München, Memmingen (epd). Die Attacke auf die Memminger Moschee hat der bayerische CSU-Fraktionsvorsitzende Klaus Holetschek scharf verurteilt. "Das ist widerlich, respektlos und absolut inakzeptabel", sagte er dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Sonntag in München. "Wer so etwas tut, überschreitet jede Grenze." Seine Solidarität gelte der muslimischen Gemeinde in Memmingen.

Der Vorfall vom Freitag sei "ein Angriff auf ein Gotteshaus - und damit auch ein Angriff auf die Werte des friedlichen Miteinanders und der Religionsfreiheit", sagte Holetschek. "Solche Taten dürfen niemanden einschüchtern." Umso wichtiger sei, als Gesellschaft geschlossen für Respekt, Zusammenhalt und ein friedliches Miteinander einzustehen.

"Null Toleranz gegenüber religiöser Feindseligkeit"

Der CSU-Fraktionschef betonte: "In Bayern gilt: Null Toleranz gegenüber Einschüchterung und religiöser Feindseligkeit." Es sei gut, dass das Fachkommissariat Staatsschutz der Kriminalpolizei Memmingen ermittelt - "jetzt braucht es konsequente Aufklärung".

Am frühen Freitagmorgen hatten Unbekannte eine Moschee der türkisch-islamischen Ditib-Gemeinde in Memmingen verschandelt. Mutmaßlich mit Schweineblut hatten sie eine Mauer vor der Moschee in der Schlachthofstraße, Teile der Fassade und des Geländes beschmiert. Zudem hatten sie einen Schweinekopf auf das Symbol des Halbmondes gespießt.

"Nicht von Hass leiten lassen"

Der Vorfall sei "weit mehr als eine bloße Sachbeschädigung", hatte der Gemeindevorstand mitgeteilt. Die bewusste Wahl von Symbolik, die im islamischen Glauben als unrein gilt, zeuge "von einer tiefen Menschenverachtung und dem Versuch, unsere Gemeindemitglieder zu demütigen und einzuschüchtern". Die Gemeinde wolle sich aber "nicht von Hass leiten" lassen: "Unsere Stärke liegt im Zusammenhalt."

Mehrere hundert Memminger Bürger hatten sich am Freitagabend zu einer Solidaritätsaktion zusammengefunden. Oberbürgermeister Jan Rothenbacher (SPD) nannte die Tat eine "ungeheuerliche Respektlosigkeit", der evangelische Dekan Christoph Schieder eine "gezielte Attacke" und "Ausdruck einer islamfeindlichen Haltung". "Wir stehen fest an der Seite unserer Gemeinde", sagte Rothenbacher.

Gemeindevorstand dankt den Memmingern

Der Gemeindevorstand bedankte sich für die Hilfe und Solidarität. Ein besonderer Dank gelte "auch jedem Einzelnen, der heute vor Ort war, Blumen niedergelegt oder uns aufmunternde Worte geschenkt hat".

Die Generalstaatsanwaltschaft München - genauer: die Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus - ermittelt zusammen mit dem Staatsschutz der Kripo Memmingen. Geprüft werden die Straftatbestände der Beschimpfung einer Religionsgemeinschaft und der gemeinschädlichen Sachbeschädigung.