16.09.2018
Projekt in Franken

Dekanate rufen mit Comic zu Kirchenvorstandswahl auf

Wenige Striche und man hat einen Fisch gezeichnet - eines der Symbole der Christen. Ein paar Striche mehr musste ein Grafiker aufs Blatt setzen, um einen Comicfilm zuschaffen. Der wirbt jetzt für die Kirchenvorstandswahlen.
Kirchenkreis Nürnberg Comic
Grafiker Kurt Neubauer, umringt von den Öffentlichkeitsreferenten Christian Düfel (Erlangen), Christiane Lehner (Fürth), Stefanie Reuther (Nürnberg) und Margot Huyskens (Schwabach) und den Entwürfen des Fisch-Comics.

Treffen sich vier Fische, alle evangelisch. Was wie ein Witz beginnt, ist sogar ein lustiger Comic, hat aber einen ernsthaften Hintergrund. Denn die vier Fische in dem animierten Filmspot, den die Dekanate Nürnberg, Fürth, Erlangen und Schwabach mithilfe des Nürnberger Grafikers Kurt Neubauer auf die Beine stellen, sind Botschafter der am 21. Oktober anstehenden Kirchenvorstandswahlen in Bayern. Und die Botschaft soll auch über dieses Datum und die 30 Sekunden Film hinaus wirken.

Behäbig schwimmt ein flacher Fisch mit weißem Bauch, braunem Oberteil und markant mittiger Spitze auf den kleeblattförmigen Artgenossen zu. Schnell kommen ein hektisch wirkender Geselle in Form eines Aktenkoffers und ein komplett goldiges Exemplar dazu. Dann wird diskutiert – wählen gehen, oder nicht? Dies ist der Beginn des Kurzfilms, der ab dem 5. Oktober in zahlreichen Kinos der Metropolregion vor dem eigentlichen Streifen laufen sowie bereits ab dem 6. September in den sozialen Kanälen der Dekanate und der bayerischen Landeskirche zu sehen sein wird.

Um Einfachheit gerungen

Auf den ersten Blick ist klar, mit welchen Klischees Zeichner Neubauer gearbeitet hat: Der Nürnberger Fisch zeichnet sich durch seine Lebkuchenform, der Fürther durch das Kleeblatt-Symbol, der Erlanger als Business-Mann und der Schwabacher als Bewohner der Goldschlägerstadt aus. "Ohne diese Einfachheit funktioniert ein solch kurzer Film nicht", erklärt Kurt Neubauer. Daher habe man mit den Öffentlichkeitsreferenten der vier Dekanate, Stefanie Reuther (Nürnberg), Christiane Lehner (Fürth), Christian Düfel (Erlangen) und Margot Huyskens (Schwabach) "um die Einfachheit gerungen". Jedoch sei man sich schnell einig geworden. "Viele Köche müssen nicht immer zwingend den Brei verderben", ergänzt der Mitinhaber und Gründer der Designagentur "grafikatelier".

Noch wollen diese Köche die exakte Handlung und vor allem den "Gag" am Ende des Films nicht verraten. Fest steht, dass das Motto der bayernweiten Wahlkampagne "Ich glaub, ich wähl" aufgenommen wird und die vier so unterschiedlichen Fisch-Charaktere sich am Ende einig sind, dass man am 21. Oktober zur Wahlurne schwimmen muss.

Verrückte Typen

"Demokratisch, aber mit individueller Prägung", nennt Stefanie Reuther die Aussage des Films, die auch nach dem 21. Oktober gelten soll. Und Christiane Lehner fällt mit Blick auf das Wasserbewohnerquartett auf, dass schließlich auch die Gemeinde aus "vielen verrückten Typen, aber im positiven Sinne" besteht und sich somit jeder wiederfinden könne.

Der Clip besteht aus 24 Bildern pro Sekunde. Nahezu jedes hat Kurt Neubauer per Hand gezeichnet, eingescannt und mit einer Software daraus einen durchläufigen Streifen kreiert. Mehrfach verwendet werden können nur Bilder, die Wiederholungen zeigen. Beispielsweise, wenn eine Schwanzflosse sich auf und ab bewegt oder Blubberblasen aufsteigen. Vom reinen Zeichenaufwand mal abgesehen, war es vor allem das Studium der Bewegungen des Fischs, das den Designer viel Zeit kostete. "Ich habe stundenlang YouTube-Videos von Fischen angeschaut, um mir genau einzuprägen, wie die Flossen eingesetzt werden", meint Neubauer.

Für das Dekanat Schwabach hatte er schon früher einmal gearbeitet, sodass er für die vier Dekanatsreferenten eine der ersten Adressen war, als es darum ging, "gemeinsam etwas Größeres zu machen", wie Margot Huyskens erklärt. Zwar gebe es vom Amt für Gemeindedienst jede Menge gutes Werbematerial, auch die Evangelische Jugend setzt für die anstehenden Kirchenvorstandswahlen ein Filmprojekt um. "Wir wollten daher das Rad zwar nicht neu erfinden, aber einen eigenen Akzent setzen", ergänzt Christian Düfel. Die jeweiligen Dekanatsausschüsse haben die Referenten dann auch recht schnell von der Idee überzeugen können, anteilig einen finanziellen Beitrag zu den rund 20.000 Euro zu leisten, die der fertige Film inklusive der Gebühr für die Kinos letztlich kosten wird.

ShareFacebookTwitterShare

Weitere Artikel zum Thema:

Sonntagsblatt