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Dieser Artikel: Ausgabe 13/2016 vom 27.03.2016
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Wo Martin Luther zu Ostern predigte

Coburger St.-Moriz-Gemeinde öffnet nach zwei Jahren Sanierung ihre Kirche - Einweihung im Mai


Fast genau zwei Jahre nach Beginn der umfangreichen Sanierung wird die Coburger St.-Moriz-Kirche an Ostern wieder eröffnet. Auf die eigentliche Wiederweihe muss die Gemeinde jedoch noch warten.

n frischen Farben präsentiert sich der renovierte Innenraum der Coburger Hauptkirche St. Moriz. Noch fehlt auf diesem Bild der neue Altar, den der Münchner Künstler Werner Mally gestaltet hat (Bilder unten).
Foto: Fuchs
   n frischen Farben präsentiert sich der renovierte Innenraum der Coburger Hauptkirche St. Moriz. Noch fehlt auf diesem Bild der neue Altar, den der Münchner Künstler Werner Mally gestaltet hat (Bilder unten).

        

Die Gemeinde wird am Ostersonntag einziehen, nachdem die Salvatorkirche zwei Jahre lang als Ausweichquartier gedient hat«, freut sich Gertrud Göpfert. Als sie im September 2014 ihren Dienst als geschäftsführende Pfarrerin in St. Moriz antrat, waren die Arbeiten auf der Kirchenbaustelle schon voll im Gang.

Die jüngste Zäsur in der Geschichte der Morizkirche hatte am Ostermontag 2014 mit einer »Kirchenschließandacht« begonnen. Nach der letzten Innensanierung in den 1970er-Jahren war eine turnusgemäße Renovierung fällig. Seit 2009 gab es Planungen des Hochbauamts der Stadt Coburg in Abstimmung mit der Landeskirche für die Sanierung, die auch den veränderten liturgischen Konzeptionen und Bedürfnissen für das gottesdienstliche und kirchenmusikalische Leben gerecht werden sollte.

Im Hinterkopf hatten die Verantwortlichen allerdings immer auch das Reformationsjubiläum, das 2017 in Coburg unter anderem mit einer großen Landesausstellung des Hauses der bayerischen Geschichte gefeiert wird. Weil Martin Luther eng mit Coburg in Verbindung steht, sich im Jahr 1530 mehrere Monate lang auf der Veste aufhielt und an Ostern 1530 mehrfach in der St.-Moriz-Kirche predigte, sollte auch die Kirche als authentischer Ort in neuem Glanz erstrahlen.

»Wandelaltar«: Wie manche andere Objekte des Münchner Künstlers Werner Mally hat es der Coburger Ahorn-Altar »in sich«. Er lässt unzählige »Konfigurationen« zu - vom schlichten Block bis zur vielförmigen »Altar-Landschaft«.
Foto: Werner Mally
   »Wandelaltar«: Wie manche andere Objekte des Münchner Künstlers Werner Mally hat es der Coburger Ahorn-Altar »in sich«. Er lässt unzählige »Konfigurationen« zu - vom schlichten Block bis zur vielförmigen »Altar-Landschaft«.

        

Drei Dinge, sind es, die dem Betrachter besonders ins Auge fallen: Die Kirche wurde vom Staub mehrerer Jahrzehnte befreit und erstrahlt wieder in hellem Weiß. Der neue Anstrich setzt neue farbliche Akzente. Dominierten bisher in Altrosa gehaltene Flächen, wird zukünftig ein hellgelb-beiger Farbton für Abwechslung sorgen. Auch die dunkle Wandverkleidung im Altarraum, die immer an ein Chorgestühl erinnerte, ist verschwunden. Dazu ist das Stufenpodest rund um den Altar großzügig erweitert worden.

