"Lebensformen"
Dirndl und Lederhosen gehören zu Bayern wie das Bier und die Gemütlichkeit. Was die wenigsten wissen: dass das Dirndl überhaupt salonfähig wurde, verdanken wir zwei jüdischen Schneidern. Ein junger jüdischer Münchner liebt ebenfalls seine Lederhosen - auch und vielleicht weil es Juden im 3. Reich verboten war, Tracht zu tragen.
Dass sich das Dirndl vom bäuerlichen zum gesellschaftlichen Modegewand gemausert hat, liegt auch an den Brüdern Wallach. Die Schneider machten es salonfähig. Und im 3.Reich durften jüdische Bürgerinnen und Bürger keine Tracht mehr tragen. Genau deshalb zieht der junge, in München lebende Asaf Erlich so gerne seine Lederhosen an.

Die jüdische Familie Wallach in der Sommerfrische: selbstverständlich gekleidet in Dirndl und Lederhosen. Die Brüder Moritz und Julius gründeten später im Jahr 1900 in München das "Volkskunsthaus". Ihre veritable Sammlung bayerischer Kulturgüter machten sie nicht nur der Öffentlichkeit zugänglich, sondern auch das Dirndl salonfähig. Obwohl sie mit ihren Entwürfen sogar in Berlin einen wahren Dirndl-Hype auslösten, mussten sie vor den Nazis fliehen. 

Asaf Erlich kam vor sechs Jahren von Israel nach Deutschland und das obwohl sein Großvater den Holocaust im KZ Buchenwald nur knapp überlebte. Inzwischen ist München seine Heimat. Er liebt die bayerische Gemütlichkeit und trägt mit Begeisterung Tracht, gerade weil sie zu tragen, den Juden in der Nazizeit verboten war. 

Den ganzen Film sehen Sie am Samstag, dem 30.01.2021, um 17.00 Uhr auf Sat1.Bayern oder auf www.lebensformen-tv.de

"TV-Tipp: Lebensformen"

Lebensformen - Das Magazin des Evangelischen Fernsehens

So vielfältig wie das Leben selbst: bei Lebensformen – dem Magazin des Evangelischen Fernsehens stehen Menschen und ihre Geschichten im Mittelpunkt. Geschichten von Glück und Unglück – und welche Wege die Menschen gefunden haben, mit beidem umzugehen. 

Lebensformen sehen Sie jeden letzten Samstag im Monat um 17.00 Uhr auf Sat1.Bayern

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