolfgang Amadeus Mozart. Überdies ist »Zu den Barfüßern« die Taufkirche Bertolt Brechts.

Was die KiBa aber auch überzeugt haben dürfte, ist die quicklebendige Gegenwart der Kirche. In den vergangenen Jahren habe die Barfüßer-Gemeinde ein klares Profil entwickelt, erläutert Zelinsky. Die Kirche in der Augsburger Altstadt sei zu einem spirituellen Zentrum geworden: mit Gebetsangeboten, Oasetagen und Exerzitien. Und man habe einen starken diakonischen Schwerpunkt - etwa bei der Flüchtlingsarbeit oder der Betreuung Obdachloser.

Über mangelnden Zulauf kann sich der Pfarrer daher nicht beklagen. Die Kirche sei gut besucht - auch von Menschen, die nicht zur evangelischen Gemeinde gehören. Die Sanierung wollen Zelinsky und die Gemeinde nun nutzen, um die Kirche »noch mehr zu öffnen für Menschen, die hier geistig auftanken wollen«.

Dazu beitragen soll eine Umgestaltung des Innenraums parallel zur Gewölbesanierung. Man wolle das Kircheninnere etwas »entstauben«, sagt Zelinsky. Einiges, was sich über die Jahre angesammelt habe, werde entfernt. »Mehr Klarheit« verspricht sich der Pfarrer davon. Finanzieren will die Gemeinde das über Spendenaktionen. So soll es ein historisches Spenden-Diner geben, Baustellenkonzerte und Baustellenführungen sind geplant. Alles Dinge, so hofft der Pfarrer, »bei denen es sicher viele neue Begegnungen geben wird«.

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Andreas Jalsovec

 


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abgerufen 26.05.2016 - 06:39 Uhr

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