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Dieser Artikel: Ausgabe 06/2016 vom 07.02.2016
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Großer Nachbar

Personen der Bibel (57): Der Pharao - Herrscher im Westen


Unter der Herrschaft des Pharao schufteten die Israeliten, bevor sie aus der Knechtschaft flohen. Das ist die wohl bekannteste biblische Geschichte über einen der ägyptischen Herrscher. Die Bibel kennt jedoch noch weitere Pharaonen. Nicht alle traten den Israeliten mit Härte entgegen.

War er Pharao zur Zeit des Mose? Relief von Ramses II., 1275 v. Chr.
Foto: Siren-Com / CC BY-SA-3.0 via Wikimedia Commons
   War er Pharao zur Zeit des Mose? Relief von Ramses II., 1275 v. Chr.

        

Wenn in Israel eine Hungersnot herrschte, machten sich die Menschen oft auf nach Ägypten. Auch Abraham zog dorthin. Um zu verhindern, dass man ihn tötete, um ihm seine schöne Frau Sara wegzunehmen, belog er den Pharao. Er behauptete, sie sei seine Schwester. Sara zog an den Hof des Pharao, Abraham durfte im Land bleiben und wurde mit Nahrung und Vieh belohnt. Der Schwindel flog auf, als Gott den ägyptischen Herrscher mit Plagen heimsuchte. Enttäuscht stellte der Pharao Abraham zur Rede und schickte ihn und Sara fort.

Eine weitere Erzählung legt nahe, dass Israeliten am Hof des Pharao sogar Karriere machen konnten: Josef war von seinen Brüdern nach Ägypten verkauft worden. Dort wurde er vom Pharao als Traumdeuter entdeckt. Er sagte sieben reiche und sieben magere Jahre voraus und schlug vor, Vorräte anzulegen. Der Pharao erkannte, dass »der Geist Gottes« ( 1. Mose 41, 38) durch Josef sprach und ernannte ihn zum Obersten Staatsdiener. Als Josefs Familie später wegen einer Hungersnot nach Ägypten zog, erlaubte der Pharao den Israeliten, sich in seinem Land niederzulassen.

Doch der Hunger erreichte auch Ägypten. Da boten die Israeliten sich dem Pharao gegen Nahrung als Leibeigene an. Jahre vergingen, neue Pharaonen kamen an die Macht. Sie beuteten die Israeliten als Zwangsarbeiter aus. Bis Mose geboren wurde. Obwohl der Pharao befohlen hatte, alle neugeborenen Söhne der Israeliten zu töten, überlebte Mose.

Als er erwachsen war und gerade ein neuer Pharao an die Macht gekommen war, forderte Gott Mose auf, sein Volk aus der Knechtschaft zu befreien. Was der Pharao, der sich selbst als Gott verstand, wohl gedacht haben mag, als Mose vor ihn trat und ihn bat, die Arbeitskräfte ziehen zu lassen? »Das Herz des Pharao wurde verstockt« ( 2. Mose 7, 13), beschreibt die Bibel seine Reaktion: »Wer ist der Herr, dass ich ihm gehorchen müsse und Israel ziehen lasse?« ( 2. Mose 5, 2), antwortete er.

Erst als Gott grausame Plagen schickte, ließ der Pharao die Israeliten gehen. Schnell bereute er das. Mit Ross und Wagen verfolgte er die Fliehenden, denen das Schilfmeer den Weg versperrte. Gott aber kam seinem Volk zur Hilfe. Das Wasser teilte sich und die Israeliten konnten »auf dem Trockenen« ( 2. Mose 14, 22) durch das Meer ziehen. Der Pharao aber bekam nun vollends zu spüren, dass man sich mit Gott besser nicht anlegt. Als seine Männer den Israeliten nachjagten, kam das Wasser zurück »und bedeckte Wagen und Männer, […] sodass nicht einer von ihnen übrig blieb«. ( 2. Mose 14, 28)

Zwar vergaßen die Israeliten die Zeit der Knechtschaft nie, doch das Verhältnis zu den ägyptischen Herrschern blieb nicht dauerhaft schlecht. König Salomo heiratete später sogar die Tochter eines Pharao.

DER PHARAO

  NAME: ägyptisch »Per aa«, großes Haus

  BERUF: Herrscher von Ägypten

  ZEIT: Die Pharaonen, von denen die Bibel berichtet, lebten in der Zeit von ca. 2090 v. Chr. bis ca. 940 v. Chr.

  WICHTIGE BIBELSTELLEN:  1. Mose 12, 10-20;  1. Mose 41.47;  2. Mose 2-14

  WIRKUNGSGESCHICHTE: Viele Exegeten halten die Erzählung vom Auszug aus Ägypten für eine Legende, denn außerhalb der Bibel finden sich keine eindeutigen Angaben dazu. Von welchen Pharaonen die Bibel spricht, bleibt ebenfalls meist unklar. Da es in Ägypten aber israelitische Zwangsarbeiter gab und wohl auch kleinere Gruppen von dort flohen, kann die Erzählung durchaus einen historisch wahren Kern enthalten. Die Erinnerung an die Befreiung aus der ägyptischen Sklaverei ist bis heute ein zentraler Aspekt jüdischen Glaubens.

  ZITAT: »Der Pharao antwortete: Wer ist der Herr, dass ich ihm gehorchen müsse und Israel ziehen lasse?« ( 2. Mose 5, 2)

THEOLOGISCHES STICHWORT

PHARAO: Mit dem Begriff Pharao war zunächst das ganze ägyptische Königshaus gemeint. Erst ab 1500 v. Chr. wurden ägyptische Herrscher als Person Pharao genannt. Die Pharaonen galten den Ägyptern gleichzeitig als Götter und Menschen, die für die Aufrechterhaltung der Weltordnung sorgten. Verstarb ein Pharao, wurde er weiter als Gott verehrt.

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Sonja Poppe

 


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abgerufen 24.08.2016 - 18:06 Uhr

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