9.02.2021
Ökumenischer Kirchentag (ÖKT)

ÖKT-Newsticker | "Digital und dezentral" - Bundesweiter Ökumenischer Kirchentagssonntag als Erfolg verbucht

Schaut hin! ist das Leitwort für den 3. Ökumenischen Kirchentag in Frankfurt 2021. Die katholische und die evangelische Kirche verstehen es als Aufforderung, kritisch auf sich selbst zu blicken. Der Sonntagsblatt-Newsticker berichtet schon im Vorfeld vom Kirchentag.
Ökumenischer Kirchentag Frankfurt 2021
Das Plakatmotiv - Ökumenischer Kirchentag Frankfurt 2021

"Digital und dezentral": Bundesweiter Ökumenischer Kirchentagssonntag als Erfolg verbucht

Dienstag, 9. Februar 2021: Der erste bundesweite Ökumenische Kirchentagssonntag am 7. Februar ist von den Veranstaltern als gelungene Einstimmung auf den kommenden Ökumene-Kirchentag bezeichnet worden. Er habe "digital und dezentral funktioniert", erklärte Mario Zeißig, Sprecher des Ökumenischen Kirchentages, in Frankfurt am Main in Bezug auf den bundesweiten Ökumenischen Kirchentagssonntag.

Auch der 3. Ökumenische Kirchentag (ÖKT) in Frankfurt vom 13. bis 16. Mai soll wegen der Corona-Pandemie weitgehend digital und dezentral stattfinden. Neben den rund 125 Gottesdiensten, die dem Frankfurter Planungsteam gemeldet worden seien, habe es deutschlandweit noch etliche weitere eigenständige Gottesdienste in Gemeinden und Pfarreien vor Ort gegeben.

Etwa die Hälfte aller Angebote sei in digitaler oder hybrider Form erfolgt, ein Großteil davon als ökumenische Gottesdienste, sagte Zeißig. Neben Livestreams und YouTube-Videos habe es auch Andachtsformate auf Instagram und Zoom-Gottesdienste gegeben.

"Der Ökumenische Kirchentagssonntag hat gezeigt, dass unsere Gemeinden interessiert sind und vielfältig auch digitale Begegnungsmöglichkeiten nutzen. Das gibt uns zusätzlichen Schwung für die laufenden Planungen", sagte Zeißig.

Knapp die Hälfte aller Gottesdienste sei ökumenisch gefeiert worden. Das zeige auch, dass sich Gemeinden und Pfarreien schon jetzt gemeinsam auf den Weg zum 3. Ökumenischen Kirchentag machten.

Die evangelische Präsidentin des 3. Ökumenischen Kirchentages, Bettina Limperg, erklärte in ihrer Gastpredigt im Frankfurter Dom: "Wir wollen mit dem 3. ÖKT der Mitmenschlichkeit viele Gesichter geben, wir wollen hinschauen und nicht wegsehen." ÖKT-Präsident Thomas Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, sagte den Angaben zufolge in der Frankfurter St. Katharinenkirche:

"Das grausame Virus, das inzwischen mehr als 60.000 Menschen allein in Deutschland und über 2,3 Millionen weltweit getötet hat, hat einen Strich durch alle Planungen gemacht. Und doch werden wir von Frankfurt aus ein starkes ökumenisches Zeichen senden und vom 13. bis 16. Mai die digitalen Möglichkeiten dafür voll ausnutzen."

Vorbereitet wird der 3. Ökumenische Kirchentag gemeinsam vom Deutschen Evangelischen Kirchentag und vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken. Am ersten Ökumenischen Kirchentag in Berlin 2003 hatten mehr als 200.000 Menschen teilgenommen, beim zweiten in München 2010 waren es mehr als 130.000.

Ökumenische Kirchentag wird digital und dezentral

Sonntag, 29. November 2020: Der Ökumenische Kirchentag (ÖKT) im kommenden Jahr in Frankfurt am Main wird voraussichtlich angesichts der andauernden Corona-Pandemie ein deutlich anderes Gesicht haben als zunächst geplant. Digitale und dezentrale Formate würden derzeit für die vom 13. bis 16. Mai 2021 geplante Veranstaltung erarbeitet, sagte die Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentags, Julia Helmke, vor der online tagenden Synode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN).

Auf allen Ebenen werde nun "gründlich und ernsthaft, mit Kreativität und Mut, aber auch nüchtern, realistisch und mit Demut" geprüft, was dies bedeutet und wie wir unter diesen Bedingungen neu und anders denken können", erklärte Helmke. Das Gesundheitsamt der Stadt Frankfurt habe Anfang November "erhebliche Anfragen an das Gesamtveranstaltungskonzept" formuliert. Es sei deutlich, dass analoge Großveranstaltungen im kommenden Jahr in Frankfurt zunächst nicht möglich sein werden.

Kirchenpräsident Volker Jung, kündigte ein drittes Konzept für den ÖKT an, das nach der zunächst vorgesehenen Reduktion der Planungen für mehr als 100.000 Gäste auf 30.000 Teilnehmende entwickelt werde. Er sei sicher, dass es auch mit digitalen, partizipatorischen und dezentralen Formaten möglich sei, den Themen der Zeit ein öffentliches Forum zu geben. Jung schloss aber nicht aus, dass die Veranstaltung auch noch abgesagt werden könnte. Dies werde aber letztlich das Präsidium nach der Vorlage eines neuen Konzeptes entscheiden.

