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Dieser Artikel: Ausgabe 13/2016 vom 27.03.2016
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Rasselnde Geburtstagsfeier

Alt und Jung: Seit 15 Jahren gibt es Dekanatsmusikschüler in Würzburg


Reiskörner rein ins Döschen! Das rasselt! Die Schule am Wilhelm-Schwinn-Platz bringt Menschen zwischen zwei und 80 Jahren Musik bei. Die Nachfrage ist riesig, sagt Schulleiter Michael Munzert.

Mirjam Decker bastelt mit der Früherziehungsgruppe Rasseln für den Geburtstag der Dekanatsmusikschule.
Foto: Christ
   Mirjam Decker bastelt mit der Früherziehungsgruppe Rasseln für den Geburtstag der Dekanatsmusikschule.

        

Würzburgs damaliger Dekan Günter Breitenbach kam 2001 auf die Idee, eine Musikschule zu gründen. Das tat er mit Blick auf die evangelische Kirchenmusik in seinem Dekanat. Hier wirken vor allem Laien mit, selbst die Chorleiter sind in der Regel Amateure. Viele hatten nie professionellen Musikunterricht gehabt. In der Dekanatsmusikschule können sie sich seit 15 Jahren qualifizieren.

»Noch wichtiger ist die Nachwuchsgewinnung«, sagt Munzert. Gerade die zahlreichen Posaunenchöre im Dekanat sind dem Blechbläserlehrer zufolge meist völlig überaltert. Aus eigener Kraft können sie sich kaum verjüngen. Munzert brachte - unter anderem durch die von ihm gestaltete Homepage der Dekanatsmusikschule - frischen Wind in die Musikszene: Die Internetseite schubste die Nachfrage nach Blechbläserstunden nach oben. Viele neue Schüler wollten in einen Posaunenchor.

Posaunist schmiedet Talente

Seit fünf Jahren leitet der Posaunist die Talentschmiede neben der Würzburger Stephans-Kirche. Unter seiner Regie verdoppelte sie ihre Schülerzahlen gegenüber 2011. Rund 230 sind es im Moment. Das Angebot reicht von Früherziehung über einen Ukulele-Kurs für Fünf- und Sechsjährige bis hin zu Klavier, Cajon, Percussion, Querflöte und Gitarre. Weitere Kurse sind aus räumlichen Gründen nicht drin. Deshalb sucht Munzert evangelische Einrichtungen, die mit der Schule kooperieren.

Schon jetzt sind Musikpädagogen der Schule in drei Kindergärten aktiv: »Dieses Feld könnte noch weiter ausgebaut werden.« Sinnvoll fände Munzert auch professionelle Musikangebote für Menschen mit Demenz in evangelischen Heimen. Auf diesem Gebiet hat sich deutschlandweit in letzter Zeit viel getan. »Musik-Geragogik« heißt die Fachrichtung, die sich mit musikalischer Bildung im Alter beschäftigt. Mit Musikprofessorin Barbara Metzger besitzt Würzburg eine renommierte Expertin, die dieses Feld vorantreibt.

Was immer die Dekanatsmusikschüler auch lernen - es soll Spaß machen, sagt Munzert. Er selbst unterrichtet 16 Blechbläser. Posaune, Trompete, Kornett oder Euphonium sind nicht gerade einfach. Umso wichtiger ist ein Unterricht, der mitreißt. Auch Konzertieren hält die Bläser bei Laune. Die evangelischen Kirchen geben viele Auftrittsmöglichkeiten. Teilweise entwickeln sich echte Talente: »Die nehmen dann auf bayerischer Ebene an ›Jugend musiziert‹ teil.«

Munzert selbst tauchte, wie so viele Kinder, im Alter von sechs Jahren über die Blockflöte in die Welt der Musik ein. Mit neun lernte er von seinem Vater, der den Posaunenchor der Würzburger Auferstehungskirche leitete, das Posaunenspiel. Später gab es professionellen Musikunterricht und Teilnahmen an »Jugend musiziert«. An der Musikhochschule Würzburg absolvierte Munzert sein Posaune-Studium.

Zwei Jahre nach ihrer Eröffnung stieg der 42-Jährige als Lehrer bei der Dekanatsmusikschule ein. Vor fünf Jahren übernahm er dann das Ruder. Zuvor hatte er sich über den Verband der Musikschulen fit für die Aufgaben eines Musikschulleiters gemacht. Die Kurse absolvierte er, obwohl die Dekanatsmusikschule gar kein Verbandsmitglied ist: »Dazu waren wir bisher zu klein.« Erst seit Kurzem wurde jene Wochenstundenzahl erreicht, die erforderlich ist, um aufgenommen zu werden. Nun prüft Munzert, ob eine Mitgliedschaft sinnvoll wäre. Als Verbandsmitglied hätte seine Schule unter anderem die Chance, ein Qualitätssiegel zu erhalten.

Mit ihren 13 Lehrkräften hat die Schule beste Voraussetzungen für eine Zertifizierung: »Alle sind an der Musikhochschule ausgebildet.« Auch Mirjam Decker, deren rasselnde Geburtstagsparty im Chorsaal gerade im vollen Gange ist, hat Musikpädagogik studiert.

Gerade die Kleinsten sollen eine optimale Förderung bekommen, damit sie früh musikalisch Feuer fangen und sich vielleicht einmal in einem Chor, einem Ensemble oder einer Band der Kirche engagieren. »Wobei die Konfession bei uns keine Rolle spielt«, betont Munzert: »Im Aufnahmeverfahren wird sie nicht einmal abgefragt.«

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Pat Christ

 


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abgerufen 23.07.2016 - 23:08 Uhr

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