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Dieser Artikel: Ausgabe 12/2016 vom 20.03.2016
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Vögel, Pin-ups, Stadtansichten

Kunst auf Kalk: Maler Gerd Schulze-Othersen schmückt Ostereier mit berühmten Motiven


Werke aus der modernen Malerei, alte Stadtansichten, gern auch Tiere und Blumen: Der Niedersachse Gerd Schulze-Othersen verziert zarte Schalen unterschiedlichster Ostereier; manchmal auch mit barbusigen Pin-up-Girls.

Ob Klimt, Magritte oder Pin-up-Girls: Gerd Schulze-Othersen bemalt Ostereier mit den verschiedensten Motiven. Nur Hasen pinselt er ungern: »Die sehen immer so streng aus«, sagt der Niedersachse.
Foto: epd-bild
   Ob Klimt, Magritte oder Pin-up-Girls: Gerd Schulze-Othersen bemalt Ostereier mit den verschiedensten Motiven. Nur Hasen pinselt er ungern: »Die sehen immer so streng aus«, sagt der Niedersachse.

        

Chagall ist für ihn eine echte Herausforderung. »Da muss man eine Flasche Absinth getrunken haben, um das gut hinzukriegen«, sagt Gerd Schulze-Othersen und lächelt. Kräuterschnaps hin oder her: Mit ruhiger Hand und scharfem Auge überträgt der Künstler aus dem niedersächsischen Kirchtimke bei Bremen Motive berühmter Maler auf Leinwände aus feinem Kalk, die nur wenige Quadratzentimeter messen: auf Eierschalen. Gustav Klimt, Salvador Dalí, Caspar David Friedrich und René Magritte. Auf den Eiern, die er bemalt, finden sich Werke, die ansonsten in den großen Galerien der Welt hängen.

Mal pflügen Schaufelraddampfer mit voller Kraft durch die Wellen, dann wandert das Auge über den historischen Marktplatz der Hansestadt Bremen. Im Fundus von Schulze-Othersen liegen zerbrechliche Schätze mit Motiven jeder Art. »Besonders Tiere liebe ich über alles - und Blumen auch«, sagt der 69-Jährige, der nach einer Lehre als Gold- und Silberschmied an der Kunsthochschule in Bremen studiert und später als Grafikdesigner gearbeitet hat.

Für erstaunte Blicke sorgen regelmäßig seine Pin-up-Girls, die sich in seinem Atelier barbusig in einer Vitrine räkeln. Bei dem Mann ist eben (fast) alles erlaubt. Oft entstehen ganze Serien, beispielsweise mit Motiven des Jugendstil-Malers Gustav Klimt. Dazu gehört »Der Kuss«, der wohl zu Klimts populärsten Werken zählt und auch unter den Kunden von Schulze-Othersen gut ankommt.

Lieber Bunnies statt Hasen

Doch egal, was er malt: Für seine detailverliebten Miniatur-Kunstwerke auf Enten-, Hühner-, Straußen-, Tauben- und manchmal sogar Kanarieneiern nimmt er stets feinste Rotmarder-Pinsel. Mit Wasserfarbe überträgt er dann die Motive auf die Schale, die am Ende mit seidenmattem Bootslack versiegelt wird. Gerne bemalt er übrigens Enteneier: »Die sind am schönsten, so wunderbar glatt.«

Ältere Arbeiten fallen durch eine dunklere Farbpalette auf. Der neue Schulze-Othersen ist heller, freundlicher. »Was ich immer gerne mache«, lächelt der passionierte Eiermaler, »sind Vögel. Das sind schließlich die Produzenten meines Rohmaterials.« Es gibt auch Ausgefallenes wie Muscheln, Krebse und Fische. »Wer hier nichts findet, ist selbst schuld«, ist Schulze-Othersen überzeugt. Seit mittlerweile 30 Jahren bemalt er Eier, selten übrigens mit Hasen. »Die sehen immer so streng aus, da nehme ich lieber Kaninchen«, erzählt der Künstler, dessen Hobby zur Leidenschaft wurde.

Vor Jahrzehnten schon zog er mit seiner Familie aufs Land in ein historisches Bauernhaus und gab sich seiner Tierliebe hin. Auf seinem Hof gab es Pferde, Schafe, Ziegen und natürlich auch Geflügel wie Hühner und Enten.

»Irgendwas musste ich dann mit den Massen an Eiern anstellen, zum Essen waren es einfach zu viele«, erinnert sich Schulze-Othersen. »Zuerst dachte ich noch: Bemalen, was für ein Quatsch. Dann habe ich es ausprobiert - und es hat gut funktioniert.«

Zwar gibt es keine Tiere mehr auf dem Hof. Aber von den Eiern kann Schulze-Othersen seit mittlerweile 30 Jahren nicht lassen. Die allermeisten Motive malt er in der Größe eines Medaillons auf die Schale. Die restliche Fläche wird dann mit einem blumig-rankenden Muster gefüllt, das wie eine Signatur als einzigartiges Erkennungszeichen seine Eier schmückt.

Mit Werken dieser Art hat er schon manchen Sammler als Stammkunden gewonnen. Auch deshalb will er so lange weitermalen, wie Augen und Hände mitmachen. Die Nachfrage sei groß, gerade zum nahenden Osterfest und zum Frühlingsbeginn, freut sich Schulze-Othersen: »Manche verschenken statt Blumenstrauß eben gerne ein Ei.«

 

  IM INTERNET:  www.eiermaler.com

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Dieter Sell

 


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abgerufen 01.09.2016 - 03:52 Uhr

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