Die hessen-nassauische Beauftragte für den ÖKT, Miriam Küllmer-Vogt, erläuterte, dass es bei dem Kirchentag weder einen "Abend der Begegnung" mit Zehntausenden Teilnehmenden in der Frankfurter Innenstadt noch Gemeinschaftsquartiere für Gäste geben werde. Jetzt sei es wichtig, für die neuerliche Umplanung Kraft zu schöpfen.

Der 3. Ökumenische Kirchentag soll vom 12. bis 16. Mai 2021 stattfinden. Er wird veranstaltet vom Deutschen Evangelischen Kirchentag und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken. Einladende Kirchen sind die EKHN sowie das Bistum Limburg. Nach 2003 in Berlin und 2010 in München soll der ÖKT in Frankfurt zum dritten Mal stattfinden.

Ökumenischer Kirchentag steht unter Motto "Schaut hin"

Mittwoch, 10. Oktober 2020. "Schaut hin" lautet das Leitwort für den 3. Ökumenischen Kirchentag 2021. "Schauen bedeutet mehr als sehen", sagte Kirchentagspräsidentin Bettina Limperg bei der Bekanntgabe in Frankfurt am Main. Das Motto stammt aus dem Markusevangelium (Mk 6,38). Der Kirchentag wird vom 12. bis 16. Mai 2021 in Frankfurt stattfinden.

Thema auf der Präsidiumssitzung sei auch der Umgang mit der AfD auf Kirchentagspodien gewesen, teilte Limperg mit. Beim evangelischen Kirchentag 2019 in Dortmund hatte der Ausschluss von Partei-Funktionären von den Podien für Diskussionen gesorgt. Es sei für 2021 noch keine konkrete Entscheidung getroffen worden, sagte die Präsidentin des Bundesgerichtshofs.

Ökumenischer Kirchentag 2021: Neues probieren

In Fragen der Ökumene wollen die Veranstalter des Kirchentags nach eigenen Worten auch eine Perspektive bieten. "Wir wollen Neues miteinander probieren", versprach der Limburger Bischof Georg Bätzing. "Wir wollen das Ziel, gemeinsam am Tisch des Herren zu sein, wirklich in den Blick nehmen." Die Frage des gemeinsamen Abendmahls ist eine der zentralen Fragen der Ökumene zwischen Protestanten und Katholiken. Das Bistum Limburg ist der katholische Gastgeber des Kirchentags, die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) die evangelische Gastgeberin.

Die EKHN wolle beim Ökumenischen Kirchentag "drei Ausrufezeichen" setzen, sagte der Kirchenpräsident Volker Jung. "Wir wollen ein Ausrufezeichen für eine solidarische und gerechte Gesellschaft setzen." Wichtig sei auch ein "Ausrufezeichen für mehr Klimaschutz und die Umwelt". Hier sei es besonders wichtig, nicht mehr nur hinzusehen, sondern auch mehr zu tun. Schließlich müsse es 2021 auch um ein "Ausrufezeichen für eine Kirche der Zukunft" gehen. Dies ist nach Jung eine "Kirche, die offen für neue Perspektiven ist, die ökumenisch denkt, glaubt und lebt, die Analoges und Digitales verbindet, die andere Kulturen und Religionen sensibel im Blick hat und sich den vielen Zweifelnden in Glaubensfragen neu zuwendet."

Biblische Leitwort des Kirchentags

Das biblische Leitwort ist eine Richtschnur für die Programmgestaltung. Vier Themenbereiche sollen beim Kirchentag 2021 im Fokus stehen: "Glaube, Spiritualität und Kirchen im 21. Jahrhundert", "Perspektiven des Zusammenlebens", "Klimawandel" und "Herrschaft, Macht und Kapital". Limperg sagte, das letztgenannte Thema springe einen in Frankfurt nahezu an. Die Stadt ist für ihr Bankenwesen bekannt und unter anderem der Sitz der Europäischen Zentralbank. Allen vier Themen beschäftigten sich mit Gerechtigkeit, betonte sie.

Für ihn sei das Motto ein Appell für die katholische Kirche in Deutschland, sagte der Limburger Bischof Bätzing. Am 1. Advent soll ebenfalls in Frankfurt der "synodale Weg" beginnen, in dem katholische Laien und Bischöfe über Reformen in ihrer Kirche diskutieren. Dabei gehe es darum, auf Themen wie den Missbrauchskandal zu schauen. Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Thomas Sternberg, sagte, die katholische Kirche werde sich bis Mai 2021 durch den "synodalen Weg" verändert haben. Sternberg ist neben Limperg Präsident des Ökumenischen Kirchentages.

Neben der EKHN und dem Bistum Limburg arbeiten auch die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck, die katholischen Bistümer Mainz und Fulda sowie die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Hessen-Rheinhessen an den Vorbereitungen mit. In Zusammenarbeit mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken gab es 2003 in Berlin erstmals einen Ökumenischen Kirchentag, 2010 folgte der zweite in München. Zum dritten Ökumenischen Kirchentag 2021 werden mehr als 100.000 Gäste erwartet.

Ökumenischer Kirchentag 2021

Der 3. Ökumenische Kirchentag kommt vom 12. bis 16. Mai 2021 nach Frankfurt. Er möchte sich den Fragen der Zeit stellen, mit aktuellen gesellschaftlichen Themen beschäftigen, über verschiedene Perspektiven des Zusammenlebens austauschen und Glaubensfragen diskutieren.

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