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Dieser Artikel: Ausgabe 08/2016 vom 21.02.2016
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Ungerechte Welt

Sonntagsblatt-Sprechstunde


Die Verteilung von Vermögen und Einkommen ist ein grausamer Witz, findet Herr D.: Der Reichtum häuft sich bei wenigen Privilegierten an - ein Ärgernis, das zum Himmel schreit. Nimmt nicht im christlichen Glauben die Frage der Gerechtigkeit einen zentralen Raum ein?

Zum Weltwirtschaftsforum in Davos im Januar hatte die Entwicklungsorganisation Oxfam neue Zahlen veröffentlicht. Die 62 reichsten Menschen der Erde, so die Studie, besitzen mehr Vermögen als die untere Hälfte der Weltbevölkerung, immerhin etwa 3,5 Milliarden Menschen.

Auf unser Land bezogen: Das reichste Prozent der Deutschen besitzt über ein Drittel des gesamten Vermögens, die reichsten zehn Prozent zusammen sogar zwei Drittel. Es ist ein Witz, wie ungleich Einkommen und Vermögen verteilt sind.

Natürlich dauerte es nicht lange, und das wütende Geheule der Interessengruppen setzte ein. Es seien falsche Rechnungen. Und dann das Argument der Argumente: Wolle man denn die Leistungsanreize beseitigen, sodass nicht die Tüchtigen, sondern die Faulen belohnt würden?? Igitt ...

Wir haben kein Wirtschafts- und Finanzsystem, das allen Menschen zugute kommt. Der Reichtum häuft sich bei wenigen Privilegierten an. Das ist ein Ärgernis, das zum Himmel schreit. Eine konsequente Vermögensbesteuerung und mehr Solidarität würden diesem Unrecht entgegenwirken und helfen, Bildungsmöglichkeiten für alle zu schaffen, Sozialleistungen zu gewähren, von denen man leben kann, Wohlstand gerechter zu verteilen und ein Wirtschaften zu ermöglichen, das unsere Lebensgrundlagen schont. Ich sage das auch von meinem Glauben her, in dem die Sache der Gerechtigkeit einen so zentralen Raum einnimmt.

Herr D.

 

Ein Witz, sagen Sie voller Zorn und Empörung, wie ungleich Einkommen und Vermögen verteilt sind. Mir ist dies neulich im Kleinen klar geworden. In einem Urlaubsort blättere ich in einer Ferienillustrierten, darin die Rubrik »Zu guter Letzt«:

»Drei Manager unterhalten sich darüber, was sie mit ihrem Weihnachtsgeld gemacht haben. Sagt der eine: ›Ich habe mir eine Jacht gekauft, meine Frau bekam einen Porsche, den Rest hab ich in Aktien investiert.‹ Der Zweite: ›Bei mir lief es ganz ähnlich. Ich hab mir ein Flugzeug gekauft, meiner Frau habe ich einen Jaguar spendiert, den Rest hab ich in Festgeld angelegt.‹ Der Dritte: ›Ich habe für mich eine Wohnung in Paris erworben, meine Frau bekam ein Rennpferd. Für den Rest hab ich Gold gekauft.‹ Kommt der Pförtner vorbei. Die Manager fragen ihn, was er mit seinem Weihnachtsgeld gemacht habe. Darauf der Pförtner: ›Ich hab mir einen neuen Anzug gekauft!‹ ›Und der Rest?‹, fragen die Manager. Antwortet der Pförtner: ›Den Rest hat meine Oma draufgelegt.‹«

Skandalös. Skandalös vor allem aber die Überschrift: »Sachen zum Lachen«. Oh nein, dachte ich mir, das ist kein Witz zum Lachen, sondern zum Weinen.

Sie sprechen von einem Ärgernis, das zum Himmel schreit, und weisen auf Ihren Glauben hin. Vielleicht haben Sie dabei auch die Bergpredigt im Sinn: »Selig, die da hungern und dürsten nach Gerechtigkeit, sie sollen satt werden.« ( Matthäus 5, 6)

Für Sie und für uns alle erbitte ich beides vom Himmel: dass wir unseren Hunger und Durst nicht aufgeben, dass wir darin nicht müde werden und resignieren. Dann aber auch, dass wir wenigstens ab und zu erleben, dass unser Engagement etwas bewirkt, dass mehr Gerechtigkeit gelingt und dass wir satt werden.

SONNTAGSBLATT - SPRECHSTUNDE

Barbara Hauck

Wenn Sie ein Problem haben und Rat brauchen, dann schreiben Sie an die »Sprechstunde«, Birkerstraße 22, 80636 München. Die Berater antworten auf dieser Seite oder mit Brief. Sie können auch unmittelbar an einen Berater schreiben: Pfarrerin Barbara Hauck, Breite Gasse 82/84, 90402 Nürnberg - oder Kirchenrat Waldemar Pisarski, Meringer Str. 38c, 86163 Augsburg.

Waldemar Pisarski

Wenn Sie eine längerfristige Korrespondenz wünschen, steht Ihnen die Evangelische Briefseelsorge, Postfach 600306, 81203 München, zur Seite. Alle Zuschriften werden vertraulich behandelt.

 

 

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abgerufen 28.06.2016 - 22:24 Uhr

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