12.11.2018
Familie

Pflegende von Angehörigen oft an der Belastungsgrenze

Nicht nur der Fachkräftemangel macht in der Pflege Probleme. Viele der Angehörigen, die ihre Kranken Eltern oder Verwandten pflegen, fühlen sich überfordert. So auch Martina Rosenberg, die diese anstrengende Zeit in ihrem Buch "Mutter, wann stirbst du endlich?" verarbeitet hat.
Wenn die Pflege der kranken Eltern zur Zerreißprobe wird

Martina Rosenberg ist mit ihrer Familie von Griechenland nach Bayern zurückgekehrt und bei den Eltern eingezogen. Die ersten vier Jahre lief alles ganz gut, bis zur Diagnose Demenz bei der Mutter. In dieser Zeit hat Frau Rosenberg außerdem noch ein Fernstudium absolviert, war auch immer voll berufstätig. Sie wurde zunehmend aufgerieben zwischen den Eltern, der Berufstätigkeit, der Erziehung der Tochter – bis zur Erschöpfung. Ihre Erfahrung  und auch die Verzweiflung von damals hat sie im Buch "Mutter wann stirbst Du endlich" niedergeschrieben – heute kämpft sie für bessere Pflegebedingungen.

Zwischen Beruf, Erziehung der Tochter, und Betreuung der Eltern wird Martina Rosenberg aufgerieben

Laut Pflegereport 2018 der Barmer gibt es in Deutschland rund 2,5 Millionen pflegende Angehörige, darunter rund 1,65 Millionen Frauen. Nur ein Drittel aller Betroffenen geht arbeiten, jeder Vierte aber hat seine Arbeit aufgrund der Pflege reduziert oder ganz aufgeben müssen. Das geht aus der Befragung hervor, die repräsentativ für alle pflegenden Angehörigen in Deutschland steht.

So bestimmt die Pflege bei 85 Prozent der Betroffenen tagtäglich das Leben. Die Hälfte von ihnen kümmert sich sogar mehr als zwölf Stunden täglich um die pflegebedürftige Person. "Viele pflegende Angehörige sind an der Grenze der Belastbarkeit angekommen. Fast 40 Prozent von ihnen fehlt Schlaf, 30 Prozent fühlen sich in ihrer Rolle als Pflegende gefangen, und jedem Fünften ist die Pflege eigentlich zu anstrengend. Nicht von ungefähr wünschen sich 60 Prozent der pflegenden Angehörigen Unterstützung bei der Pflege", sagt der Autor des Pflegereports, Prof. Heinz Rothgang von der Universität Bremen. Allerdings finde mehr als die Hälfte der Hauptpflegepersonen niemanden, um sich für längere Zeit vertreten zu lassen.

Buch-Tipp

Martina Rosenberg: "Mutter, wann stirbst du endlich?"

Eigentlich hatte sich Martina Rosenberg das Leben im Mehrgenerationenhaus bei den Eltern schön vorgestellt. Vier Jahre ging es auch gut mit  den drei Generationen, bis bei der Mutter Demenz festgestellt wurde und auch der Vater einen Schlaganfall erlitt. Martina Rosenberg übernahm Verantwortung und versuchte verzweifelt allen Anforderungen gerecht zu werden: gegenüber Mann und Kind, gegenüber den Eltern und beruflich.

Martina Rosenberg: "Mutter, wann stirbst du endlich?"

Blanvalet-Verlag

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