19.04.2020
Ein Wohlfühlbuch in schwierigen Zeiten

Die Hersbrucker Autorin Diana Schmid legt ihr erstes Werk mit christlichen Frühlingsgedanken vor

Diana Schmid schreibt gerne über "kreative Glaubensthemen". Die in Hersbruck lebende Journalistin hat jetzt mit "Lass deine Seele blühen" im Herder-Verlag ihr erstes Buch veröffentlicht. Was sich dahinter verbirgt, erklärt sie im Interview.
Autorin Diana Schmid mit ihrem Buch

Frau Schmid, von der Journalistin zur Buch-Autorin - ein Schritt, der irgendwo logisch erscheint, der aber keineswegs selbstverständlich ist. Wie kam es dazu?

Das ist mein großer Wunsch gewesen. Und den habe ich natürlich an für mich interessante Verlage herangetragen. Irgendwie war es der folgerichtige Schritt, nachdem ich ja einerseits seit vielen Jahren Beiträge schreibe. Andererseits habe ich redaktionell Werke mitgestaltet und im Jahr 2018 ist mein Herausgeberwerk Irische Segensgebete bei camino erschienen. Jetzt war das einfach an der Reihe und ich freue mich riesig, dass es geklappt hat.

Das erste Buch, und dann gleich ein namhafter Verlag - wie haben Sie das geschafft?

Ich bin ins Gespräch gekommen, habe für mein Buch-Schreib-Ansinnen begeistert, bin am Ball geblieben. Und mit "Hilfe von oben" schneite eines Tages die Anfrage in mein Postfach hinein. Ich hätte damit gar nicht unbedingt gerechnet, ging sogar zunächst davon aus, dass es sich um ein Lektoratsprojekt handeln würde. Bis ich die Anfrage ein zweites Mal gelesen habe und dann mein Augenmerk auf "Autorenprojekt" fiel. Da war ich schon echt von den Socken. Das war einfach unglaublich. Man könnte sagen, dass mein Feuer übergesprungen ist. Und das musste ich natürlich im Buchprojekt dann einlösen und unter Beweis stellen.

"Lass deine Seele blühen" ist ein "Frühlingsbuch". Das klingt in manchen Ohren kitschig, in anderen so unverschämt optimistisch - wie erklären Sie denen, die es genauer wissen wollen, diesen Titel?

Das Buch ist ein Wohlfühlbuch. Und wer fühlt sich nicht gerne wohl? Blumen sind am schönsten, wenn sie blühen – ebenso wie Menschen. Ich zaubere gern ein Lächeln ins Gesicht und gehe mit einem Augenzwinkern durch die Landschaft. Es inspiriert mich, wenn ich zum Wohlgefühl anderer beitragen kann. Im Titel steckt für mich alles an Ingredienzien drin, die es braucht, damit man sich einfach immer wie im Frühling fühlen kann: "Lass" fordert auf, also man braucht schon einen Appell, einen Anstoß, einen Impuls; "deine" sagt: ja, genau Du bist gemeint, das richtet sich an Dich … und an Dich … und an Dich auch. Wenn es unserer "Seele" gut geht, geht es uns gut, deshalb ist es so wichtig, dass wir uns ihr zuwenden. Und schließlich steht das "blühen" fast für sich, es bedeutet aufleben, auskosten, aufbrechen, aufbäumen – leben!

Ein bisschen mehr Besinnung auf die schönen Dinge im Leben und auf sich selbst, das sind zeitlose Themen. Warum hat es Sie persönlich gerade jetzt gepackt, über diese Dinge zu schreiben?

Weil es für mich in vielfacher Hinsicht Glück bedeutet. Und das Glück, vielleicht finden Sie das jetzt wieder etwas kitschig, hat es mir immer schon angetan. Und das hat für mich zu tun mit schönen Dingen im Leben und mit uns selbst. Glück geht immer bei uns selbst los. Wenn es meiner Seele gut geht, bin ich gut drauf, ich sprühe. Und wenn es mir besonders gut geht, blühe ich auf, und mein Umfeld mit mir. Das will ich gern mit anderen teilen. Schon mit kleinen Dingen kann man sich besser fühlen, seiner Seele etwas Gutes tun, sich leichter fühlen. Frühlingsgefühle kann man sich herbeizaubern. Zum Beispiel mit der Lektüre meines Buches.

Sie verbreiten nicht nur gute Laune, sondern versuchen das auch wissenschaftlich: Mit der Disziplin des neurolinguistischen Programmierens und des VAKOG-Modells. Was hat es jeweils damit auf sich?

Ja genau, das finde ich gut, um mit allen Sinnen auf Tauchstation in Sachen Frühling und Wohlbefinden zu gehen. Oft vergisst man im Eifer des Gefechts einen Sinneskanal, ich kenne das von mir selbst. Da erweist es sich als praktisch, wenn man ein Schema kennt, um Dinge voll auskosten zu können. VAKOG sind die Anfangsbuchstaben unserer Wahrnehmungskanäle: Visuell, auditiv, kinästhetisch, olfaktorisch, gustatorisch. Oder ganz lebenspraktisch: Ich stelle mir einen schönen Strauß Tulpen auf den Tisch und gucke immer wieder hin. Oder ich höre Gute-Laune-Hits. Dann kann ich einen schönen Stoff wählen, ein Halstuch, und das auf der Haut spüren. Bei einem Spaziergang lässt es sich vergnüglich an Blüten schnuppern. Oder ich lasse mir Erdbeeren auf der Zunge zergehen. Mit allen Sinnen will ich gut drauf sein, den Frühling ganz nah an mich heranlassen. Fürs ganzheitliche Frühlingsglück. VAKOG stammt aus dem NLP, dem Neurolinguistischen Programmieren, und beschäftigt sich mit Konzepten rund um Kommunikation und die menschliche Psyche.

