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Dieser Artikel: Ausgabe 13/2016 vom 27.03.2016
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Die Zeuginnen und Zeugen der Auferstehung

Von Maria Magdalena bis Paulus - Menschen, die eine durch nichts wegzudiskutierende Erfahrung gemacht haben


Dass die Auferstehung Jesu angezweifelt wird, ist weder neu noch verwerflich. Die biblischen Zeugen der Auferstehung haben allerdings eine durch nichts wegzudiskutierende Erfahrung gemacht: Sie sind dem Auferstandenen Jesus Christus leibhaftig begegnet.

Maria Magdalena, wie sie die präraffaelitische britische Maler Anthony Frederick Augustus Sandys (1829-1904) imaginierte (ca. 1858-60, Delaware Art Museum).
Foto: PD
   Maria Magdalena, wie sie die präraffaelitische britische Maler Anthony Frederick Augustus Sandys (1829-1904) imaginierte (ca. 1858-60, Delaware Art Museum).

Maria Magdalena

 Johannes 20, 11-18;  Markus 16, 9f.

Ausgerechnet einer ehemaligen Prostituierten zeigt sich der auferstandene Jesus zuerst. Weinend steht sie am leeren Grab, neben dem zwei Engel sitzen. Sie sieht einen Mann, mutmaßt, es sei ein Gärtner, und fragt ihn, wo er denn den Leichnam hingebracht habe. »Frau, was weinst du?«, fragt der Mann - da erkennt sie seine Stimme und sagt: »Rabbuni«, das heißt »mein Meis­ter«. Sie will ihn anfassen, doch das verbietet er ihr rüde: »Rühre mich nicht an!« Und er trägt ihr auf, die Botschaft der Auferstehung den »Brüdern« zu verkündigen.

        

        

Ausschnitt aus der Grablegung Christi von Caravaggio (Michelangelo Merisi, 1571-1610), 1602-1604, Vatikanische Museen.
Foto: PD
   Ausschnitt aus der Grablegung Christi von Caravaggio (Michelangelo Merisi, 1571-1610), 1602-1604, Vatikanische Museen.

Maria, Mutter des Jakobus

 Matthäus 28, 1-10

Den Evangelisten Markus und Matthäus zufolge begegnet Maria Magdalena nicht alleine dem Auferstandenen; bei ihr ist Maria, die Mutter des Jakobus. Als die beiden Frauen zum Grab gehen, werden sie von einem Erdbeben überrascht, gleichzeitig kommt ein Engel aus dem Himmel und wälzt den Stein vom Grabeingang. Jesus sei nicht mehr im Grab, verkündet er, sie könnten ihn in Galiläa treffen. Mit »Furcht und großer Freude« laufen sie los, da begegnet ihnen Jesus und sagt: »Seid gegrüßt!« Wie reagieren die beiden Frauen? »Sie traten zu ihm und umfassten seine Füße und fielen vor ihm nieder.«

        

        

Abendmahl in Emmaus (Mailänder Fassung), Caravaggio (Michelangelo Merisi, 1571-1610), 1606, Pinacoteca di Brera, Mailand.
Foto: PD
   Abendmahl in Emmaus (Mailänder Fassung), Caravaggio (Michelangelo Merisi, 1571-1610), 1606, Pinacoteca di Brera, Mailand.

Die Emmausjünger

 Lukas 24, 13-35

Drei Tage nach der Kreuzigung wandern zwei seiner Jünger von Jerusalem zurück nach Galiläa und unterhalten sich über die Geschehnisse. Ein Dritter gesellt sich zu ihnen (»Da nahte sich Jesus selbst und ging mit ihnen«) und lässt sich von den beiden die Situation erklären; als er deren Zweifel hört, legt er ihnen die Bibel aus, die auf Christus hindeute. Doch erst am Abend, als sie im Dorf Emmaus gemeinsam essen, »wurden ihre Augen geöffnet, und sie erkannten ihn«: Der unbekannte dritte Wanderer ist der auferstandene Jesus!

