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Dieser Artikel: Ausgabe 13/2016 vom 27.03.2016
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Wie man sich selber Mut machen kann

Sonntagsblatt-Sprechstunde


»Mit meinen Eltern brauche ich gar nicht zu reden - und meine Bekannten denken vielleicht, ich will was Besseres sein«: Eine 26-Jährige überlegt, doch noch zu versuchen, das Abitur nachzumachen und etwas Soziales zu studieren.

Ich arbeite derzeit als Verwaltungsangestellte. Meine Mutter hat mir damals den Ausbildungsplatz verschafft. Wir hatten nicht viel Geld zu Hause und jedes Kind, das irgendwie untergebracht war und eine Lehrstelle hatte, hat mit zum Familieneinkommen beigetragen.

Ich war sehr gut in der Schule, die Lehrer haben immer gesagt, ich soll doch Abitur machen. Irgendwie lässt mich das nicht los. Ich bin so gerne mit Menschen zusammen, versuche immer, mir vorzustellen, welche Schicksale hinter all dem Papier stecken, das auf meinem Schreibtisch landet. Manchmal überlege ich, ob ich nicht doch Fachabitur machen und was Soziales studieren soll.

Zugleich habe ich Angst. Ich verdiene ja nicht schlecht und habe sogar Aufstiegschancen. Mit meinen Eltern brauche ich gar nicht zu reden - und meine Bekannten denken vielleicht, ich will was Besseres sein. Manchmal denke ich, mir fehlt einfach der Mut zur Veränderung.

Frau S. (26)

 

Geht es darum, was die anderen über Ihre Pläne denken - oder geht es vor allem darum, herauszufinden, was Sie selber denken, fühlen und wollen? Und mit wem könnten Sie reden? So wie Sie sich vorstellen, dass hinter dem Papier auf Ihrem Schreibtisch »echte Menschen« stehen, stelle ich mir jetzt mal vor, wir würden ein »echtes Gespräch« führen.

Ich würde Sie also gerne ermutigen, einfach weiterzuerzählen, was Sie im Blick auf einen möglichen beruflichen Wechsel beschäftigt und wie Sie sich Ihre Zukunft vorstellen. Ich würde dabei versuchen, herauszuhören, welche Werte Ihnen wichtig sind.

Ich würde mir dann gemeinsam mit Ihnen überlegen, ob Sie diese Werte in Ihrer jetzigen Situation gut genug leben können - oder ob es eben doch reizvoller und herausfordernder wäre, einen neuen beruflichen Weg einzuschlagen.

Ich würde Sie ermutigen, so viele Informationen wie möglich zu sammeln über diese Ausbildungsmöglichkeiten. Es würde mich interessieren, was Sie sich im Blick auf ganz praktische Fragen (zeitlicher, finanzieller Aufwand …) schon überlegt haben.

Ich würde Sie aber auch fragen nach Ihren Ängsten, Befürchtungen und Bedenken. Dahinter stecken einerseits ganz reale Fragen, die geklärt werden können. Manche dieser Ängste gehören aber auch zu Ihrer Person und werden Sie - manchmal hilfreich, manchmal hemmend - bei Ihren Überlegungen begleiten. Es kann auch sein, dass die Menschen, die Sie bisher begleitet haben, Ihre Ängste eher bestärken, weil die Veränderungen, die Sie planen, ja auch deren Weltbild und Ansichten infrage stellen.

Mut bedeutet nicht, dass die Ängste auf einmal weg sind. Wer mutig ist, handelt trotz aller Befürchtungen und Ängste.

Ich würde Sie daher auf jeden Fall ermutigen, sich einen Gesprächspartner zu suchen, der oder die weder Familienmitglied noch Kollege ist, mit dem oder der Sie ganz frei über Ihre Zukunftspläne reden können.

Dabei geht es nicht um gute Ratschläge, sondern darum, Ihnen aufmerksam zuzuhören. Sie werden überrascht sein, was Sie selbst sich sagen hören und wie viel Mut Sie sich selber machen können.

SONNTAGSBLATT - SPRECHSTUNDE

Barbara Hauck

Wenn Sie ein Problem haben und Rat brauchen, dann schreiben Sie an die »Sprechstunde«, Birkerstraße 22, 80636 München. Die Berater antworten auf dieser Seite oder mit Brief. Sie können auch unmittelbar an einen Berater schreiben: Pfarrerin Barbara Hauck, Breite Gasse 82/84, 90402 Nürnberg - oder Kirchenrat Waldemar Pisarski, Meringer Str. 38c, 86163 Augsburg.

Waldemar Pisarski

Wenn Sie eine längerfristige Korrespondenz wünschen, steht Ihnen die Evangelische Briefseelsorge, Postfach 600306, 81203 München, zur Seite. Alle Zuschriften werden vertraulich behandelt.

 

 

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Barbara Hauck

 


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abgerufen 30.09.2016 - 20:32 Uhr

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