Home Artikel-ID: 2016_11_anw_13_01
Diese Woche - die aktuelle Ausgabe
Themen
E-Paper: Sonntagsblatt digital
Jetzt im Sonntagsblatt-Shop bestellen!
Archiv
Die Redaktion
Abo-Service
Anzeigen-Service
Leserreisen
Leserbriefe
Impressum



    
Heute: 24.07.2016
Aktuelle Ausgabe: 29 vom 17.07.2016
Dieser Artikel: Ausgabe 11/2016 vom 13.03.2016
Alle Artikel der » Ausgabe 11/2016 im Archiv aufrufen.
  Druckversion


Am Anfang - the word

Die Würzburger Deutschhauskirche startet englischsprachige Gottesdienste


Am nächsten Sonntag wird Pfarrerin Jutta Müller-Schnur im Gottesdienst englisch sprechen. Nicht, weil plötzlich Feuerzungen über sie kämen. Die fremdsprachige Feier folgt einem langfristig angelegten Konzept.

Den Evangelisten Johannes auf dem Deutschhaus-Altar schnitzte Heinz Schiestl (1867-1940). Aus St. Johannis kommt Gastpredigerin Jutta Müller-Schnur.
Foto: Fildhaut
   Den Evangelisten Johannes auf dem Deutschhaus-Altar schnitzte Heinz Schiestl (1867-1940). Aus St. Johannis kommt Gastpredigerin Jutta Müller-Schnur.

        

Am nächsten Sonntag wird Pfarrerin Jutta Müller-Schnur im Gottesdienst englisch sprechen. Nicht, weil plötzlich Feuerzungen über sie kämen. Die fremdsprachige Feier folgt einem langfristig angelegten Konzept.

An der Deutschhauskirche im Würzburger Mainviertel geht es international zu. Hier sind eine lettische und eine koreanische Gemeinde zu Gast. Zur Gemeinde gehört außerdem die Erlöserkirche im Stadtteil Zellerau. Hier wiederum genießt eine Gemeinde von Sinti-Baptisten Gastrecht.

Leitbild Interkultur

Vor diesem Hintergrund kam die Idee eines englischsprachigen Gottesdiensts auf, in einem Arbeitskreis des Kirchenvorstands. Hier dachte ein Team um Pfarrer Gerhard Zellfelder über die Positionierung ihrer Gemeinde in einer, so Zellfelder, »zunehmend multikulturellen Gesellschaft« nach. Seit einem Jahr geht es dem Kreis um »Konzept und Leitbild einer interkulturellen Kirche«. Der »Sunday Evening Service in English« ist ein konkreter Niederschlag dieser Überlegungen.

Müller-Schnur kommt ebenfalls gastweise in die Deutschhaus-Kirche. Sie ist Seelsorgerin auf der anderen Mainseite, in St. Johannis. Zuvor stand sie längere Zeit im Dienst der anglikanischen Kirche in England. Ganz nach Lebensart der Insel wird ein kleines Team nach dem Gottesdienst im Deutschhaus-Gemeindesaal Tee ausschenken.

Die Zielgruppe spricht Pfarrer Gerhard Zellfelder in seiner Einladung an: »Gleich, ob Sie sich als Christen verstehen oder einfach nur neugierig darauf sind, was der christliche Glaube zu sagen hat«. Die Termine richten sich »an alle, die Freude daran haben, einen Gottesdienst in englischer Sprache zu feiern«. Eingeladen wurde besonders über die Studentengemeinde und über einige deutsch-ausländische Gesellschaften.

Den Studierenden verdankt die Deutschhauskirche im Wesentlichen ihre koreanische Gemeinde. Denn sehr viele junge Asiaten lernen an der Musikhochschule. Daher auch die Besonderheit der Koreaner in Würzburgs evangelischer Kirche: Sie bilden zusammen einen professionellen Chor. Der zieht denn auch immer wieder alteingesessene Gemeindemitglieder in den koreanischen Gottesdienst, zu dem bis vor Kurzem ein Pfarrer aus Frankfurt am Main angereist ist - und meist im barocken evangelischen Pfarrhaus im alten Mainviertel übernachtet hat. Nach einem Wechsel auf der Pfarrstelle kümmern sich nun zwei koreanische Geistliche, einander ergänzend, um die Gemeinde.

Kontakte zu den Lettländern gehen auf die unmittelbare Nachkriegszeit zurück. Rund 5000 Expatriierte aus dem kleinen baltischen Land lebten 1945 in einem Würzburger Lager. Die heutige evangelisch-lettische Gemeinde wird vier- bis fünfmal im Jahr von Erzbischof in Ruhe Elmar Rozitis besucht, der bis zu seiner Pensionierung vor einem Jahr vom schwäbischen Esslingen aus alle lettischen Auslandsgemeinden betreute - bis hin nach Australien. Um die lettischen Evangelischen in Deutschland kümmert er sich weiterhin, neben ihm ist aber auch Pfarrer Zellfelder seelsorgerischer Ansprechpartner. Umgekehrt wird Rozitis am Palmsonntag im regulären Deutschhaus-Gottesdienst predigen.

Die Größen der ausländischen Gemeinden schwanken. Eine Zeit lang sind sie so groß, dass eigene Kindergottesdienste abgehalten werden, dann ziehen Familien fort. Gegenwärtig wächst eine kleine chinesischsprachige Gemeinde unter dem Schirm der koreanischen. Und kürzlich erfuhr Pfarrer Gerhard Zellfelder, dass man bald auch auf Japaner in Würzburg zugehen wolle.

Evangelium geht um die Welt

Die Landeskirche hat die vielfältigen interkulturellen Aktivitäten bereits gewürdigt. München entsendet einen äthiopischen Theologen an die Deutschhauskirche. Mulugeta Giragn Aga wird hier ab 14. März ein einjähriges Spezialvikariat absolvieren.

Der Kirchenvorstand empfindet die Begegnung mit den anderen Kulturen als Bereicherung und Selbstvergewisserung: »Die gemeinsame Basis ist der Glaube an Jesus Christus. Das Evangelium geht um die Welt.«

Ein Team der Gemeinde wirkt auch bei der Gestaltung des englischsprachigen Gottesdiensts mit. Premiere ist an diesem Sonntag, 13. März, 19 Uhr. Weitere Termine sind am 8. Mai und 3. Juli vorgesehen.

Kreative Gemeinde - die besten Projekte und Initiativen der bayerischen evangelischen Kirchengemeinden

 

»Musica Sacra« - herausragende Werke der Kirchenmusik

MUSICA SACRA

 

Der Sonntagsblatt-Shop und das Sonntagsblatt-Blog.
 

 

 

 

Joachim Fildhaut

 


Valid HTML 4.01 Transitional

/news/aktuell/2016_11_anw_13_01.htm
abgerufen 24.07.2016 - 14:45 Uhr

© Sonntagsblatt 1998-2016, ImpressumWebmaster
Angebote für Webmaster / AGB

Anzeigen

»Die Zehn Gebote«: Jetzt das neue THEMA-Magazin bestellen!

»Die Personen der Bibel«: der beliebte Glaubenskurs aus dem Sonntagsblatt jetzt als Buch für nur 19,90 Euro. Gleich bestellen!

Werden Sie Hoffnungsträger - und spenden Sie ein Patenschafts-Abo für Menschen in Pflegeheimen, Krankenhäusern und Gefängnissen. Jetzt mitmachen!