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Dieser Artikel: Ausgabe 06/2016 vom 07.02.2016
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Wasser bis zum Hals

Ottfried Fischer will in Passau ein Hochwasser-Museum eröffnen


Ottfried Fischer will im Frühjahr ein Museum zu Hochwasser und Solidarität in der Dreiflüssestadt Passau eröffnen - in einem Haus nahe dem Inn, wo der Kabarettist aufwuchs und das seit 1956 im Besitz der Familie Fischer ist. Museumschefin wird Fischers Tochter Lara, die in Passau Kulturwirtschaft studiert.

Ottfried Fischer macht aus einem Wohnhaus am Inn ein Hochwassermuseum. Tochter Lara wird die Leiterin.
Foto: S. Spoettel/Brauer Photos
   Ottfried Fischer macht aus einem Wohnhaus am Inn ein Hochwassermuseum. Tochter Lara wird die Leiterin.

        

  Was werden Sie in Ihrem Hochwassermuseum zeigen?

Ottfried Fischer: Das Museum heißt »Wasser bis zum Hals - Museum für bildhafte heimatliche Geschichten«. Mit dem neuen Namen »Wasser bis zum Hals« wollen wir uns die Freiheit offenhalten, auch etwas anderes zu zeigen als nur museale Hochwassergeschichten. Wir wollen auch Jazz, Diskussionsveranstaltungen, Kabarett, Filme. Der Ausstellungsmacher Peter Syr wälzt gerade noch seine letzten Gedanken. Im Frühjahr soll es dann losgehen.

  Sie wollen Passau nicht als Wasserloch zeigen, sondern als Solidaritätszentrum.

Ottfried Fischer: Bei jeder Katastrophe gibt es Solidarität zwischen den Menschen, die dann nach einer Zeit oft wieder abflacht. Wir wollen zeigen: Bleibt solidarisch - die Welt ist schlecht genug. Die Passauer haben viel erreicht und können stolz sein. Klar ist Passau ein Wasserloch, aber diese Wassermassen bringen auch ein Selbstwertgefühl. Denn wir haben uns und anderen nach dem Hochwasser geholfen. Das war ein tolles Gefühl.

Lara Fischer: Mit dem Museum wollen wir erreichen, dass die Solidarität nicht in Vergessenheit gerät. Die Studenten in Passau waren ja nicht unbedingt beliebt bei den Einheimischen. Seit sie aber 2013 so mit angepackt haben, haben sie ihr Standing.

  Solidarität ist in Passau ein großes Thema: Seit Monaten kommen Hunderte und Tausende Flüchtlinge an, viele ehrenamtliche Helfern kümmern sich um sie.

Lara Fischer: Ich selbst kriege wenig davon mit, obwohl ich vor Ort bin. Viel spielt sich außerhalb von Passau ab, wo die Flüchtlinge untergebracht werden. Ich habe das Gefühl, dass die Leute mehr über Flüchtlinge reden, als dass sie direkt mit ihnen zu tun haben. Vielleicht erkennt Passau, dass es gar nicht so schlecht ist, wenn jemand anderes zu uns will oder hier lebt. Das hat ja auch mit den Studenten funktioniert.

Ottfried Fischer: ... und wir müssen erkennen, dass sich ein Syrer nicht freiwillig in ein Schlauchboot setzt, um übers Mittelmeer zu kommen. Flüchtlinge haben schon immer eine Rolle gespielt in Passau. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte meine Mutter 50 Flüchtlinge aus den Ostgebieten zwei Jahre lang in ihrem Bauernhof beherbergt. Ein paar Jahre später kamen sie zurück, denn sie hatten genau Buch geführt, was sie von meiner Mutter bekommen hatten. Das haben sie ihr in Form von Naturalien zurückgegeben.

  Wie wollen Sie denn in Ihrem Museum Hochwasser und Solidarität darstellen?

Lara Fischer: Viele Passauer wollen uns Gegenstände zur Verfügung stellen. Einer hat zum Beispiel nach dem Hochwasser zwei Geigen des Orchesters aus den Spinden gerettet. Er hat sie zum Geigenmacher gebracht - aber mit der strengen Auflage, unbedingt den Schlamm draufzulassen.

Ottfried Fischer: Wir haben jedenfalls sehr viele wasserfeste Sachen - eingeschweißt und drüberlackiert.

Lara Fischer: Kein vernünftiger Passauer, der in Flussnähe wohnt, hat wichtige Dokumente oder nicht-wasserfeste Sachen im Keller.

  Das Museum steht ja nah am Inn. Gehört es zum Konzept, dass es turnusmäßig unter Wasser steht?

Lara Fischer: Das Gebäude ist hochwassergefährdet, klar. Das ist aber nicht Teil des Konzepts. Jeder, der seine Läden unten am Inn oder an der Donau hat, lässt sich nicht so schnell entmutigen. Das Museum wird jedenfalls wasserfest sein, die Steckdosen sind knapp unter der Decke. Wenn das Hochwasser kommt, muss nur der Hochdruckreiniger rausgeholt werden. Dann kann man drei Tage später weitermachen.

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Interview: Christiane Ried

 


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abgerufen 27.09.2016 - 00:23 Uhr

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