Besonders augenfällig ist auch der Altar aus Ahornholz des Münchner Künstlers Werner Mally. Der Altar ist in sich verschiebbar und kann jeweils passend zum Fest des Kirchenjahres verändert werden. Ein Stehpult, ein Osterleuchter und ein Kreuz ergänzen die Ausstattung.

In die Mitte gerückt wurde außerdem der historische Taufstein. Modernisiert wurden unter anderem die in die Jahre gekommene Elektrik sowie die Tonanlage und die Beleuchtung. Das Lichtkonzept ist künftig auf verschiedene Szenarien ausgerichtet, die der unterschiedlichen Nutzung für kleine und große Gottesdienste und für die Kirchenmusik gerecht werden. Auch der Boden wurde gründlich gereinigt und am Haupteingang gibt es eine neue Pforte. Die Bestuhlung bleibt allerdings die alte.

»Diaphane Passage« - durchscheinender Übergang: Auch dieses Standkreuz gehört zur neuen Ausstattung von St. Moriz.
Foto: Werner Mally
   »Diaphane Passage« - durchscheinender Übergang: Auch dieses Standkreuz gehört zur neuen Ausstattung von St. Moriz.

        

Das Herzstück des Altarraums ist das zwölf Meter hohe Alabaster-Epitaph des Bildhauers Nikolaus Bergner von 1598, ein Kunstwerk, das seinesgleichen sucht, und das die beiden Restauratorinnen Jutta Minor und Cornelia Petterson in mühevoller Kleinarbeit aufwendig hergerichtet haben. Ein ganz besonderes musikalisches Schmuckstück ist auch die 1989 errichtete Schuke-Orgel mit den erhaltenen, ursprünglichen Pfeifen der Orgel von 1740. Epitaph und Orgel überdauerten die Bauarbeiten gut geschützt und teilweise komplett eingehaust in der Kirche.

1,4 Millionen Euro Kosten

Nach den Worten von Pfarrerin Göpfert wurde der Landeskirche die Baumaßnahme mit Gesamtkosten in Höhe von 1,4 Millionen Euro zur Genehmigung vorgelegt. Davon beträgt der kirchliche Anteil 500.000 Euro, die Gemeinde hat davon 170.000 Euro an Eigenmitteln aufzubringen, die Landeskirche ist mit der Bedarfszuweisung von 330.000 Euro beteiligt. Den Hauptanteil tragen die Stadt Coburg mit 615.000 Euro, die Oberfrankenstiftung mit 200.000 Euro sowie die Denkmalpflege mit 85.000 Euro. Die Epitaph-Sanierung (Kosten rund 160.000 Euro) ist in dieser Finanzierung nicht enthalten.

Die im Besitz der Stadt Coburg befindliche Morizkirche ist Hauptkirche der evangelischen Innenstadtgemeinde St. Moriz. Der erste urkundliche Nachweis der Kirche stammt aus den Jahren 1056/57. Ältester Teil des heutigen Kirchenbaus ist der 1330 abgeschlossene Ostchor. Die Türme und das Portal der Kirche kamen um etwa 1420 hinzu. Um 1520 wurde mit der Aufrichtung des eigentlichen Kirchengebäudes begonnen.

Die offizielle Wiederweihe der Kirche wird Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm am Sonntag, 8. Mai mit einem Festgottesdienst ab 10 Uhr vornehmen. Für ihn ist es ein Wiedersehen mit der alten Heimat: Er war von 1997 bis 1999 und von 2001 bis 2004 Pfarrer an St. Moriz.

ST. MORIZ COBURG

Wo Martin Luther zu Ostern predigte. Die Coburger St.-Moriz-Gemeinde öffnet nach zwei Jahren Sanierung ihre Kirche. » lesen!

Ursprung eines großen Ganzen. Der Künstler Werner Mally über seinen »Performativen Altartisch« für St. Moriz in Coburg. » lesen!

 

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Stephan Herbert Fuchs

 


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abgerufen 25.05.2016 - 13:01 Uhr

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