24.05.2017
Kirchentag Berlin

Gänsehaut und Schals: Der erste Tag auf dem Kirchentag

Der erste Tag auf dem Kirchentag ist vorbei. Claudia Dinges hat sich umgeschaut - und berichtet von Gänsehaut, lactosefreien Schals und Max Giesinger.
Kirchentag in Berlin: Stimmen vom ersten Tag

Mein erstes Mal …

Glücklich, erschöpft, berauscht … Tag 1 meines ersten Kirchentages.

Eröffnungsgottesdienst am Platz der Republik

Mit über hunderttausend Menschen habe ich gestern Abend zusammen gebetet und gesungen, beim Eröffnungsgottesdienst am Platz der Republik. Gänsehaut pur.

Und ich mitten drin. Ich lasse mich trotz Arbeit langsam fallen. Und schaue mich um. Zufriedene glückliche Gesichter. Das tut gut, angesichts der Krisen und des Terrors in der Welt. Und sicher hat auch der ein oder andere sein ganz persönliches Schicksal zu tragen. Ich fühle mich geborgen und aufgehoben und vergesse für einen Moment meine persönlichen Probleme. Ich glaube, dass ist der ganz besondere »Spirit« des Kirchentages, den jeder mal in seinem Leben erleben sollte.

Kirchentags-Give-Aways

An mir laufen zwei bezaubernde Mädels vorbei, die die typischen orangenen Kirchentagschals verkaufen mit den Worten »vegane, Lactose freie, leicht-verdauliche Schals«: Eigentlich wollte ich ja keine Kirchentagsprodukte kaufen, aber jetzt wurde ich schwach. Ein Foto, noch eines - es gibt so viel zu sehen hier.

Ich teste kurz meine Waden. Muskelkater? Fehlanzeige, was mich sehr überrascht, denn gefühlt habe ich bereits ganz Berlin erlaufen. Unglaublich, wie viele Treppenstufen diese Stadt hat – und nur Kopfsteinpflaster. Ich liebe Berlin, was für eine pulsierende, spannende, entspannte Stadt. Jedes Jahr bin ich mehrmals privat hier, denn ein Teil meiner Familie – Tante, Cousinen und gute Freunde - leben hier.

 

Abend der Begegnung

Und nun Berlin im Kirchentagsfieber – Reichstag, Kanzleramt, Platz der Republik, Brandenburger Tor, Unter den Linden, Friedrichstrasse – und der Abend der Begegnung gestern. Ich konnte mir nicht wirklich was drunter vorstellen. Jetzt weiß ich, das Ganze ist eine große glückliche Party. Ich schlendere vorbei am Luxushotel Adlon, an unzähligen Ständen mit Currywurst, Kebab und Gulasch, neben, vor und hinter mir mehrere tausend Menschen. Es ist friedlich. Aus Lautsprechern tönt Max Giesinger vom Brandenburger Tor.

Ökumene auf dem Kirchentag

Und mitten drin treffe ich auf unseren evangelischen Landesbischof Bedford-Strohm und den katholischen Kardinal Marx auf einem ökumenischen Spaziergang durch die Massen. Spontanes Interview – das ist eben Kirchentag pur.

Kirchentag: Marx und Bedford-Strohm
Beim evangelischen Kirchentag im Mai 2017: Reinhard Marx und Heinrich Bedford-Strohm

Obama auf dem Kirchentag

Ob mir das heute mit Ex-US-Präsident Obama auch gelingt? Ich meine, ein spontanes Interview? Eher unwahrscheinlich, dennoch mache ich mich jetzt auf den Weg zu Obama. Noch schnell meine Tasche packen, diesmal mit zwei Powerbanks fürs Handy, damit ich nicht dauernd wildfremde Menschen nach einer Steckdose in ihrem Übertragungswagen (danke RTL) oder in ihrer Bar (danke Mall of Berlin) fragen muss. Ach, übrigens, so sieht das dann aus – Claudia in Action bei der Arbeit auf der zum Desk umproduzierten Mülltonne.

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