        

        

Mittelalterliche Buchmalerei vom Meister der Reichenauer Schule (10. Jahrhundert): Jesus beaufragt die elf Jünger, in die Welt hinauszugehen: »Machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.«
Foto: PD
   Mittelalterliche Buchmalerei vom Meister der Reichenauer Schule (10. Jahrhundert): Jesus beaufragt die elf Jünger, in die Welt hinauszugehen: »Machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.«

Die elf Jünger

 Johannes 20, 19-23,  Matthäus 28, 16-17

Zunächst berichtet Maria Magdalena den Jüngern, dass sie dem auferstandenen Jesus begegnet sei. Schließlich erscheint der Auferstandene in Jerusalem auch selbst seinen Jüngern (da Judas, der Verräter fehlt, sind es elf statt ursprünglich zwölf). »Friede sei mit euch!«, begrüßt er sie. Um Zweifel und Nachfragen im Keim zu ersticken, zeigt er ihnen seine Hände, die noch die Wunden der Nägel tragen, und seine Seite, die von der Lanze eines Soldaten durchstoßen wurde. Daraufhin »blies er sie an«, als Zeichen dafür, dass nun der Heilige Geist bei ihnen sei.

        

        

Der ungläubige Thomas, Caravaggio (Michelangelo Merisi, 1571-1610), 1601/02, Schloss Sanssouci, Potsdam.
Foto: PD
   Der ungläubige Thomas, Caravaggio (Michelangelo Merisi, 1571-1610), 1601/02, Schloss Sanssouci, Potsdam.

Der ungläubige Thomas

 Johannes 20, 24-29

Kurz danach erzählen die Jünger ihrem Mitbruder Thomas von der Begegnung. Der reagiert skeptisch: »Wenn ich nicht in seinen Händen die Nägelmale sehe und meinen Finger in die Nägelmale lege und meine Hand in seine Seite lege, kann ich's nicht glauben.« Nach acht Tagen erscheint Jesus den versammelten Jüngern nochmals und fordert Thomas auf, seine Finger in seine Wunde zu legen. Das genügt Thomas, um seine Zweifel zu verlieren und zu bekennen: »Mein Herr und mein Gott!« Jesus antwortet: »Weil du mich gesehen hast, Thomas, darum glaubst du.«

        

        

Der wunderbare Fischzug des Petrus, Fragment eines Altars der Petrus-Kathedrale in Genf von Konrad Witz (um 1400-1445/47), 1444, Musée d'Art et d'Histoire, Genf.
Foto: PD
   Der wunderbare Fischzug des Petrus, Fragment eines Altars der Petrus-Kathedrale in Genf von Konrad Witz (um 1400-1445/47), 1444, Musée d'Art et d'Histoire, Genf.

Petrus und der Lieblingsjünger

 Johannes 21

Von einer denkwürdigen weiteren Begegnung berichtet der Evangelist Johannes. Am See Genezareth erscheint Jesus Petrus und einigen anderen Jüngern. Sie wollen fischen gehen. Jesus, zunächst unerkannt, rät ihnen, das Netz zur rechten Seite auszuwerfen - und prompt fangen sie 153 Fische. Nachdem sie gemeinsam den Fisch gegessen haben, beauftragt er Petrus: »Weide meine Schafe!« Petrus wundert sich, fragt, was denn mit dem Lieblingsjünger Jesu werde. »Was geht es dich an?«, erwidert Jesus, »folge du mir nach!«

        

        

Paulus, Gemälde des brasilianischen Malers José Ferraz de Almeida Júnior (1850-1899), 1869, Kirche Matriz de Nossa Senhora da Candelária, Itu, Brasilien.
Foto: PD
   Paulus, Gemälde des brasilianischen Malers José Ferraz de Almeida Júnior (1850-1899), 1869, Kirche Matriz de Nossa Senhora da Candelária, Itu, Brasilien.

Paulus

 Apostelgeschichte 9, 1-19,  1. Korinther 15, 1-8

Auch nachdem Jesus gen Himmel gefahren ist, zeigt er sich Menschen. Eine besonders eindrückliche Begegnung schildert die Apostelgeschichte. Saulus (später Paulus genannt), ein streng gesetzestreuer Jude, verfolgte die Christen bis in den Tod. Auf dem Weg nach Damaskus »umleuchtete ihn plötzlich ein Licht vom Himmel«, und er hörte eine Stimme: »Saul, was verfolgst du mich?« Saulus fragte, wer da spreche. - »Ich bin Jesus, den du verfolgst«, sagte die Stimme. Nach dieser Begegnung wird Saulus zum erfolgreichsten Missionar der Urkirche.

OSTERN

Die härteste Währung. Was an den biblischen Auferstehungsberichten kann man glauben? Von Helmut Frank. » lesen!

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Uwe Birnstein

 


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abgerufen 31.05.2016 - 17:56 Uhr

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