7.09.2008
Das Beste aus der Bibel

Die bekanntesten Redensarten des Neuen Testaments

Die Bibel hat die deutsche Sprache geprägt wie kein anderes Buch. Auch das Neue Testament ist Fundgrube für unzählige Redensarten und Sprichwörter
Sprache und Redenwendungen in der Bibel

»Perlen vor die Säue werfen«

Reichlich überheblich klingt, wer diesen Spruch über die Lippen bringt. Ist er doch davon überzeugt, dass jemand anders einer bestimmten Sache nicht würdig ist. Die Redensart stammt aus der Bergpredigt, einer Zusammenstellung vermutlich authentischer Sprüche Jesu. Er benutzt den Satz dazu, um zu sagen: Nicht jeder Mensch kann »das Heilige« erfassen. Auch darüber darf man streiten.

»Ihr sollt eure Perlen nicht vor die Säue werfen, damit die sie nicht zertreten mit ihren Füßen und sich umwenden und euch zerreißen.« (Matthäus 7,6)

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»Das A und O«

Das Neue Testament ist in griechischer Sprache verfasst - und in dieser beginnt das Alphabet mit A(lpha) und endet mit O(mega). Dem Seher Johannes nach bezeichnet Gott selbst sich so, um zu zeigen: Er umfasst Anfang bis zum Ende der Schöpfung, das Erste bis zum Letzten ... einfach alles!

»Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende.« (Offenbarung 21, 6)

»Feuertaufe bestehen«

Als Johannes der Täufer am Jordan Menschen zur Umkehr rief, wusste er: Eines Tages wird Jesus, der Sohn Gottes, kommen. Und der wird nicht mit Wasser, sondern mit Feuer taufen. (Damit meint Johannes die Taufe mit dem Heiligen Geist, der sich Pfingsten später auch in Feuerzungen zeigt.) Später gilt der Märtyrertod der Christen als »Feuertaufe«; noch später wurde der Begriff vom Militär übernommen für Soldaten, die erstmals in eine Schlacht ziehen.

»Ich taufe euch mit Wasser zur Buße; der aber nach mir kommt ... wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen.« (Matthäus 3, 11)

»Der Geist ist willig...«

Dieser Satz Jesu ist ungefiltert aus der Bibel in den Volksmund gesprungen. Damals mahnte Jesus seine Jünger im Garten Gethsemane dazu, Versuchungen nicht nachzugeben. Heute benutzen meist jene diesen Satz, die ihr eigenes Tun rechtfertigen. Wieder mal gegen die eigenen Vorsätze gehandelt? »Och, kann ich nix für, das schwache Fleisch ist Schuld!«

»Der Geist ist willig; aber das Fleisch ist schwach.« (Markus 14, 38)

»Judaskuss«

Wahrlich schändlich, was der Jünger Judas da vorgemacht hat: Er hat den Kuss, den schlechthinnigen Liebesbeweis, zum Verrat missbraucht. Judas küsste Jesus - dies war das verabredete Zeichen, mit dem er den Soldaten zeigen wollte, wer der »Aufrührer« Jesus ist. Seitdem kann sich kein Geküsster sicher sein, ob Zuneigung ernst gemeint oder gespielt ist.

»Judas, verrätst du den Menschensohn mit einem Kuss?« (Lukas 22, 47f.)

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Die Seligpreisungen, die »Goldene Regel«, das Vaterunser - die Bergpredigt enthält die Kernstücke des Christentums. In ihr entwirft Jesus die ethische Identität der Christen. Was sich hinter dem Text im Matthäusevangelium verbirgt und warum er bis heute von Bedeutung ist, lesen Sie in unserem Spezial!

»Lass diesen Kelch vorübergehen«

Heute wird diese Sentenz auch für banale Dinge benutzt: Immer wenn eine Aufgabe oder Situation bevorsteht, die man eigentlich nicht erleben möchte. Ursprünglich benutzte Jesus den Ausdruck, als er mit seinem Schicksal haderte: Sollte er sich Gottes Willen fügen und den Weg ans Kreuz freiwillig gehen?

»Mein Vater, ist´s möglich, so gehe dieser Kelch an mir vorüber; doch nicht wie ich will, sondern wie du willst!« (Matthäus 26, 36-46)

»Hände in Unschuld waschen«

Grandios, wenn´s funktionierte, mit Wasser und Seife die Unschuld wiederherzustellen. Pilatus, Statthalter der Römer in Jerusalem, wollte nicht verantwortlich sein für die Verurteilung Jesu. Also überließ er dem wütenden Mob die Entscheidung, der lautstark forderte: »Lass ihn kreuzigen!« Ob Pilatus trotz Handwaschung danach noch ruhig schlafen konnte, ist nicht überliefert.

»Als aber Pilatus sah, dass er nichts ausrichtete, sondern das Getümmel immer größer wurde, nahm er Wasser und wusch sich die Hände vor dem Volk und sprach: Ich bin unschuldig an seinem Blut; seht ihr zu!« (Matthäus 27, 15-30)

Buch-Tipp

Hans Schmoldt: Lexikon der Bibelzitate

Hans Schmoldt: Reclams Lexikon der Bibelzitate

360 S., Reclam Verlag, Ditzingen, 2002

ISBN 978-315-010-510-8

 

REDENSARTEN AUS DEM NEUEN TESTAMENT

Mit der Übersetzung der Bibel ins Deutsche hat Martin Luther die deutsche Sprache wesentlich geprägt. »Dem Volk aufs Maul schauen« - das bedeutete für ihn, eine kräftige, bilderreiche Sprache zu verwenden. In seinem Neuen Testament, das er 1522 auf der Wartburg übersetzte, finden sich viele Redensarten, die bis heute in Gebrauch sind.

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