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Dieser Artikel: Ausgabe 09/2016 vom 28.02.2016
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Musikalische Seitenpfade

In Fürth steigt zum 15. Mal das Internationale Klezmer-Festival


Wie passen der Sound der bayerischen Tuba von Hans Well und der jiddischen Klarinette des US-Amerikaners Michael Winograd zusammen? Das 15. Internationale Klezmer-Festival in Fürth gibt Anfang März Antworten.

Die norddeutsche Formation »Yxalag« gehört zu den Gästen des Klezmer-Festivals in Fürth.
Foto: Jasper/Klezmer-Festival
   Die norddeutsche Formation »Yxalag« gehört zu den Gästen des Klezmer-Festivals in Fürth.

        

Es ist ein interkulturelles Experiment«, sagt Claudia Floritz, Leiterin des Kulturamts Fürth, über das Programm des Festivals. Im besagten Fall des »Boarisch-Jiddischen Danzl-Hoyz«, einem Volkstanzball für jiddische und bayerische Gesellschaftstänze, soll der Tanzmeister Steven Weintraub die Klammer zwischen beiden Welten bilden. »Musikalische Seitenpfade« wie dieser geben dem Festival seinen besonderen Reiz, findet Floritz. Klezmer stehe traditionell für »Musik zum Feiern im Städtchen«, oftmals ohne Noten überliefert und »nicht nur von Juden gespielt«. Diese Form der Volksmusik lebe vom Austausch mit »angrenzenden, ansiedelnden oder durchreisenden Kulturen«.

Klezmer-Punk und Disco-Sound

Das Boarisch-Jiddische Danzl-Hoyz (12. März) will Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen einem süddeutschen Landlertanz und dem Freylekh, einem traditionell jüdischen Kreis- oder Reihentanz ausloten. Für Floritz ist das musikalische Spannungsfeld zwischen »Weiterentwicklung und Rückbesinnung« der Leitfaden für ihr Festivalprogramm. Mal gehe es um das sephardische Lied aus der spanisch-jüdischen Tradition, mal um türkisch-sephardische Musik, mal um Pop-Strömungen, Klezmer-Punk oder Disco-Sound.

In diesem Jahr werden 20 Bands mit rund 100 Musikern aus sieben Nationen für ein vielseitiges Programm sorgen. Den musikalisch traditionellen Part zum bereits ausverkauften Auftakt liefert das Greenman-Rubin-Bern-Trio - drei virtuose Instrumentalisten, die sich erstmals in Fürth zusammenfinden. Musikalisch facettenreich dürften auch die drei Konzerte dreier junger Frauen aus den Niederlanden, Israel und den USA werden, die auf unterschiedliche Weise ihre Klezmer-Wurzeln bewahren wollen.

Die Niederländerin Niki Jacobs stellt mit ihrer Band Nikitov ihre Lieblingslieder der Rock- und Popgeschichte - wie etwa »Nit keejn zoensjain« (»Ain't no sunshine«) oder »A Fisbank in Himl« (»Stairway to Heaven«) - als chilligen Jiddpop auf Jiddisch vor. Die gebürtige Iranerin und heutige Israelin Maureen Nehedar interpretiert jüdische Musik in der Tradition persischer Juden. Die US-Amerikanerin Sarah Aroeste gilt als eine der führenden Vertreterinnen zeitgenössischer sephardischer Musik, die mal als Ladino-Rock (Ladino ist Judenspanisch), Rap oder Elek­tro-Sound daherkommt.

Das Klezmer-Festival in Fürth, das alle zwei Jahre ausgerichtet wird, gehört mit ähnlichen Veranstaltungen im polnischen Krakau und im kanadischen Toronto zu den größten Klezmer-Events der Welt. In diesem Jahr erwartet die Veranstalterin knapp 4000 Besucher.

Möglichkeiten, aus dem Kulturforum Fürth in größere Räume auszuweichen, lehnt sie ab. Sie wolle nicht für ein paar 100 Gäste mehr pro Abend den Charakter der Veranstaltung opfern, sagt Floritz.

Auch bei der 15. Auflage werden wieder ergänzend ein Workshop Klezmermusik, ein - nach sechs Minuten ausverkaufter - Klezmer-Brunch sowie ein Klezmer-Tanzworkshop angeboten. Außerdem führt die Württembergische Philharmonie Reutlingen im Fürther Stadttheater klassische Musik jüdischer Komponisten auf. Darunter findet sich auch eine chassidische Suite für Orchester des in Fürth geborenen Komponisten Jakob Schönberg (1900-1956).

 

  INTERNET:  www.klezmer-festival.de

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Thomas Tjiang

 


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abgerufen 26.07.2016 - 21:48 Uhr

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