22.06.2018
Glaube & Sport

Christliches Fußballer Netzwerk verbindet Fußball und Glaube

Die Zeichen stehen auf Fußballweltmeisterschaft. Das Christliche Fußballer Netzwerk (CFN) verbindet Glaube und Fußball und hat sportliche Angebote für Fußballfreaks und Jesusfans. Gründer Ade Gärtner berichtet, warum er den CFN in Nürnberg gegründet hat und weshalb es um mehr geht als ums Stoßgebet vorm Elfmeterschießen.
Ade Gärtner aus Nürnberg beim Kicken.
Ade Gärtner aus Nürnberg ist Gründer des Christlichen Fußballer Netzwerks (CFN).

"Fußballer ticken einfach anders als normale Gemeindeleute", sagt Ade Gärtner aus Nürnberg. Der begeisterte Fußballer und leidenschaftliche Jesus-Nachfolger will, dass Fußballer nicht nur auf dem Platz, sondern auch im Glauben am Ball bleiben können. Oft ist das schwierig, da Spieler, die sonntags meist Spiele haben, keine klassischen herkömmlichen Gottesdienste besuchen können. Hinzu kommt die fußballspezifische Kultur. Da braucht es andere Zeiten und Formate. Deshalb gründete Gärtner den CFN. Er will, dass die Zielgruppe "Fußballer" an eine christliche Gemeinde andocken kann. Das Ganze aufgezogen als überregionales Netzwerk mit Fokus auf den Raum Nürnberg und Fürth.

Wie Ade Gärtner Fußball und Glaube zusammenbringt

Im Matthäusevangelium geht es an einer Stelle zur Sache: "Denn wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz." Bei Gärtner war früher der Fußball vorrangig – heute bekennt er: "Mein Herz ist eindeutig bei Jesus, und Fußball hat auch noch seinen Platz." Wie gehen diese beiden Welten im Herzen zusammen? Vom Fußball und seinem Teamgedanken könnten christliche Gemeinden manches lernen, was das Zusammenspiel der verschiedenen Begabungen und Rollen angehe, sagt Gärtner. Durch den Glauben wiederum könnten wichtige Werte im Fußball verstärkt werden, Fairplay etwa oder gegenseitige Wertschätzung, unabhängig von sportlicher Leistung. Christliche Werte sind auch Fußballwerte. Ebenso befinden sich Begeisterung und Emotionen hüben wie drüben im Spiel. Vom Wesen also durchaus vernetzte Bereiche, die Gärtner engmaschiger zusammenbringen und Fußballer für den Glauben an Jesus gewinnen will.

Die Arbeit des CFN existiert seit 2009, in Form eines eingetragenen Vereins seit 2014. Gärtner fungiert als Hauptakteur, ist mit 25 Stunden pro Woche beim CFN e. V. angestellt, wobei sich der Verein aus Spenden finanziert. Er macht das aus Überzeugung und Leidenschaft, nimmt privat auch mal finanzielle Durststrecken in Kauf. Er brennt für seine Vision. Nachdem er die "Church-Planting-Bewegung" in England kennengelernt hatte, war er davon begeistert, dass man eine Gemeinde für eine bestimmte Zielgruppe hat. Vor zehn Jahren verspürte er den Impuls: "Pflanze eine Fußballgemeinde."

Fußballer-Gottesdienste

Als Grenzgänger zwischen Landeskirche, Freikirche und CVJM überlegte er, wo er die ansiedeln könnte. Seinerzeit noch Prediger bei der Landeskirchlichen Gemeinschaft in Puschendorf, traf er auf Friedrich Rößner vom Amt für Gemeindedienst. Parallel ging er auf den Nürnberger Dekan und die Organisation Sportler ruft Sportler zu. Gut vernetzt wie versiert auf Fußballer- und Glaubensseite hob er den CFN aus der Taufe. Mittlerweile liefen drei "Hattricks" – Regionale Fußball Gottesdienste, die er mit "90 Minuten für die Ewigkeit" auslobt.

Mit Fußball-Parcours, diversen Einlagen und natürlich "Drei im Weggla" soll das Format Arena-Feeling vermitteln. Dann sind Clubberer (1. FCN), Kleeblätter (Fürth) und andere Fans aufgerufen, in die LUX – Junge Kirche Nürnberg einzulaufen. Der Veranstalter CFN hat sich mit Pfarrer Michael Wolf vom Amt für Gemeindedienst und Daniela Flachenecker vom Eichenkreuz sportliche Mitwirkende in den Kader geholt. Der Hattrick ist eine eigene Kreation. Woanders gibt es immer mal wieder Gottesdienste, die Fußball thematisierten, aber keinen Fußball-Gottesdienst als feste Größe.

Prominente Kicker

Derzeit gibt es drei Hattricks im Jahr. Zum Konzept gehört auch ein Interviewgast, der nach seinem Fußballer- und Glaubensherz befragt wird. So waren schon Enrico Valentini vom 1. FCN oder Christian Derflinger von der U23 aus Fürth vor Ort. Neben den Hattricks veranstaltet Gärtner ein jährliches CFN-Fußballturnier – das heuer am 14. Juli auf dem Eichenkreuz-Sportplatz Nürnberg stattfindet. Aktuell baut er einen Fußballer-Hauskreis auf und bietet werteorientierte Trainerschulungen an. Doch damit nicht genug: Als Coach für Persönlichkeitsentwicklung im BFV-Nachwuchsleistungszentrum SG Quelle Fürth will er Trainer befähigen, damit sie jungen Menschen im Fußballtraining Werte vermitteln können. Die christliche Mentalität solle siegen, denn: "Ich repräsentiere Jesus Christus auf dem Platz und stehe auch für seine Werte."

In der Region Nürnberg-Fürth können Fußball- und Himmelsstürmer im CFN das perfekte Match finden. Ganz ohne Kabinenpredigt, dafür mit drei Hattricks pro Jahr. Der nächste Hattrick findet noch während der Fußball-Weltmeisterschaft statt: am 24. Juni um 18 Uhr in der LUX Junge Kirche Nürnberg. Die Aufstellung dazu gibt es im Internet unter der Adresse: www.cfn-net.de

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