23.09.2012
Evangelisches Bildungszentrum Hesselberg

Kirchentag Hesselberg: Zur Geschichte

Das Evangelische Bildungszentrum Hesselberg ist nicht nur Veranstaltungsort des jährlichen Bayerischen Kirchentages, sondern auch ein Ort mit bewegter Geschichte und spiritueller Ausstrahlung.
Evangelische Bildungszentrum Hesselberg (EZB)
Das Evangelische Bildungszentrum Hesselberg (EZB) liegt am Südhang des höchsten Bergs von Mittelfranken (689 Meter) mitten in einem Landschaftsschutzgebiet.

Am Südhang des höchsten Bergs von Mittelfranken (689 Meter) liegt das Evangelische Bildungszentrum Hesselberg mitten in einem Landschaftsschutzgebiet.

Gut 200 Höhenmeter über dem Tal, lädt das Haus ein, Seminare und Tagungen abzuhalten oder einfach ein paar Tage Urlaub in reizvoller Natur und Abgeschiedenheit zu verbringen. Bei guten Wetterlagen kann man vom Gipfel aus die rund 150 Kilometer entfernten Alpen sehen.

Die günstigen Winde nutzten schon die ersten Luftfahrt-Pioniere: 1923 wurde eine Segelfliegerschule auf dem Hesselberg eröffnet. Auch heute noch kann man die Modell- und Gleitschirmflieger durch die Lüfte schweben sehen. »Auf dem Gipfel des Hesselbergs kann man die Akkus wieder aufladen«, sagt Geschäftsführer Wolfgang Wagner

»Die Lage ist unser Alleinstellungsmerkmal.«

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde das düsterste Kapitel in der Geschichte des Bergs aufgeschlagen: 1930 besuchte Adolf Hitler den Hesselberg, ab 1933 fanden im Juni die Frankentage auf dem Hesselberg statt.

Dossier

Bayerischer Kirchentag auf dem Hesselberg

Der Hesselberg, mit rund 689 Metern höchster Berg Mittelfrankens und in der Nähe von Wassertrüdingen, ist seit dem Jahr 1951 eng mit der evangelischen Kirche verbunden. Vor 66 Jahren eröffnete dort der damalige Landesbischof Hans Meiser (1881-1956) die neu gegründete Landvolkshochschule. Aus diesem Einweihungsfest entwickelte sich der heutige Bayerische Kirchentag. In unserem Dossier erfahren Sie mehr über den Bayerischen Kirchentag auf dem Hesselberg.

1951 gründeten die Verantwortlichen um Pfarrer Leonhard Winter und Schulleiter Helmut Wiegel bewusst an gleicher Stelle eine »Heimvolkshochschule«, damit künftig von hier Gutes und Segensreiches ausgehe. Hier sollten die Ideen von Nikolaj Frederik Severin Grundtvig von einem »Leben und Lernen unter einem Dach« umgesetzt werden. Mit der Eröffnung wurde auch der erste Bayerische Evangelische Kirchentag auf dem Hesselberg gefeiert. Zum 61. Kirchentag in diesem Jahr fanden rund 16000 Christen aus ganz Bayern den Weg auf den Hesselberg.

Im September 2005 wurde aus der Evangelisch-Lutherischen Volkshochschule Hesselberg das »Evangelische Bildungszentrum Hesselberg«. Die Bildungseinrichtung hat sich bis heute gut entwickelt: Rund 20.000 Übernachtungen und 4300 Kursbesucher pro Jahr sprechen für sich. Das neueste Seminargebäude mit großen Fenstern, die viel Licht in die Räume lassen, steht seit Mai 2003. Zum EBZ gehören auch eigenen Schulen für Dorfhelferinnen, Betriebshelfer und Familienpflegerinnen.

Die Einrichtung bietet als Tagungshaus eine Lernatmosphäre mit spiritueller Ausstrahlung und moderner Technik für Gruppen von 10 bis 400 Personen. Wer Lust hat zu musizieren, dem stehen drei Orgeln, ein Flügel und fünf Klaviere zur Verfügung. Außerdem gibt es eine Bibliothek, ein Hallenbad, eine Handweberei, ein kretisches Labyrinth, eine Kapelle und einen »Raum der Stille«.

Die vielen Angebote der Erwachsenenbildung stehen unter dem Leitsatz »Orientierung finden - Leben gestalten«. Das Angebot richtet sich an ein breites Publikum: Es reicht von Aquarellwochenenden, Männerkochkursen und Literaturvorträgen bis zu Webkursen an hauseigenen Webstühlen.

Der Bayerische Kirchentag auf dem Hesselberg

Jeden Pflingstmontag kommen auf dem Hesselberg Tausende evangelischer Christen zum Bayerischen Kirchentag zusammen. Die Gegend lohnt aber auch zu anderen Zeiten einen Besuch: Im Dennenloher Schlosspark befindet sich Süddeutschlands größter Rhododendronpark, nebenan steht die Markgrafenkirche von Unterschwaningen. Im Römerpark Ruffenhofen wird im Oktober das »Limeseum« eröffnet, ein Museum, das über römisches Leben und moderne Methoden der Archäologie informiert. Eine weitgehend unberührte Natur lädt zum Wandern, Fischen oder Radfahren ein.

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