26.05.2017
Kirchentag Berlin

Mit Obama und Bedford-Strohm auf dem Kirchentag

Obama und eine breite Schulter zum Anlehnen: Der zweite Tag auf dem Kirchentag ist vorbei. Chefredakteurin Claudia Dinges hat die Schulter Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm zum Anlehnen – und kommt aus dem Schwärmen nicht mehr heraus. An wem es wohl lag?
Obama und eine breite Schulter zum Anlehnen: Der zweite Tag auf dem Kirchentag
Der zweite Tag auf dem Kirchentag ist vorbei.
Chefredakteurin Claudia Dinges hat die breite Schulter von Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm zum Anlehnen gehabt – und kommt aus dem Schwärmen nicht mehr heraus. An wem es wohl lag?

Mein erstes Mal …auf dem Kirchentag

Was für ein aufregender Tag 1 und Tag 2 liegt hinter mir und was für ein aufregender Tag 3 liegt vor mir. Aber mal ganz langsam von vorne.

Der gestrige Tag fing schon mal damit an, dass ich auf einmal senile Bettflucht habe – nach einer viel zu kurzen Nacht. Aber zu meiner eigenen Überraschung bin ich gar nicht müde.

Jungbrunnen Kirchentag

Mit vielen anderen tausend Menschen mache ich mich früh auf den Weg zum Brandenburger Tor. DAS Highlight des Kirchentages steht an:

Popstar Barack Obama am Brandenburger Tor

Als Erstes fallen mir die Scharfschützen auf den Dächern auf. Und ich frage mich, was macht das mit Dir … ich bin ein Mensch, der Großveranstaltungen meidet. Nicht wegen der Sicherheit eigentlich, sondern weil ich Menschenmassen um mich herum nicht mag. Einzige Ausnahmen: Robbie Williams- und Udo Jürgens-Konzerte. Und da bitte nur mit Sitzplatz.

Bei Obama, Merkel, Bedford-Strohm steh ich mitten drin und fühle mich dennoch sicher. Der etwas korpulente Nachbar neben mir aus Bayern meint dazu »Wir haben hier alle Gottvertrauen«. Ich fühle mich aufgehoben, auch, weil ich Männer mit Bauch mag. Die Stimmung um mich herum ist wie auf einem Popkonzert, alle warten auf DEN Popstar Obama. Ich werde auch langsam nervös und suche nach dem idealen Platz für mein Live-Video auf Facebook. Alle Welt, na gut, meine Freunde, sollen doch mitbekommen, wo ich mich rumtreibe und was ich erlebe. Kurzerhand klettere ich auf einen Biertisch für den fast idealen Blick über den Eisverkäufer zur Bühne vor dem Brandenburger Tor.

Merkel hält ein Plädoyer für Demokratie

Anderthalb Stunden ein Plädoyer für unsere Demokratie von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Ex-US-Präsident Barack Obama – souverän moderiert von Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm. Über 70-tausend Menschen lauschen andächtig und es ist seltsam ruhig auf dem Gelände. Erneut Gänsehaut pur. Und immer mehr spüre ich den Zauber dieses Kirchentages.

Mir schießen Tränen in die Augen. Ups, was bewegt mich hier grad so. Sicherlich nicht die drei Herrschaften da vorne, nein, sondern ich bin berührt von der spürbaren Macht der Menschen hier um mich herum. Und auf einmal mach ich mir keine Sorgen mehr um unser Land, um unsere Zukunft. Hier stehen, lauschen und diskutieren Menschen aus aller Welt, behindert, gesund, jung, alt – ich spüre Zusammenhalt, gemeinsames Handeln, Eintreten für unsere demokratischen Werte.

Markt der Möglichkeiten und Rotes Sofa

Mehrere Stunden danach treffe ich Heinrich Bedford-Strohm beim „Markt der Möglichkeiten“, eine bunte Messe mit christlichen Standbetreibern. Auch er ist noch ganz berührt und beeindruckt von Obama und verrät mir, wie cool er ihn fand.

Für Bedford-Strohm war Obama DAS Highlight des Kirchentages, MEIN ganz persönliches Highlight steht heute an: Das Rote Sofa auf dem Alexanderplatz. Dort darf ich heute Dr. Gregor Gysi (12.30 – 13.00 Uhr) und Dr. Eckart von Hirschhausen (14.00 – 14.30 Uhr) interviewen. Ob mein weiblicher Charme oder meine investigativen Fragen die Herren umgehauen haben, das verrate ich Ihnen morgen.

Kirchentag: Scharfschützen auf dem Dach bewachen die Ansprache von Obama
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