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Dieser Artikel: Ausgabe 09/2016 vom 28.02.2016
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Kirche schafft Dorfkultur

Sammelband von Konrad Bedal stellt 500 Dorfkirchen in Franken vor


Die Dorfkirchen in Franken haben ein eigenes Nachschlagewerk: Das ganze vergangene Jahr lang und ein bisschen darüber hinaus war Konrad Bedal zwischen gut 500 kleinen fränkischen Gotteshäusern unterwegs.

Die St.-Georgs-Kirche in Laubendorf liegt auf einer Bergnase und überragt zusammen mit dem Pfarrhaus alle Bauernhöfe und Wohnhäuser. Die ältesten Teile stammen vom Anfang oder aus der Mitte des 14. Jahrhunderts.
Foto: Mayer
   Die St.-Georgs-Kirche in Laubendorf liegt auf einer Bergnase und überragt zusammen mit dem Pfarrhaus alle Bauernhöfe und Wohnhäuser. Die ältesten Teile stammen vom Anfang oder aus der Mitte des 14. Jahrhunderts.

        

Herausgekommen ist das fast 400 Seiten umfassende Buch »Dorfkirchen in Franken«. In den ländlichen Regionen stünden noch fast 2000 Kirchen aus den acht Jahrhunderten von der Romanik über die Gotik bis zum Spätbarock, sagte Bedal, als er sein Werk an passendem Ort vorstellte: im Pfarrhaus von Laubendorf bei Langenzenn. Die 500 ausgewählten Kirchen geben einen repräsentativen Querschnitt durch die drei fränkischen Regierungsbezirke.

In seiner Zeit als Leiter des Freilandmuseums in Bad Windsheim beschäftigte Bedal sich mit dem ländlichen Hausbau. Deswegen lag es für ihn nahe, sich auch mit den Kirchen zu befassen. »Die Kultur der einfachen Leute liegt in meinem Interessensgebiet«, erläuterte Bedal seine Motivation. Auf seine Zeit in Bad Windsheim gehen auch die meisten Fotos der Dorfkirchen zurück. Mit denen setzte er sich in den letzten zwei, drei Jahren intensiver auseinander, um deren Rolle für die Dörfer herauszuarbeiten. Rund ein Jahr lang war er dann in den Kirchen unterwegs, um das Buch fertigzustellen.

Großes Augenmerk legte Konrad Bedal auf Holzbauteile wie Fachwerk, Gestühl und Emporen - mehr als in anderen kunstgeschichtlichen Darstellungen zur Kirchenarchitektur. Damit konnte er zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Denn die Holzbauteile bieten durch die Jahresringuntersuchung die besten Voraussetzungen, um den Innenausbau eines Gebäudes zu datieren. Das Alter der Kirche St. Peter und Paul in Detwang bei Rothenburg konnte dadurch festgelegt werden. »Durch die Dendrochronologie haben wir ein Jahr um 1150 bekommen«, so Bedal. Die Untersuchungen waren eine Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege und dem Fränkischen Freilandmuseum Bad Windsheim.

Das Buch ist eine Premiere: »Es hat in Franken bisher noch keinen Überblick über Dorfkirchen gegeben«, sagte Bedal. »In Norddeutschland und den neuen Bundesländern gibt es umfangreiche Publikationen darüber. Dorfkirchen spielen dort eine viel größere Rolle. Bei uns kennt man eher die Schlösser«, erläuterte er. Dabei seien die Dorfkirchen ein wesentlicher Bestandteil der ländlichen Kultur.

Das Buch ist - das gesteht der Autor freimütig ein - keine wissenschaftliche Fachpublikation, sondern eine Bilderreise zu verschiedenen Formen ländlich-dörflicher Kirchenbauten im katholischen und evangelischen Franken. »In den evangelischen Dorfkirchen hat sich mehr an mittelalterlicher Frömmigkeit erhalten als in katholischen«, erklärte der ehemalige Museumsleiter. »Die katholischen Kirchen sind vor allem im 18. Jahrhundert oftmals völlig neu ausstaffiert und prächtiger gemacht worden.«

Konrad Bedal befasste sich in einigen Kapiteln auch mit speziellen Typen von Gotteshäusern, wie zum Beispiel Bergkirchen, ummauerten Kirchen, Kirchenburgen oder Kirchen mit Obergeschossen. Das Buch ist kein klassischer Kunstführer. Aber: 50 Steckbriefe beschreiben einzelne Gotteshäuser näher. Christine Heilmeier ist Pfarrerin im kleinen Örtchen Laubendorf, einem Ortsteil von Langenzenn im Landkreis Fürth und Präsentationsort des Buchs. Sie schätzt ihre Dorfkirche ganz oben auf dem Hügel sehr; vor allem für kleinere Taufen und Hochzeiten sei das Gotteshaus ein idealer Ort, so die Geistliche: »Die Besucher sitzen gut zusammen, sie hören den Gesang gut und sie sind nicht so verloren wie in einer Riesenkirche.«

Sie selbst hat hier »immer Erfolgserlebnisse. Denn wenn auch nur 40 Leute in der Kirche sind, ist sie - aus meiner Sicht vorne - immer gut gefüllt. Die Empore sehe ich nicht so genau«.

Konrad Bedal: Dorfkirchen in Franken. Schriften und Kataloge des Fränkischen Freilandmuseums in Bad Windsheim, Verlag Fränkisches Freilandmuseum, Bad Windsheim 2015, 392 Seiten, ISBN 978-3-926834-96-6, 29 Euro.

 

  Konrad Bedal: Dorfkirchen in Franken. Schriften und Kataloge des Fränkischen Freilandmuseums in Bad Windsheim, Verlag Fränkisches Freilandmuseum, Bad Windsheim 2015, 392 Seiten, ISBN 978-3-926834-96-6, 29 Euro.

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Diane Mayer

 


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abgerufen 30.09.2016 - 01:47 Uhr

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