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Dieser Artikel: Ausgabe 13/2016 vom 27.03.2016
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Sixtinische Kapelle des Mittelalters

Santa Maria Antiqua ist die älteste Kirche auf Roms Forum Romanum - und jetzt wieder zugänglich


Die älteste Kirche auf dem Forum Romanum in Rom, Santa Maria Antiqua, ist nach umfangreicher Restaurierung wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Spektakulär sind die über 1000 Jahre verschütteten frühmittelalterlichen Fresken.

Die Kreuzigung aus der Theodotus-Kapelle: Sie entstand zur Zeit von Papst Zacharias (741-752), einem Römer griechischer Herkunft und gilt als eines der bedeutendsten Zeugnisse vorkarolingischer Kunst in Rom.
Foto: PD
   Die Kreuzigung aus der Theodotus-Kapelle: Sie entstand zur Zeit von Papst Zacharias (741-752), einem Römer griechischer Herkunft und gilt als eines der bedeutendsten Zeugnisse vorkarolingischer Kunst in Rom.

        

Die älteste Kirche auf dem Forum Romanum in Rom, Santa Maria Antiqua, ist nach umfangreicher Restaurierung wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Der Bau - ursprünglich Teil des Tiberius-Palastes - wurde im 5. Jahrhundert zur Kirche umgewandelt. Errichtet wurde er vermutlich im 1. Jahrhundert durch Kaiser Domitian (51-96), der den Palast des zweiten Kaisers Tiberius (42 v. Chr.-37 n. Chr.) wiederherstellen ließ und dem Bau eine neue Empfangshalle zufügte.

Bis in die Zeit Karls des Großen (Papst Leo III.) diente Santa Maria Antiqua als Diakoniekirche unter anderem dazu, Getreide an die städtische Bevölkerung auszugeben.

1000 Jahre bedeckt von Ruinenschutt, der vom Palatin ins Forum rutschte: Santa Maria Antiqua von außen in ihrem heutigen Zustand.
Foto: PD
   1000 Jahre bedeckt von Ruinenschutt, der vom Palatin ins Forum rutschte: Santa Maria Antiqua von außen in ihrem heutigen Zustand.

        

Für Ekstase bei Kunsthistorikern sorgen aber vor allem die einzigartigen und außergewöhnlich gut erhaltenen frühmittelalterlichen Fresken. Sie haben der Kirche den Ruf einer »Sixtinischen Kapelle des Mittelalters« eingetragen.

Denn rund 1000 Jahre waren die Wände von Santa Maria Antiqua unter den Trümmern von Gebäuden des Palatin-Hügels begraben, die bei einem Erdbeben im Jahr 847 einstürzten. Die Naturkatastrophe bewahrte damit die Fresken vor der Bau- und Renovierungswut kommender römischer Päpste.

Barockkirche über frühchristlicher Kirche: Santa Maria Liberatrice auf einem Stich von Giuseppe Vasi aus dem Jahr 1788.
Foto: PD
   Barockkirche über frühchristlicher Kirche: Santa Maria Liberatrice auf einem Stich von Giuseppe Vasi aus dem Jahr 1788.

        

So lange Santa Maria Antiqua stand, wechselte Rom gleich mehrfach die Hände: Nach de Niederlage des weströmischen Reichs gegen die Goten folgten langobardische und byzantinische Machthaber. Der andauernde Wechsel der auch künstlerischen Einflüsse spiegelt sich in den spätantiken bis frühmittelalterlichen Fresken.

Auf den Ruinen der verschütteten Kirche wurde im 13. Jahrhundert die Kirche Santa Maria Liberatrice errichtet. Später zur Barockkirche umgestaltet, wurde sie zu Beginn des 20. Jahrhunderts abgebrochen, um die frühchristliche Kirche ausgraben zu können.

Bereits seit den 80er-Jahren war Santa Maria Antiqua allerdings geschlossen. Ab 2001 arbeiteten Restauratoren an den wertvollen Fresken, die sich auf über 250 Quadratmeter erstrecken. Besucher des Forum Romanum können nun die restaurierten Fresken sowie eine auf die Flächen der Kirche projizierte Rekonstruktion ihres ursprünglichen Zustands sehen.

 

  INTERNET: Ausführliche Beschreibung der Kirche Santa Maria Antiqua auf der Website der Soprintendenza Speciale per i Beni Archeologici di Roma:  archeoroma.beniculturali.it (englisch)

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epd/ms

 


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abgerufen 29.06.2016 - 09:13 Uhr

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