24.04.2018
Einfach leben

Kleines Nomadenzelt statt großer Kredit - die 37-jährige Münchnerin Miriam Wolf über ihren Traum vom Leben in einer Jurte: reduziert aufs Wesentliche, mitten in der Natur und mit ganz viel Familie.
"Wir wollen nicht möglichst viel Geld scheffeln, nur um einen riesigen Kredit abzubezahlen. Da verbringen wir lieber mehr Zeit als Familie", sagt die Münchnerin Miriam Wolf. Deshalb ist sie mit ihrer Familie auf der Suche nach einer alternativen Wohnform.
"Wir wollen nicht möglichst viel Geld scheffeln, nur um einen riesigen Kredit abzubezahlen. Da verbringen wir lieber mehr Zeit als Familie", sagt die Münchnerin Miriam Wolf. Deshalb ist sie mit ihrer Familie auf der Suche nach einer alternativen Wohnform.

Wie kommt man auf die Idee, in ein Nomadenzelt zu ziehen?

Miriam Wolf: Wir wollen weg aus der Stadt, raus aufs Land. Aber wir sind nicht so die Bausparvertrag-Typen. Und wir wollen auch nicht möglichst viel Geld scheffeln, nur um einen riesigen Kredit abzubezahlen. Da verbringen wir lieber mehr Zeit als Familie. Außerdem brauchen wir nicht viel - nicht viele Dinge und nicht viel Platz. Wir finden es wichtig, sich auf das zu konzentrieren, was wirklich zählt und sich von Überflüssigem zu befreien. Und wir lieben es, in der Natur zu sein. Diese drei Dinge zusammen haben uns zur Jurte gebracht.

"Die fliegende Jurte - Vom Glück einfach zu leben" heißt ein Bildband über das Leben in einer Jurte von Fotograf Stefan Rosenboom (Knesebeck Verlag). Er hat das Münchner Pärchen Miriam und Zoltan inspiriert.
"Die fliegende Jurte - Vom Glück einfach zu leben" heißt ein Bildband über das Leben in einer Jurte von Fotograf Stefan Rosenboom (Knesebeck Verlag). Er hat das Münchner Pärchen Miriam und Zoltan inspiriert.

Wie kann man sich das Leben in einer Jurte vorstellen?

Wolf: In eine Jurte kommst du rein und dir geht das Herz auf. Es herrscht eine ganz besondere Atmosphäre: warm, gemütlich, konzentriert aufs Wesentliche. Eine Standardjurte hat 30 Quadratmeter und ihr Herz ist der Holzofen in der Mitte: Er spendet Licht und Wärme, trocknet Kleidung und bereitet das Essen. Der größte Unterschied zu einem Haus ist wohl, dass es keine Fenster gibt. Das heißt, man kann nicht nach draußen sehen - aber dafür umso intensiver hören. Ein großer Teil des Lebens spielt sich in der Natur um die Jurte herum ab. Aber wir werden auch weiterhin unseren Berufen nachgehen und dafür nach München pendeln.

Keine Dusche, keine getrennten Räume: Wo sehen Sie die größten Herausforderungen?

Wolf: Selbst wenn wir uns mal auf die Nerven gehen, müssen wir nur einen Schritt vor die Türe machen und stehen in der Natur. Und die bringt einen schnell wieder runter. Das Leben ohne fließend Wasser wird vielleicht eine Umstellung. Aber ich werde mich im nächsten Sportverein anmelden und dort duschen. Da sind wir entspannt und haben dieses Leben schon in einigen Zelturlauben erprobt. Die größte Herausforderung sehen wir eher darin, einen Platz zu finden, an dem wir unsere Jurte aufstellen können.

Zum glücklichen Leben braucht es nicht viel Platz oder viel Materielles, wissen Miriam Wolf und Zoltan Benkö. Gemeinsam mit ihrer zweijährigen Tochter planen sie deshalb den Umzug in ein Nomadenzelt.
Zum glücklichen Leben braucht es nicht viel Platz oder viel Materielles, wissen Miriam Wolf und Zoltan Benkö. Gemeinsam mit ihrer zweijährigen Tochter planen sie deshalb den Umzug in ein Nomadenzelt.

Wer teilt sein Glück?

Miriam Wolf und Zoltán Benkö sind aktuell auf der Suche nach einem passenden Fleckchen Natur für ihre Jurte. Am liebsten wäre ihnen irgendwo zwischen München und den Bergen auf einem Fleckchen Obstwiese eines Bauern, der sich nicht um Formalitäten schert. Wer Tipps geben kann, darf sich gerne bei per Mail melden.

ShareFacebookTwitterGoogle+Share

Weitere Artikel zum Thema: