Würzburg (epd). Das Würzburger Institut für Ozean Plastik Recycling (ifopr) weitet seinen Geschäftsbereich aus. Man wolle mit einer Reihe afrikanischer Länder "Konzepte umsetzen, um Müll in elektrische Energie umzuwandeln", teilte das erst im vergangenen Jahr gegründete Startup-Unternehmen am Montag in Würzburg mit. Erste Gespräche mit den Botschaften von Namibia, Lesotho, Madagaskar und Sierra Leone seien erfolgreich verlaufen, hieß es.

Kernanliegen des ifopr ist, die Weltmeere von Müll zu befreien. Dazu will das Startup Kunststoff aus den Ozeanen fischen und danach in einem "Silicon Harbour" - einem Hightech-Hafenareal - recyceln. Alles, was nicht verwendbar ist, soll in Müllheizkraftwerken verstromt werden. Weil das Recycling-Kunststoff-Granulat angesichts der niedrigen Ölpreise preislich wohl nicht konkurrenzfähig sein wird, sind veränderte politische Rahmenbedingungen nötig. Daran hapert es derzeit noch.

Nun will das ifopr neben diesem langfristigen Projekt mit Partnern in Afrika zunächst pragmatische Konzepte umsetzen. Man wolle dort Müll auf dem Festland und aus dem Meer sammeln, reinigen und in modernen Müllheizkraftwerken zur Stromerzeugung nutzen. Auch hier sei das langfristige Ziel ein Recycling-Prozess der gesammelten Kunststoffe. Alle afrikanischen Länder litten unter Müllbergen und stießen bei der Lösung des Problems an ihre Grenzen - es fehle an Geld und Wissen.

In einem konkreten nächsten Schritt sollen nun mit Spezialisten aus den jeweiligen Ländern Arbeitstreffen stattfinden, um Standort- und Machbarkeitsanalysen anzufertigen. Man wolle dabei "das weltweit vorhandene Know-how und unsere Motivation" mit einbringen, sagte ifopr-Mitgründer Peter Bales laut einer Mitteilung.

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