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Dieser Artikel: Ausgabe 06/2016 vom 07.02.2016
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Zur Sache, bitte!

Disziplin in Diskussionen bringt Themen voran, statt sie zu zerreden

Kommentar von Susanne Schröder

Wann haben Sie Ihre letzte interessante Diskussion geführt? War es eine inspirierende Debatte, die Sie zu neuen Erkenntnissen geführt hat, oder eher ein Schlagabtausch von zementierten Meinungen, garniert mit ein paar Seitenhieben? Letzteres ist zumindest in der öffentlichen Debatte eher die Regel als die Ausnahme - egal, ob es sich um Parlamentsreden handelt, um TV-Talkrunden oder um die Meinungsschlacht in den Online-Kommentarspalten.

Doch neuerdings scheint eine Sehnsucht nach echten Diskussionen zu wachsen. Zahlreiche Kommentatoren beklagen »den Niedergang der Debattenkultur« (Sibylle Berg, Spiegel online) oder stellen fest, dass in Diskussionen nicht mehr nachgedacht, sondern »nur noch gesammelt wird, was sich einfügt in die eigene Überzeugung« (Carolin Emcke, SZ).

Zurück zur Sache!, wäre der passende Schlachtruf für die Wiederbelebung der Gattung »Diskussion«. Das würde bedeuten: Die Gesprächspartner untersuchen und erörtern (von lateinisch »discussio«) die Ausgangsfrage (und nur die), um dadurch zu gemeinsamen Ergebnissen zu kommen.

Handreichungen für gute Diskussionen gibt es zuhauf. Und ihre Regeln sind so banal, dass man sie sich gar nicht hinschreiben traut: Die Diskutanten fassen sich kurz und bleiben bei der Sache, sie unterbrechen ihre Gesprächspartner nicht und halten sich mit Urteilen zurück, sie folgen dem Diskussionsfluss, auch wenn sie noch einen Einwand zum vorhin Gesagten hätten, und sie geben zu erkennen, wenn sie ein Argument überzeugend fanden.

Am Ende fasst ein souveräner Diskussionsleiter die Ergebnisse zusammen - und dann könnten alle in der Sache einen kleinen Schritt weiter sein, statt beim nächsten Mal die gleiche Frage breitzuwalzen.

Dass ein guter Diskutant nicht vom Himmel fällt, wusste schon Cicero, der berühmteste Redner im alten Rom: »Zum Dichter wird man geboren, zum Redner wird man gemacht.«

Zahlreiche Debattierclubs - allein in Deutschland gibt es davon 60 - nehmen diesen Auftrag ernst und üben das Diskutieren nach den strengen Regeln des »British Parliamentary Style« oder der »Offenen parlamentarischen Debatte«. Die Teams bekommen ihr Thema und ihre Position zugelost, dürfen sich 15 Minuten vorbereiten und haben dann sieben Minuten Redezeit, um ihren Standpunkt zu verfechten.

Sieben Minuten sind nicht lang, wenn man bei einem komplexen Thema nichts Wichtiges vergessen will. Aber sieben Minuten sind ganz schön lang, wenn man endlich mal ausreden darf.

Man muss ja nicht gleich aus jeder Debatte einen Wettbewerb machen. Aber etwas mehr Diskussions-Disziplin wäre ungemein hilfreich.

Sonntagsblatt-Redakteurin Susanne Schröder

 

  Was denken Sie? Schreiben Sie an Susanne Schröder:  sschroeder@epv.de

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abgerufen 26.08.2016 - 05:10 Uhr

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