Kreative Glaubensthemen sind Ihr Steckenpferd. Ein echtes Nischenprodukt in diesen so säkularen Zeiten. Warum haben Sie sich diese Ecke ausgesucht?

Ich finde, dass gerade unser christlicher Glaube Belebung verdient und Spaß machen darf. Langweilig kann das jeder vor sich hin praktizieren, da gehört nicht viel dazu. Es gehört aber auch nicht viel oder nicht viel mehr dazu, seinen Glauben mit Freude auszugestalten. Das nicht irgendwie, auf christlicher Grundlage natürlich. Hier spielen die verschiedenen Sinne wieder mit rein. Der eine liebt Musik, weshalb dann nicht über den Lobpreis am Glauben andocken. Jemand malt gerne, macht gerne was mit den Händen, dann kann kreative Bibelarbeit lustvoll von der Hand gehen. Ein anderer findet in der Natur sein Herz für Gott, ist dankbar für jedes Blatt und jede Blüte, für seine wunderbare Schöpfung. Es ist wohltuend, wenn man entdeckt, wie viel Kreativität Gott in einen jeden von uns hineingelegt hat. Das zu entfalten gehört zur Würdigung unseres christlichen Menschseins. Mich begeistert das einfach, wenn man Dinge dreht und wendet, neu hinschaut, auch im Glauben. Und ich glaube, dass es Gott gefällt, wenn jeder auf seine Art seinen Glaubensweg findet, sich entfaltet und seine Gaben nutzbar macht. Mit Jesu Hilfe gelingt uns das. Meine Empfindung ist die, dass gerade innovative und kreative Glaubenskonzepte neuerdings wieder fruchten, dass das nicht länger im Nischendasein schlummert. 

Sie widmen Ihr Buch explizit Ihren Eltern. Warum ist Ihnen dies so wichtig?

Weil es mein erstes Buch ist, das ist schon etwas Besonderes. Und weil meine Eltern mir wichtig sind. Sie haben die Grundlagen gelegt für alles, was ich bin, was ich tun und auch weitergeben kann. Sie haben den christlichen Glauben in mich hineingelegt. Diese Saat ist aufgegangen und ich darf immer wieder wundersam die Blüten beschnuppern. Das macht mich seelenfroh. Meinen Eltern verdanke ich alles und ich bin ihnen aus tiefem Herzen dankbar.  

"Christliches Lebensglück", davon sind viele Autoren beseelt und versuchen dieses auf Papier zu bringen. Wie wollen Sie es schaffen, Ihre eigenen Akzente zu setzen?

Ich habe meine eigenen Ideen, einen unverwechselbaren Humor und meinen ganz eigenen Ton. Außerdem nehme ich kein Blatt vor den Mund. Wer mich kennt, liest mich aus den Zeilen heraus. Wer mich noch nicht kennt, lernt mich aus den und zwischen den Zeilen kennen. Meine Sprache ist erfrischend anders, geht nahe, kann auch mal frech sein. Es gibt diesen gewissen Wiedererkennungswert. Wenn mir bisweilen fremde Menschen so etwas zurückmelden wie "Ach, Sie sind das immer mit diesen schönen Artikeln", dann geht das schon nahe. Dies zeigt mir, dass es meinen ureigenen Akzent da draußen braucht, dass er bei den Menschen ankommt. Das stimmt mich froh, denn ich will die Menschen mit meinen Büchern bewegen, berühren und begeistern.

Ein Buch machen, das sind nicht nur Texte, sondern dazu gehören auch Bilder, Lektoren etc. Wie haben Sie das Projekt gemeistert?

Also dieses wunderbare Buchprojekt mit dem Verlag Herder hat sich rückblickend tatsächlich wie ein frischer Frühlingsbach durchgeschlängelt. Da es mein erstes Autorenwerk ist, hatte ich zunächst einen großen Respekt davor. Indem ich mich da einfach selbst reingeworfen habe, kam durchs Tun und sicherlich auch durchs Beten die Kraft dafür. Meine Lektorin aus dem Verlag hatte immer ein offenes Ohr, gab mir gerade anfangs viel Sicherheit. Manchmal weiß man nicht, ob – was man schriftlich von sich gibt – etwas taugt. Zu hören, dass alles passt, macht dann Mut und beflügelt, die weiteren Kapitel mit beseelenden Buchstaben auszustatten. Ebenso hat meine Lektorin meine karge Textdatei mit wunderschönen Bildern zum Leben erweckt. Damit hat sie mich wirklich verzaubert.

 

Nun ist das "Baby" endlich da - wie geht es für Sie jetzt weiter, beruflich und privat?

Jetzt geht es einfach weiter im Text. Das nächste Autorenprojekt ist schon in der Mache, diesmal bei einem anderen Verlag. Doch auch mit Herder will ich wieder Bücher machen und meine Lektorin weiß auch schon Bescheid. Wir lesen uns also hoffentlich bald wieder. Und dann verabrede ich mich wieder sehr gerne mit Ihnen zum Interview. Bis dahin blühe und schreibe ich einfach weiter. Vielen Dank für das sympathische Gespräch und Ihre Wertschätzung.

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