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Dieser Artikel: Ausgabe 08/2016 vom 21.02.2016
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Zentrum des Gemeindelebens

Es war einmal: Haus der Geschichte in Dinkelsbühl erzählt vom Pfarrhaus


Der blankpolierte Dielenboden im zweiten Stock knarzt beim Betreten der neuen Sonderausstellung »Leben nach Luther. Eine Kulturgeschichte des evangelischen Pfarrhauses«.

Gut gestaltet: Die Ausstellungsstücke gehen ins Dreidimensionale.
Foto: Mayer
   Gut gestaltet: Die Ausstellungsstücke gehen ins Dreidimensionale.

        

Gleich am Eingang hinter der Glastür ein Bild aus dem Jahr 1646: Ein Pfarrer als Hirt mitten in einer Landschaft, von Schafen umringt. Das erste Ausstellungskapitel behandelt den »geistlichen Stand des Protestantismus«.

Zwei Reformen prägen das Bild der Zeit: die Studienpflicht für Geistliche und die Abschaffung des Zölibats. Rund 30 große Bild- und Texttafeln hat die Ausstellung insgesamt - ergänzt durch Hör­stationen und Modelle.

Links im geteilten Deutschland

Museumspädagogisch ist die Schau gut durchgestaltet. Eine Plastikbox beispielsweise enthält die Tageslosung auf einem kleinen Zettelchen zum Mitnehmen, auf Deutsch und Englisch. Kopf, Brust und Unterleib - ein Puzzle fordert dazu auf, Fotoausschnitte von Frauen und Männern aus der Zeit um 1900 zuzuordnen. Wer ist Pfarrer, wer Pfarrfrau? Beide sollten zu dieser Zeit auf betonte Schlichtheit und Würde achten. Eleganz, teure Stoffe, kostbarer Schmuck und modische Frisuren waren verpönt.

Insgesamt sechs Stationen hat die Ausstellung, etwa den Alltag, die Bildung, die Kindererziehung, das wissenschaftliche Streben und die moralischen Vorstellungen in evangelischen Pfarrhäusern.

Politisch und bedrückend ist die letzte Station über die Kirche während der NS-Zeit und später im geteilten Deutschland. »Die 1970er- und 1980er-Jahre waren sehr aufmüpfig. Hier hat sich mit Sicherheit das Bild des Pfarrhauses entscheidend geändert«, erklärt Museumsleiterin Ingrid Metzner. »Es gab viele Pfarrer und Pfarrerinnen, die durchaus links standen. Das wäre vorher fast undenkbar gewesen.«

Seit Langem ist das Pfarrhaus im Wandel: Neue Arbeits- und Partnerschaftsmodelle, schrumpfende Gemeinden und veränderte religiöse Praxis haben Beruf und Lebensform weit vom überlieferten Muster entfernt. Das klassische Pfarrhaus als Zentrum des Gemeindelebens ist aus den Städten fast vollständig und auf dem Land in weiten Teilen verschwunden. »Es gibt den Hausmann, den Herrn Pfarrer, die Pfarrerin. Es gibt auch gemischte Paare, die sich eine Stelle teilen. In diesem Bereich hat sich sehr viel geändert«, so die Museumsleiterin.

»Leben nach Luther. Eine Kulturgeschichte des evangelischen Pfarrhauses« ist eine Wanderausstellung des Deutschen Historischen Museums, die in Kooperation mit der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Internationalen Martin-Luther-Stiftung erstellt und durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, gefördert wurde. Die Wanderausstellung ist noch bis kommendes Jahr in Deutschland unterwegs.

 

  GEÖFFNET bis zum 10. April täglich (!) von 10 bis 17 Uhr. Altrathausplatz 14, Eintritt 4, Kinder 2 Euro.

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Diane Mayer

 


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abgerufen 27.07.2016 - 19:11 Uhr

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