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Dieser Artikel: Ausgabe 11/2016 vom 13.03.2016
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Der Eroberer

Personen der Bibel (62): Josua - er führte Israel ins verheißene Land


Als Nachfolger des Mose führte Josua das Volk Israel in das von Gott verheißene Land. Unter Posaunenklängen fielen die Stadtmauern Jerichos. Ob dies wirklich so war oder ob es sich um eine Legende handelt - darüber streiten sich Historiker.

Josua im Kampf mit dem König der Amalekiter, Darstellung aus dem Hortus Deliciarum des Herrad von Landsberg, um 1175.
Foto: PD
   Josua im Kampf mit dem König der Amalekiter, Darstellung aus dem Hortus Deliciarum des Herrad von Landsberg, um 1175.

        

Da lag es vor ihnen, Kanaan, das Land, das Gott seinem Volk versprochen hatte. Wie würde es sich dort leben lassen? Auf Gottes Geheiß hin sandte Mose Kundschafter aus - unter ihnen auch seinen engen Mitarbeiter Josua.

Beeindruckt kehrten sie zurück. »Es fließt wirklich Milch und Honig« in diesem Land, wie Gott es versprochen hat, berichteten sie, »aber stark ist das Volk, das darin wohnt, und die Städte sind befestigt und sehr groß«. ( 4. Mose 13, 27f.)

Ängstlich rieten die meisten Kundschafter von einer Eroberung ab. Mit Geschichten über angebliche Riesen zogen sie die Israeliten auf ihre Seite. Einzig Josua und ein Kundschafter namens Kaleb meinten: »Wenn der Herr uns gnädig ist, so wird er uns in dieses Land bringen […]. Fallt nur nicht ab von dem Herrn«. ( 4. Mose 14, 8)

Die Menschen aber ließen sich nicht überzeugen. Wütend beschloss Gott daraufhin, das Volk müsse noch 40 Jahre durch die Wüste ziehen, bevor die nächste Generation Kanaan erobern konnte. Die Kundschafter, die Gott nicht vertraut hatten, starben. Nur Josua und Kaleb durften Kanaan noch betreten.

Gott selbst war es, der Josua zu Moses Nachfolger bestimmte. Als Mose starb, wurde Josua »erfüllt mit dem Geist der Weisheit […]. Und die Israeliten gehorchten ihm«. ( 5. Mose 34, 9) Nun war es soweit - unter seiner Führung zog das Volk nach Kanaan.

Dass Josua der rechtmäßige Nachfolger des Mose war, zeigte sich auch durch ähnliche Wundertaten. Wie Mose das Schilfmeer geteilt hatte, damit die Menschen fliehen konnten, so teilte Josua den Jordan, um das Volk ins gelobte Land zu führen.

Die erste Stadt, die es zu erobern galt, war Jericho. Wie das geschehen sollte, erfuhr Josua durch eine Vision. Der »Fürst über das Heer des Herrn« ( Josua 5, 14) erschien ihm und erklärte: »Lass alle Kriegsmänner rings um die Stadt herumgehen einmal und tu so sechs Tage lang« ( Josua 5, 3), immer mit Posaunenschall und Kriegsgeschrei. Josua befolgte den Rat und ließ sein Volk um die Stadt ziehen. Man stimmte »Kriegsgeschrei« an und »blies die Posaunen. […] Da fiel die Mauer um«. ( Josua 6, 20) Schon war Jericho erobert.

Es folgten viele weitere Städte und Gebiete, die Josua unter den Israeliten aufteilte. »So hat der Herr Israel das ganze Land gegeben, […] und sie nahmen's ein und wohnten darin« ( Josua 21, 43), beschließt die Bibel die Schilderung nüchtern und ungeachtet des Leids, dass die Eroberungszüge über die Einheimischen gebracht haben müssen.

Kurz vor seinem Tod rief Josua das Volk noch einmal zusammen. »Fürchtet den Herrn und dient ihm treulich« ( Josua 24, 14), mahnte er. Das Volk stimmte bereitwillig zu. Als Zeichen dieses neuen Bundes mit Gott ließ Josua einen Stein aufrichten. Kurz darauf starb er im Alter von 110 Jahren.

JOSUA

  NAME: hebr. Jehoschua: Gott ist Rettung

  BERUF: Feldherr, Anführer der Israeliten

  HERKUNFT: Sohn des Nun aus dem Stamm Ephraim

  ZEIT: ca. 13. Jahrhundert v. Chr.

  WICHTIGE BIBELSTELLEN:   4. Mose 13f.;  27, 12-23;  Josua 1-3;  6-7;  23;  24, 29-31

  WIRKUNGSGESCHICHTE: Sirenen, die im Zweiten Weltkrieg an deutschen Kampfflugzeugen angebracht waren, nannte man Jericho-Trompeten. Als Teil psychologischer Kriegsführung nutzte man den schrillen Klang zur Einschüchterung der Gegner.

  ZITAT: »Josua aber, der Sohn Nuns, wurde erfüllt mit dem Geist der Weisheit; denn Mose hatte seine Hände auf ihn gelegt. Und die Israeliten gehorchten ihm.« ( 5. Mose 34, 9)

  BUCHTIPP: Israel Finkelstein, Neil A. Silberman: Keine Posaunen vor Jericho. Die archäologische Wahrheit über die Bibel, München 2004

THEOLOGISCHES STICHWORT

LANDNAHME: Viele Exegeten sind heute der Ansicht, dass sich die Landnahme über viele Generationen hinzog: Kleingruppen und Nomadenstämme könnten sich in Kanaan angesiedelt und dabei in Konflikte mit den Bewohnern geraten sein. Das Buch Josua versucht aus späterer Sicht zu erklären, warum die Israeliten sich einst als Fremdlinge fühlten und warum sie das Land als Geschenk Gottes empfanden.

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Sonja Poppe

 


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abgerufen 03.12.2016 - 14:41 Uhr

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